Artikel von Dr. Ruth Vierbuchen



Der Handelsimmobilien Report Nr. 412

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die Erleichterung über das Ende der zweiten Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof in Eigenverwaltung währte nicht lange. Die Filialen, die bei diesem Verfahren auf der zweiten Streichliste standen, werden erst am 31. Januar geschlossen. Dass der CEO Olivier van den Bossche, der die Geschicke des Unternehmens seit vergangenem Frühjahr leitet, bei Ankündigung des dritten Insolvenzantrags in kürzester Zeit, feststellte, dass nun über die Mieten der Warenhäuser verhandelt werden muss, die Signa gehören und über teure Dienstleister sowie das Service-Center in Essen, wirft ein bezeichnendes Licht auf den früheren Sachwalter Arndt Geiwitz und die Tragfähigkeit der Insolvenzverfahren.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 411

Editorial von Ruth Vierbuchen: Mit 2023 ist ein schwieriges Jahr zu Ende gegangen. Schon der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat die geschmiert laufende westliche Welt mit ihrer super-effizienten Just-in-time-Produktion 2020 ahnen lassen, wie schnell und nachhaltig dieses hocheffiziente System aus der Balance geraten kann. Der russische Angriff auf die Ukraine hat diese Tatsache um die weitere Erkenntnis ergänzt, dass die friedliche Koexistenz zwischen den Machtblöcken des Westens und des Ostens vorbei ist und damit ein wichtiges Fundament der reibungslos funktionierenden internationalen Arbeitsteilung wegbricht. Das Fehlen wichtiger Medikamente in Deutschland und Europa als Folge dieser Störung ist ein ernst zu nehmendes Beispiel für diese Entwicklung.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 410

Editorial von Ruth Vierbuchen: Mit 2023 geht ein schwieriges Jahr für die Immobilienwirtschaft zu Ende, wobei sich einige Branchen – wie die Nahversorgung – keine übermäßigen Sorgen machen müssen, wie auch der Blick auf den europäischen Handelsimmobilienmarkt zeigt (Seite 2). Hier muss man aber auch anmerken, dass der Lebensmittelhandel im Zuge der Marktveränderungen in der vergangenen Dekade seine Hausaufgaben gemacht hat, und es ist im Sinne der Verbraucher und der Innenstädte zu wünschen, dass auch Unternehmen aus dem Nonfood-Handel wie die Mode-Anbieter sich dem erforderlichen Turnaround stellen.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 409

Editorial von Ruth Vierbuchen: Im vergangenen September hatte die Real GmbH, der nach der Weitergabe des größten Teils der zumeist gemieteten 275 Real-Standorte an die Wettbewerber Kaufland, Edeka und Globus nur noch ein Kerngeschäft aus 63 Mein-Real-Märkten geblieben war, Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Doch anders als der Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung, bei der die Erhaltung des Unternehmens durch Sanierung und Schuldenerlass im Vordergrund steht, erhoffen lässt, mündet das Verfahren nun in die Zerschlagung, weil die Lage der Real GmbH laut Geschäftsführung schwierig ist – offenbar zu schwierig, um das Unternehmen weiterzuführen.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 408

Editorial von Ruth Vierbuchen: Sowohl der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) im Oktober als auch die US-Notenbank Federal Reserve eine Woche später haben ihre Leitzinsen von 4,0 bis 4,75% in Europa und 5,25% bis 5,5% in den USA vorerst auf dem erreichten Niveau belassen – nicht zuletzt, weil die Inflationsraten spürbar nachgegeben haben. Die Frage, die die geschockte Immobilienwirtschaft nun bewegen dürfte, ist, ob mit diesem Zinsniveau und der Zinspause die herbeigesehnte Grundlage für die mittelfristigen Entscheidungen erreicht wurde. Die Antwort dürfte ein klares „Jein“ sein.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 407

Editorial von Ruth Vierbuchen: Wie von vielen erwartet, hat es der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in seiner Oktober-Sitzung erstmal bei dem erreichten Einlagenzins von 4%, dem Hauptrefinanzierungszins für Banken von 4,5% und dem Spitzenrefinanzierungssatz für Banken von 4,75% belassen. Damit bleibt die EZB aber noch unter dem Niveau der US-Notenbank Federal Reserve unter ihrem Vorsitzenden Jerome Powell, das bei 5,25 bis 5,5% liegt. Die Frage, die die geschockte Immobilienwirtschaft nun bewegen dürfte, ist, ob mit diesem Zinsniveau die herbeigesehnte Grundlage für die mittelfristigen Entscheidungen erreicht wurde. Die Antwort dürfte ein klares „Jein“ sein.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 406

Editorial von Ruth Vierbuchen: Mit den Worten, dass die Situation „absolut unsicher“ sei, umschrieb ein Teilnehmer der Immobilienmesse Expo Real die Lage auf den Immobilienmärkten sehr zutreffend. Erstaunlich ist das nicht nach einem mehr als zehn Jahre währenden künstlich durch eine Null-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) angeheiztem Boom, der immer mehr Branchenfremde in die Immobilienanlage trieb, weil mickrige 2 bis 3% Verzinsung deutlich mehr waren als Strafzinsen auf Bankguthaben und negative Renditen für Bundesanleihen. Hinzu kommt, dass die Gewöhnung an über zehn Jahre Aufschwung viele Marktakteure glauben lässt, dass es nur kurzzeitig abwärts gehen kann.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 405

Editorial von Ruth Vierbuchen: Es ist ja bekanntlich immer alles relativ. Das zeigt der Blick auf den Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien sowohl in Deutschland als auch in Europa. Hatten viele Investoren – vor allem in Großbritannien – Handelsimmobilien in den vergangenen Jahren nicht mal mehr mit der Kneifzange angefasst – außer Nahversorgungsimmobilien – stellten die Marktakteure bei den jüngsten Berichten über den Investmentmarkt überrascht fest, dass sich Retail Assets nach dem nahtlosen Übergang vom Immobilien-Hype in die Schockstarre als die stabilste Anlage-Klasse erweisen. (Seite 1)


Nachhaltigkeit gewinnt an Gewicht

Die abrupte Zinswende auf dem Immobilienmarkt im ersten Halbjahr 2022, deren Folgen erst jetzt immer deutlicher Gestalt annehmen, wird für viel Gesprächsstoff und Klärungsbedarf auf…


Der Handelsimmobilien Report Expo-Ausgabe Nr. 404

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die vergangenen beiden Dekaden waren geprägt von der Politik der großen Notenbanken, Widrigkeiten wie Wachstumsschwächen und drohende Rezessionen einfach „weg zu verzinsen“ oder durch den  Kauf von Staatsanleihen mit Geld „wegzuwaschen“. Die Notenbanker sahen für sich die Aufgabe darin, die Konjunktur positiv zu steuern und Krisen mit niedrigen Zinsen und viel Geld schnell wieder auszumerzen. Dahinter steht die Philosophie des modernen Menschen im Zeitalter des technischen Fortschritts, des Überflusses und der Digitalisierung, dass es immer bergauf gehen muss, dass jedes Problem sofort gelöst werden kann und „Krisen“ inakzeptabel sind. Die Frustrationstoleranz ist entsprechend immer geringer geworden.