Liquiditätsreserven bei Geschlossenen Fonds sinken

5.September 2011   

Laut Scope sinken seit Jahren die Liquiditätsreserven in den Prospekten Geschlossener Fonds. Lediglich Schiffsfonds halten den Sicherheitspuffer konstant.

Bei Immobilienfonds mit deutschen Immobilien kalkulierten die Emissionshäuser 2005 noch mit einer Reserve con 2,8%. Im ersten Halbjahr diesen Jahres waren es nur noch 1,9%. Bei Energiefonds fiel der Rückgang noch deutlicher aus. Im ersten Halbjahr 2005 waren es noch 6%. Im ersten Halbjahr diesen Jahres nicht mal mehr 3%. Bei Schiffsfonds bleibt die Reserve bei 2,1%.

Den Grund für die Senkung der Reserve sieht Scope bei den anfänglich hohen Ausschüttungen, die ein deutliches Vertriebsargument darstellen. Diese lassen sich jedoch oft nur durch eine Absenkung der Liquiditätsreserve darstellen. Allerdings, so Scope, besteht bei Einmieterimmobilien mit hohe Bonität und geringem Risikoprofil oft kein Bedarf einer hohen Liquiditätsreserve. Das Absinken könne also durchaus sinnvoll sein.

Allerdings besteht bei einer zu starken Reduktionen der Liquiditätsreserve stets die Gefahr, dass bei extremen Ereignissen – zum Beispiel: Konkurs des einzigen Mieters oder deutlich unterdurchschnittliche Energieerträge – die betreffenden Fonds schnell in Liquiditätsnöte kommen können. Ausreichend Zeit, um Sanierungskonzepte zu erarbeiten, bleibt dann häufig nicht. Eine ideale Höhe der Liquiditätsreserve lässt sich allerdings nicht allgemein bestimmen. Sie ist stark vom Einzelfall – also dem Investitionsobjekt und der Struktur des Fonds –abhängig.

Eine weitere Auffälligkeit: Bei Energie-, Schiffs- und Leasingfonds liegen die kalkulierten Liquiditätsreserven höher als bei Immobilienfonds. Ein Grund dafür: Diese Fonds haben in der Regel hohe Fremdkapitalquoten. Die Kreditinstitute verlangen daher häufig, höhere Liquiditätsreserven zur Bedienung des Kapitaldienstes vorzuhalten.

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