Fonds-Check: WealthCap mixt Immobilien, Infrastruktur, Energien und Privat Equity

26.Mai 2015   

Diversifikation scheint für die BaFin ein wichtiges Thema zu sein. Ist das Portfolio breit gestreut, erlaubt die Behörde Tickets zu 5.000 Euro. Bei Ein-Objekt-Fonds dagegen müssen Anleger mindestens 20.000 Euro mitbringen. WealthCap bedient die Klientel der Klein-Unternehmer mit seinem „Sachwerte-Portfolio 2“. Der Dachfonds investiert das Kapital seinerseits in eine Reihe von Zielfonds internationaler Unternehmen.

Objekte: Immobilien, New-Energy, In-frastrukturprojekte, Start-Up-Unterneh-men – die Investitionspalette ist breit gestreut. WealthCap strebt im Sachwerte-Portfolio an, die Hälfte des Kapitals in Immobilien zu investieren, dazu 30 Prozent in Neue Energien und Infrastruktur und 20 Prozent in Private-Equity. Bei den Immobilien verfolgt WealthCap keine Core-Strategie, im Fokus stehen vielmehr Zielfonds mit Value-Add-Ansatz. Darunter fallen Immobilien mit Sanierungsbedarf, die am Markt positioniert werden müssen, weil sie teilweise leer stehen und den Anforderungen nicht mehr genügen.

Höchstens 30 Prozent der Investments dürfen ein Währungsrisiko darstellen, also außerhalb des Euro abgerechnet werden. Fonds aus dem Hause WealthCap sind als Zielfonds nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Der Vorgänger investierte jedoch lediglich zwei Prozent des Gesamtvolumens in den „WelthCap Private Equity 18“. Ein deutlich höherer Anteil würde der Philosophie des Angebots wiedersprechen, denn der Initiator wirbt damit, Investitionen in institutionelle Vehikel zu ermöglichen, die üblicherweise professionellen Großanlegern vorbehalten sind.

Kalkulation: Anleger sind ab 5.000 Euro dabei. Der Anbieter stellt ihnen ab 2018 jährliche Ausschüttungen in Aussicht. Das ist möglich, weil vor allem die Immobilienbeteiligungen und New-Energy-Zielfonds laufenden Cash-Flow erwirtschaften. Die Zielrendite gibt WealthCap mit sechs bis sieben Prozent vor Steuern an. Im Basis-Szenario kalkuliert das Unternehmen bis Ende 2026 mit einem Gesamtrückfluss von 173 Prozent, also abzüglich des Einsatzes zuzüglich fünf Prozent Agio ein Gewinn von 68 Prozent vor Steuern. Der Dachfonds selbst ist als reines Eigenkapital-Vehikel konzipiert. Die jeweiligen Zielfonds dagegen finanzieren sich teilweise über Darlehen.

Kosten: Inklusive Agio summieren sich die anfänglichen Nebenkosten auf knapp 15 Prozent des Eigenkapitals. Hinzu kommen die Kosten, die mit der Beteiligung an den Zielfonds verbunden sind, wobei die Gebühren bei den Fonds für professionelle Investoren deutlich niedriger sind als bei Publikumsfonds. Die laufenden Kosten machen rund 1,4 Prozent des Nettoinventarwertes aus.

Anbieter: WealthCap ist ein Unternehmen der
Uni-Credit-Gruppe und seit vielen Jahren im Geschäft mit Publikumsfonds aktiv. Es umfasst Beteiligungen an Immobilien, Erneuerbaren Energien-Projekten und Private Equity. In den vergangenen Jahren zählte das Unternehmen stets zu den umsatzstärksten Anbietern der Sachwerte-Fonds für private Kapitalanleger.

Historie: Am Vorgängerfonds „Sachwerte Portfolio 1“ beteiligten sich 4.300 Zeichner mit insgesamt 51 Millionen Euro Kommanditkapital. Er hat das Kapital in zwölf Zielfonds der Bereiche Immobilien, Infrastruktur, Erneuerbare Energien und Private Equity investiert und damit über Umwege in rund 500 Immobilien, 64 Unternehmen, 34 Wasserkraftwerke, 14 Windparks und drei Biomasse-Fernkraftwerke. Partner dabei sind unter anderem BC Capital, Carlyle, EQT Infrastructure, Capital Dynamics und CBRE. Die Standorte reichen von Nord- und Südamerika, Europa bis Australien. Bezogen auf die Kapitalzusagen sind je nach Zielfonds bis zu 27 Prozent zurückgeflossen, die teilweise jedoch reinvestiert wurden.

Steuern: Der Dachfonds ist als vermögensverwaltende Personengesellschaft konzipiert. WealthCap geht davon aus, dass er weder gewerblich geprägt noch tätig ist, und Anleger zu einem Großteil Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielen werden. Sie unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli.

Meiner Meinung nach… Mit überschaubarem Einsatz investieren wie die Großen: In Immobilien, Erneuerbare Energien, Infrastruktur und Private Equity. Und gemanagt wird das alles von Profis. Das Standard-Argument für eine geschlossene Beteiligung trifft beim Sachwerteportfoliofonds der WealthCap ins Schwarze. Anleger vertrauen darauf, dass die Bankentochter das richtige Gespür bei der Auswahl der institutionellen Zielfonds hat. Mit dem Vorgänger hat der Initiator beweisen, dass er über die nötigen Zugänge verfügt. Trotz aller Diversifikation bleibt aber auch dieser Fonds eine unternehmerische Beteiligung. ¨

 

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