Der Handelsimmobilien Report Nr 113

Der Handelsimmobilien Report Nr 113

–        Editorial von Ruth Vierbuchen: Die Ankündigung des neuen Metro-Chefs, dass der Verkauf der Warenhaus-Tochter Kaufhof bis auf Weiteres ausgesetzt wird und der Mutterkonzern das Wertsteigerungspotenzial selbst heben kann, wirft die Frage auf, ob der Verkauf verschoben oder gar aufgehoben ist? Andererseits ist klar: Das, was der Investor Benko mit dem Kaufhof womöglich vor hatte, kann der Metro-Konzern mit seiner Immobilien-Tochter und der Verbindung zur ECE auch. (Seite 1)

–        Zwischen Finanzierungslücken und Optimismus: „Die Lage ist deutlich besser als die Stimmung“, konstatiert Andreas  Quint, Head of Corporate Finance EMEA bei Jones Lang LaSalle in seinem Ausblick für den Immobilienmarkt 2012, den er  während der Jahresauftaktveranstaltung Cimmit präsentierte. Die wichtigen Vertrauensindices hätten sich alle auf stabilem Niveau bewegt, so der Experte. Jeder erwarte in diesem Jahr zwar eine Krise, aber nicht für sich selbst. Dennoch sind sich die Experten einig: Auch 2012 wird ein Jahr der Handelsimmobilie. (Vierbuchen, Seite 2).

–        Investmentmarkt Retail – Starke Impulse aus dem Ausland: Gleich mehrere Faktoren begünstigen den Markt für Handelsimmobilien zu Beginn des Jahres 2012: Bei allen Klagen über das Thema Finanzierung in der Immobilienbranche weist Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland darauf hin, dass „weltweit sehr viel Liquidität auf der Suche nach sicheren Investitionsmöglichkeiten“ sei. Und die steuere zu Recht in einen sicheren Anlagehafen wie Deutschland. (Vierbuchen, Seite 4)

–        Metro Group – Vorstandschef Koch storniert den Kaufhof-Verkauf: Als Vorstandschef der Metro Group setzt Olaf Koch gleich klare Zeichen: Seine erste Amtshandlung ist die plakative Ankündigung, dass die Gespräche mit Interessenten über den Verkauf der Warenhaustochter Galeria Kaufhof bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Das ist eine klare Abkehr von der Strategie seines Vorgängers Eckhard Cordes, der zu Beginn seiner Amtszeit den Verkauf der Warenhaus-Sparte plakativ angekündigt hatte. (Vierbuchen, Seite 11)

–        Hamburger HBB startet in ein sehr geschäftiges Jahr 2012: Für Deutschlands Mittelstädte ist der Einzelhandel wichtig, weil er eine Versorgungsfunktion erfüllt und ein möglichst umfassendes Einzelhandelsangebot dazu beiträgt, die Zentralität zu erhöhen, d.h. auch Kaufkraft aus dem Umland anzuziehen, oder zu verhindern, dass Kaufkraft in Nachbarstädte abfließt. Zu den Unternehmen, die sich auf die Entwicklung von Shopping-Centern und Fachmarktzentren in Mittelstädten spezialisiert hat, gehört auch die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungs GmbH (HBB) in Hamburg mit einer gut gefüllten Pipeline. (Vierbuchen, Seite 12)

–        Henderson Global Investors – Neuorientierung auf dem europäischen Markt: „Boring is good – langweilig ist gut.“ Diese Worte aus dem Munde des britischen Investment-Spezialisten Tim Horrocks, CEO der opportunistisch ausgerichteten Henderson Global Investors in Deutschland, belegen, wie sich der Markt seit 2008 verändert hat. Da Deutschland in der Immobilienbranche bis zum Ausbruch der Finanzmarktkrise im September 2008 quasi als Synonym für „Langeweile“ galt, ist die Bundesrepublik derzeit der beliebte Zielort für ausländische Investoren.

–        Finanzierung – Akquisition von Eigenkapital noch zu wenig genutzt: Für Immobilienentwickler war es bereits früher relativ schwierig, wirtschaftlich akzeptable und tragfähige Finanzierungen zu erhalten. Das wird sich durch die Auswirkungen der Finanzkrise, der Umstrukturierung des deutschen Bankensektors, der sich gegenwärtig noch partiell verstärkenden und ungelösten Staatsschuldenkrise, der zu erwartenden Änderungen nach Basel III und Solvency II sowie des befürchteten Konjunkturrückgangs für den gesamten Kreditbereich für Gewerbeimmobilien noch verschärfen. Kurz: Die Akteure auf den Finanzmärkten werden sichtlich zurückhaltender, selektiver und risikoaverser – was sich insgesamt restriktiv auf die Kreditvergabe auswirken dürfte. (Dr. Schinnerl, Seite 17)

–        Schlecker nutzt die Insolvenz für die Sanierung: Der Marktführer im Drogeriemarkt Schlecker versucht sich mit einem freiwilligen Insolvenzplanverfahren und einem Sanierungsplan offensichtlich aus der Zahlungsunfähigkeit zu retten. Die Insolvenz eröffnet dafür günstige Möglichkeiten. (Vierbuchen, Seite 19)

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