Fonds-Check: Anleihen fürs Sachwerte-Portfolio

22.Mai 2013   

Kategorie: Der Fondsbrief, News

Der geschlossene Fonds – selbst die Anbieter der unternehmerischen Beteiligungsmodelle möchten sich am liebsten so schnell wie möglich von diesem Begriff trennen. Pleiten, Pech und Pauschalverhaftung machen der Branche schwer zu schaffen.

Kein Wunder, dass die Initiatoren nach alternativen Modellen suchen. Dr. Peters aus Dortmund startet mit dem „DSP Realwertanleihen 1“ ein Angebot, mit dem sich die Anleger an Namensschuldverschreibungen beteiligen. Über das Vermögensanlagegesetz ist das Produkt komplett reguliert. Letztlich hängt aber auch hierbei Erfolg oder Missgeschick davon ab, wie sich eine Auswahl geschlossener Fonds entwickelt, denn das Angebot verteilt das Kundenkapital auf eine Vielzahl der Beteiligungsmodelle.

Namensschuldverschreibungen. Sie stellen eine besondere Art von Wertpapieren dar: nachrangige, unbesicherte Forderungen der Zeichner gegen die jeweiligen Emittenten. Das sind hier drei Gesellschaften mit beschränkter Haftung: DSP Immobilien GmbH, DSP Mobilien GmbH, DSP neue Energien GmbH. Anders als bei geschlossenen Fonds verzichten die Anleger von Namensschuldverschreibungen auf ihr Stimmrecht bei Gesellschafterversammlungen. Sie sind rechtlich gestellt wie Gläubiger, die Fremdkapital zur Verfügung stellen und bekommen daher Zinsen, also Erträge aus Kapitalanlagen. Ihr Vorteil für den Initiator liegt in einer ausgeweiteten Zielgruppe. An den Portfolio-Anleihen dürfen sich auch Stiftungen beteiligen, und Banken packen sie ohne Eigenkapital-Hinterle-gung in ihr Depot A.

Laufzeit. Das Angebot strebt eine Laufzeit von zehn Jahren an. Unabhängig davon kann jeder Anleger seine Beteiligung zum 31. Dezember 2018 kündigen. Allerdings kommen dabei nur zehn Prozent zum Zuge. Sie bekommen ein halbes Jahr später ihren Einsatz abzüglich 20 Prozent ausgezahlt. Die Mindestbeteiligung liegt bei 5.000 Euro plus drei Prozent Agio. In seinem Prospekt rechnet Dr. Peters mit knapp zehn Millionen Euro, kann das Volumen jedoch deutlich auf maximal 75 Millionen Euro ausweiten.

Konzept. Zeichner der Realwertanleihen setzen im Sinne von Harry Markowitz auf Diversifikation. Zwar bezogen sich seine Studien auf Wertpapiere, doch lassen sie sich auch auf Sachwertinvestitionen wie Immobilien, Flugzeuge, Schiffe, Container, Neue Energien und Infrastrukturprojekte übertragen. Bei diesem Angebot können die Zeichner aus verschiedenen Varianten wählen: Schwerpunkt Immobilien, Mobilien oder Neue Energien, wobei die Dr. Peters-Manager jeweils 60 Prozent in den Schwerpunkt investieren und 20 Prozent in die anderen Assetklassen. Bei der Variante „Ausgewogen“ verteilt sich das Kapital zu gleichen Teilen.

Verzinsung. Jede Assetklasse bietet im Vergleich zu den anderen ein differenziertes Chancen-Risiko-Verhältnis. Immobilienfans stellt Dr. Peters nach d
er Investitionsphase jährliche Zinsen von 5,33 Prozent in Aussicht, Zeichnern der Variante Neue Energien 5,62 Prozent, Anlegern mit Schwerpunkt Mobilien 5,72 Prozent und ausgewogenen Investoren 5,56 Prozent.

Investitionsrichtlinien. Dr. Peters hat das Angebot nicht konzipiert, um in erster Linie eigene Fonds zu kapitalisieren. Maximal 20 Prozent der Nennbeträge aller Namensschuldverschreibungen dürfen in Zielinvestments eines Emissionshauses fließen. Höchstens zehn Prozent fließen in einen Zielfonds. Mindestens die Hälfte des Kapitals muss in Euro-Anlagen landen. In Frage kommen nicht nur Publikumsfonds, sondern auch Private Placements mit grundsätzlich höheren Mindestbeteiligungen und niedrigeren Weichkosten.

Nebenkosten. Das Anleihenmodell ist ein vergleichbar günstiges Angebot. Von den insgesamt 103 Prozent Anlegereinsatz inklusive Agio fließen 99,27 Prozent in die ausgewählten Fonds. Der Löwenanteil der Vertriebsprovisionen stammt aus Rückvergütungen des Agios aus den Zielfonds. Es beträgt beim typischen geschlossenen Fonds fünf Prozent. Weil das Portfoliomodell als Großanleger in der Regel zu besseren Konditionen investieren kann, sollte das auch den Zeichnern des Fonds zu Gute kommen.

Steuern. Investoren erzielen mit den Namensschuldverschreibungen Zinseinkünfte, die sie über die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Soli mit dem Finanzamt teilen müssen.

Anbieter. Die DSP Portfolio Konzept GmbH ist eine 100-prozentige Tochter des Emissionshauses Dr. Peters. In der Vergangenheit hat der Initiator vor allem Schiffsfonds aufgelegt, aber auch Beteiligungen an Immobilien und Flugzeugen. Verantwortlich für das Anleihenmodell sind die Geschäftsführer Jan-Axel Nieswiodek, Benjamin Kehr und Simon Kreuels. Das Management hat in anderen Emissionshäusern bereits zahlreiche Portfoliofonds konzipiert und verwaltet.

Meiner Meinung nach… Gegen den Aufbau eines diversifizierten Portfolios gibt es keine stichhaltigen Gründe. Anleger des Anleihenfonds aus dem Hause Dr. Peters überlassen den Job einem erfahrenen Management-Team. Sie zeichnen keinen Fonds, sondern beteiligen sich über Namensschuldverschreibungen. Das scheint auch dem Marketing geschuldet, denn bei den Zielinvestments handelt es sich weiterhin um geschlossene Fonds. Die Konzeption erscheint vernünftig, bei schmalen weichen Kosten. Wer einen Strauß von Sachwerten in sein Portfolio packen möchte, kann sich näher mit dem Angebot beschäftigen.

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