Interview – Goesta Ritschewald von der Deutschen Investment – „Mehrer Partner im Boot“

22.Mai 2013   

Kategorie: Der Fondsbrief, News

Wohnungen stehen derzeit bei Immobilieninvestoren hoch im Kurs, auch bei professionellen Großanlegern. Die Nürnberger Versicherungsgruppe hat ein Drittel des Spezialfonds „Deutsche Investment –Wohnen I“ gezeichnet.

Goesta Ritschewald

Goesta Ritschewald

Der Anbieter ist eine Kapitalanlagegesellschaft unter dem Dach der Deutschen Seereederei, Partner im ersten Fonds das auf Wohnimmobilien spezialisierte Erlanger Emissionshaus Zentral Boden Immobilien (ZBI). Über die Strategie des neuen Immobilienunternehmens DSR Deutsche Investment Kapitalanlagegesellschaft sprach der Fondsbrief mit Geschäftsführer Goesta Ritschewald.

Der Fondsbrief: Haben Sie Ihren ersten Fonds im Auftrag der Nürnberger Versicherungsgruppe aufgelegt?

Goesta Ritschewald: Nein. Wir haben das Konzept unseres Wohnimmobilien-Spezialfonds potenziellen Investoren vorgestellt und damit offenbar ihren Nerv getroffen. Viele institutionelle Anleger suchen einen übersichtlichen Anlegerkreis mit insgesamt drei bis höchstens zehn Mit-Investoren.

FB: Was ist das Besondere an Ihrem Konzept? Es gibt doch bereits eine Reihe von Spezialfondsanbietern, die in Wohnungen investieren.

Ritschewald: Wir arbeiten nach dem Prinzip der Immobilienpartnerschaft, das unterscheidet uns von anderen Anbietern. Die KAG sucht sich für die jeweilige Nutzungsart und Region den besten externen Assetmanager, steuert ihn erfolgsorientiert und ist zudem in der Lage bei schlechter Leistung einen kurzfristigen Austausch im Sinne der Anleger vorzunehmen. Gemäß unserer Immobilienpartnerschaft ist für unseren Wohnimmobilien-Spezialfonds „Deutsche Investment – Wohnen I“ die Deutsche Investment zuständig für Fondsmanagement und –administration, Anlegerbetreuung, Finanzierung und Transaktionsmanagement. Unser Partner ZBI verantwortet vor allem das Assetmanagement und das Propertymanagement. Mit dieser Partnerschaft sind wir sehr zufrieden, könnten das Assetmanagement aber austauschen, wenn es nicht so läuft wie von uns und den Anlegern erhofft. Welche KAG ist dazu schon in der Lage?

FB: Warum suchen institutionelle Anbieter derzeit vor allem nach Wohnungen?

Ritschewald: Sie kennen das Geschäft, weil sie früher gerne direkt in Wohnimmobilien investiert haben. Grundsätzlich sind Woh-nungen den typischen Zyklen nicht so sehr unterworfen wie Handelsimmobilien und Büros. Darüber hinaus bietet der Spezialfonds institutionellen Anlegern viele Vorteile: Zum einen benötigen sie weniger Eigenkapital als bei Direktinvestments. Zum anderen wollen vor allem institutionelle Investoren ungerne als Vermieter auftauchen, weil sie zum Beispiel im Zusammenhang mit Mieterhöhungen nicht genannt werden möchten. Zudem sind die wenigsten Großanleger in der Lage, Immobilien an bundesweiten Standorten zu verwalten.

FB: Warum erwarten sich Ihre Kunden ausgerechnet von einem jungen, neuen Unternehmen bessere Ergebnisse als von Anbietern mit langer Historie?

Ritschewald: Wir sind zwar eine junge Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft, existieren als Team aber schon seit 13 Jahren. Unter anderem habe ich mit unserem Generalbevollmächtigtem Florian Mundt bei der KPMG und der HSH Real Estate erfolgreich zusammengearbeitet. Daher kennen wir auch eine Reihe potenzieller Investoren.

FB: Wollen Sie sich auf Wohnungen spezialisieren?

Ritschewald: Überhaupt nicht. Das ist ja der Vorteil unseres Immobilienpartnerschafts-Konzeptes. Wir können alle Assets anfassen. Immobilienverständnis ist bei uns ausgeprägt vorhanden. Mit unseren Schwestergesellschaften, der Deutsche Immobilien AG und der Deutsche Immobilien Invest GmbH (DII), beschäftigen wir 70 Mitarbeiter in Hamburg, Rostock und Berlin.

FB: Ihre Mutter, die Deutsche Seerederei, ist unter anderem auch Hotelbetreiberin, zum Beispiel
der Arosa-Häuser. Werden Sie auch Hotel-Spezialfonds bringen?

Ritschewald: Das trauen wir uns durchaus zu, denn dabei hätten wir die nötige Expertise im Haus. Es ist nicht unsere Aufgabe und es geht uns auch nicht darum, eigene Häuser zu finanzieren. Zwar hat die DII das Arosa-Hotel auf Sylt als geschlossenen Publikumsfonds an private Anleger vertrieben, aber wir planen nichts aus dem eigenen Bestand in unsere Fonds packen, es sei denn, anlegerseits stoßen Projekte der Gruppe, wie zum Beispiel die neuen a-ja-Hotels, auf Interesse.

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