VGF Summit – Branche sucht ihren Weg

16.Februar 2012   

„Wohin geht der Weg?“ Mit dieser Frage begann VGF-Hauptgeschäfts-führer Eric Romba den „VGF-Summit Geschlossene Fonds 2012“ Anfang Februar in Frankfurt.

VGF Summit

VGF Summit

 Wohin die Reise geht, war auch zwei Tage später nach Abschluss des 20. und letzten Panels nicht letztlich beantwortet. Klar ist allerdings, dass private Anleger um die geschlossenen Beteiligungsmodelle einen immer größeren Bogen machen. Sie investierten im vergangenen Jahr nach Erhebungen des Verbands Geschlossene Fonds nur noch 4,8 Milliarden Euro Eigenkapital. Noch mal knapp acht Prozent weniger als im ohnehin schon schwachen Jahr 2010. Die Zeiten, in denen Anleger zweistellige Milliardenbeträge investieren wie noch 2007, sind endgültig vorbei.

 Davon geht auch die Verbandsspitze aus. „Wir haben die Bodenbildung erreicht“, meinte Oliver Porr, LHI-Chef und Vorstandsvorsitzender des VGF. „Fünf, höchstens sechs Milliarden Euro – das wird auf Dauer der relevante Markt sein.“ Ins gleiche Horn stieß Geschäftsführer  Romba: „Die gute alte Zeit wird nicht wiederkommen. Das war allerdings auch eine steuerlich geprägte Zeit. Wir müssen unseren Blick nun nach vorne richten.“

Der VGF weist in seinen Branchenzahlen für 2011 offiziell ein Volumen von 5,85 Milliarden Euro investiertes Eigenkapital aus und 9,89 Milliarden Euro Fondsvolumen inklusive Darlehen. Dabei berücksichtigt der Verband die Einzahlungen institutioneller Großinvestoren in KG-Modelle. „Es ist nicht relevant, wo das Kapital herkommt, sondern wieviel Geld die Initiatoren verwalten“, rechtfertigt Romba die Vorgehensweise bei der Zahlensammlung.

 Zwar wollte der VGF den rund 1.000 Teilnehmern des diesjährigen Symposiums suggerieren, dass ein höher, weiter, besser bei den Umsätzen gar nicht wichtig ist. Auf den erneuten Rückgang angesprochen, reagierte die Verbandsspitze dann aber doch dünnhäutig. „Das habe ich mir gedacht, dass Sie sofort auf das Minus zu sprechen kommen“, polterte VGF-Vorstandsmitglied Reiner Seelheim in einer Diskussionsrunde auf die aktuellen Ergebnisse angesprochen. „Wir müssen aufhören, rückwärts zu denken: Die Branche ist wahnsinnig aktiv. Außerdem kümmert sie sich intensiv um Bestandsthemen.“ Womit er unter anderem die anhaltend angespannte Situation bei den Schiffsfonds meint. „Die Schiffsemissionshäuser sind 2012 und auch im kommenden Jahr gefordert, vernünftig durch die Krise zu steuern. Wir müssen andere Lösungswege suchen, und trotzdem wird das eine oder andere Schiff über die Wupper gehen.“

 Kein Wunder, dass kaum noch jemand in die ehemaligen Lieblinge der Fondszeichner investiert. Die aktuelle Statistik weist ein Neugeschäft von rund 400 Millionen Euro aus. Institutionelle Anleger hielten sich von Containerschiffen, Tankern und Bulkern komplett fern. Auch wenn der VGF die Umsätze der professionellen Investoren auflistet, so wird das Insti-Geschäft nicht die Lösung aus dem Dilemma sein. Das ist auch dem Verband klar. „Niemand im institutionellen Geschäft wartet auf Anbieter geschlossener Fonds“, warnte Romba, auch wenn er einräumte, dass sich nahezu alle Emissionshäuser aufstellen würden, Zugänge zu den Institutionellen zu finden. „Das ist ein spezielles Business, das jahrelangen Einsatz und im Vorfeld viel Geld erfordert.“

 Ein Blick in die Branchenzahlen gibt ihm recht. Tatsächlich haben gerade einmal drei Initiatoren nennenswert Kapital für KG-Modelle bei Großanlegern eingesammelt: KGAL, Commerz Real und, schon mit weitem Abstand zu den ersten beiden, die Hamburgische Immobilien Handlung HIH. Alles Emissionshäuser, die seit vielen Jahren gewachsene Kontakte zu den Großinvestoren haben.

Versicherer, Pensionskassen und Stiftungen legen zwar erhebliche Summen zum Beispiel in Immobilien, Solarparks und Infrastrukturprojekte an, allerdings über andere Rechtsformen und Strukturen. Was in Spezialfonds und SICAV-Modelle fließt, erfasst der VGF jedoch nicht. Wobei sich das in Zukunft ändern dürfte, denn auch die privaten Kapitalanleger werden künftig aus verschiedenen Strukturen auswählen können. „Die KG wird ihren singulären Status alleine durch die kommende Regulierung verlieren“, meinte Romba.

 Egal ob als Kommanditgesellschaft, geschlossene Investment-KG oder Investment-AG – der Verband Geschlossene Fonds will sich künftig als „Anbieterverband für Qualitätsprodukte“ verstehen. Die Mitgliedschaft im VGF als Siegel für die Branche. „Die Produkte müssen anderen Maßstäben gerecht werden. Dazu sind aber gesetzliche Regeln nötig“, so Porr.

 Wobei sich selbst mancher im Vorstand des Verbandes darüber im Klaren ist, dass das eine oder andere Mitglied den Anforderungen des VGF schon heute nicht in allen Belangen genügt.

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