Interview – Aliquantum Energy entdeckt neue Standorte für Mikrokraftwerke

26.Mai 2015   

Kategorie: Der Fondsbrief

Erneuerbare Energien sollen Gas, Kohle und Kernkraft ablösen. Doch geraten große Projekte zunehmend in die Kritik. So machen mehr als 500 Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen Front. Doch es entwickeln sich neue, verträglichere Märkte, zum Beispiel mit Wasserkraft. Das deutsch-britische Unternehmen Aliquantum finanziert unter anderem Mikro-Wasserkraftanlagen
in Südosteuropa. Der Fondsbrief sprach mit  den Vorstandsmitgliedern John Cutts und Sven Sönnecken.

Der Fondsbrief: Mr. Cutts, Sie waren Banker unter anderem bei ABN Amro, bei HSBC und der WestLB. Wo sehen Sie als Investment-Profi besondere Chancen bei kleinen New-Energy-Projekten?

John Cutts: Ich stelle mir immer folgende Frage: Wenn es ein Projekt noch nicht gibt, würde ich darin investieren, um es zu realisieren? Und hier ist die Antwort ganz einfach. Aliquantum investiert in eine erprobte und robuste Technologie, kombiniert mit niedrigen Risiken an einem europäischen Standort. Aus meiner Banken-Historie und als Managing Partner der Investmentfirma Pall Mall Capital in London sehe ich die Möglichkeit, langfristig in ein Asset-based-Investment zu investieren. Somit ist sichergestellt, dass die Einnahmen daraus kontinuierlich fließen. Außerdem sind die Anlagen aus Bankensicht rentabel, so dass Anleger sogar über den Hebel des Fremdkapitals investieren könnten. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung hat ein großes Interesse, unsere Projekte zu finanzieren.

Welche strategischen Ziele verfolgt Aliquantum?

Sven Sönnecken: Wir bauen mit Aliquantum eine Plattform auf, die, international vernetzt, in europäische New-Energy-Projekte investiert. Dabei wählen wir zunächst Projekte aus, die auf Grund ihrer Größe und ihrer Standorte nicht auf dem Radar anderer potenzieller Investoren sind. Anders als zum Beispiel die gesättigten Standorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz bietet die weitgehend unerschlossene Region Südosteuropa Möglichkeiten, mit Wasserkraft rentable Erträge zu erwirtschaften. Das Zeitfenster ist dabei nur begrenzt offen, denn viele dieser Länder führen bereits Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union. Sind sie erst einmal Mitglied, dürften die Renditen rapide sinken, da die Preise für interessante Projekte deutlich steigen.

Wie sehen vor dem Hintergrund dieser Entwicklung die langfristigen Pläne aus?

Sönnecken: Die Region Südosteuropa stellt  den Kern unserer Geschäftstätigkeit dar. Parallel dazu nutzen wir bereits jetzt die Kontakte des Managements, um vergleichbare New-Energy-Projekte zum Beispiel in der Türkei und in Schweden vorzubereiten.

Wie genau gehen Sie in Südosteuropa vor, um Länderrisiken so weit wie möglich auszuschließen?

Cutts: Wir haben bereits eine Reihe von langfristigen Verträgen mit den Städten und Gemeinden zum Beispiel in Bosnien unterzeichnet. Das gelingt ausschließlich mit hervorragenden Kontakten zu den Entscheidern vor Ort. Unser Beiratsmitglied Aleksandar Krunic weist 16 Jahre Erfahrung in der City of London nach, er hat in Führungspositionen bei Großbanken wie der Citi Bank und JP Morgan gearbeitet. Krunic ist aber auch Direktor der Britisch-Serbischen Handelskammer und in seinem Herkunftsland bestens vernetzt.

Sönnecken: Wissenschaftlich wird unser Projekt von Professor Branislav Santrac begleitet. Er hält seit 15 Jahren einen Lehrstuhl an der Fakultät Electrical Engineering an der Technischen Hochschule in Novi Sad. Professor Santrac führt als Vorstand unserer Gesellschaft vor Ort das Experten-Team in der Region. Genau diese Kombination aus Fachleuten ist nötig, um in Südosteuropa erfolgreich tätig zu sein.

Wie muss ich mir eine typische Mikro-Wasserkraftanlage vorstellen?

Sönnecken: Die Region Südosteuropa versorgt sich zum überwiegenden Teil mit Trinkwasser aus den Bergen. Über ein Rohrsystem fließt das Wasser in die Städte und Gemeinden im Tal. Weil das Wasser bei der Reise bergab einen gewaltigen Druck aufbaut, sind in regelmäßigen Abständen Druckminderer in das Leitungssystem eingebaut. Aliquantum tauscht diese Druckminderer gegen spezielle Turbinen aus. Sie mindern den Wasserdruck und nutzen die Fließgeschwindigkeit des Wassers, um damit sauberen Strom zu produzieren. Weil die Infrastruktur vorhanden ist, kann die Energie in das Stromnetz eingespeist werden. In der Regel wurden Wasserrohre und Stromleitungen in derselben Trasse errichtet.

Wie lässt sich mit sauberem Strom in der Region Südosteuropa Geld verdienen?

Cutts: Wir verfolgen eine zweigleisige Strategie. Sobald die Turbinen eingebaut sind, produzieren sie Strom und damit Erträge. Aktuell wird der saubere Strom zum Beispiel in Bosnien, ähnlich staatlich reguliert wie in Deutschland, zu acht Eurocent abgerechnet. Auf dieser Basis lässt sich eine deutlich zweistellige Rendite errechnen. Spätestens nach fünf bis sieben Jahren sollte sich das Investment amortisieren. Parallel dazu wird Aliquantum in Flusskraftwerke investieren, die bereits Strom produzieren und verkaufen. Erklärtes Unternehmensziel ist ganz klar eine Wachstums-Story. Aliquantum will eines der führenden, an der Londoner Börse gelisteten, Unternehmen in Sachen saubere, erneuerbare, europäische Energien werden.

Ein ambitioniertes Ziel…

Cutts: Aber ein realistisches. Wir betreten den Markt ja nicht unvorbereitet. Entscheidend sind die Kontakte, Netzwerke und unternehmerischen Fähigkeiten, die das Management bei einer Reihe früherer Projekte beweisen hat.

Welche Investoren suchen Sie?

Sönnecken: Wir akquirieren Kapital von vermögenden Privatinvestoren, die einen sicheren Asset-based-Return wünschen. Im zweiten Schritt denken wir an semiprofessionelle Investoren und Family Offices und letztlich an institutionelle Großanleger.

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