Der Handelsimmobilien Report Nr. 276

Der Handelsimmobilien Report Nr 276

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: Der Boom im Markt für deutsche Handelsimmobilien dauert jetzt schon seit acht Jahren. Seither haben Kaufpreise, Faktoren und Renditen so manche Rekordmarke aus den Boom-Jahren 2006/07 über- oder unterschritten. Doch die unsichere Lage in den südeuropäischen Ländern und der Brexit lassen Deutschland derzeit ziemlich gut aussehen und die Niedrig-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) hält die Renditen für Bundesanleihen so niedrig, dass der Abstand selbst zu historisch niedrigen Immobilien-Renditen groß bleibt. Hinzu kommt, dass die EZB mit ihrem Anleihe-Kaufprogramm institutionelle Investoren aus dem Markt drängt und den Immobilienmarkt weiter befeuert. Vor diesem Hintergrund stellen sich Experten die Frage, ob wir den sicheren Hafen nicht schon längst verlassen haben und zu viele „fette“ Jahre hinter uns liegen“. (Seite 1)
  • Investmentmarkt Deutschland Lange Verkaufsprozesse bremsen den Markt: „Der Investmentmarkt für Handelsimmobilien konsolidiert auf unterdurchschnittlichem Niveau“, bilanziert der Immobiliendienstleister CBRE für das erste Halbjahr 2018. Konkret lag der Transaktionsumsatz in den ersten sechs Monaten um etwa 8% unter dem langjährigen Durchschnittswert. Die von den diversen Dienstleistern bezifferten Volumina reichen von 5,58 Mrd. Euro bei Savills über 4,86 Mrd. Euro bei BNP Paribas Real Estate und 4,48 Mrd. Euro bei JLL bis hin zu 4,3 Mrd. Euro bei CBRE und 3,5 Mrd. Euro bei Colliers International. (Seite 2)
  • Karstadt/Kaufhof – Eine Fusion mit vielen Fragezeichen: Die früheren Flaggschiffe des Einzelhandels, die großen Warenhäuser, die mit ihrem Alles-unter-einem-Dach-Prinzip 100 Jahre lang die Innenstädte beseelten, verlieren seit Jahren Marktanteile – an preisaggressive Fachmärkte, Shopping-Center und teilweise auch an den Fachhandel. Die jüngsten Pläne von Karstadt und Kaufhof, den Wandel gemeinsam zu bewältigen, werfen viele Fragen auf.
  • Ikeas neue Expansionsstrategie – Die grüne Wiese ist nicht mehr die erste Wahl: Damals war es eine kleine Revolution. Wohl noch nie haben Bau und Eröffnung eines Ikea-Einrichtungshauses so viel Aufmerksamkeit erregt: Im Juni 2014 eröffnete Ikea seine weltweit erste Innenstadtfiliale – und das in Hamburg-Altona, mitten in einer Fußgängerzone, in einem eng bebauten Szene-Stadtteil. Das war ein grundlegender Bruch mit der bisherigen Strategie, für den auch unternehmensintern viel Überzeugungsarbeit geleistet werden musste. (Richter, Seite 10)
  • Cano in Singen am Hohentwiel – Gegenpol zum Einzelhandel an der Peripherie: Nachdem der Stadtrat von Singen Mitte Mai die Baugenehmigung für das neue innerstädtische Einkaufszentrum erteilt hatte, konnte die Hamburger ECE im Juli mit den Bauarbeiten für das Cano beginnen. Die Eröffnung soll im Jahr 2020 gefeiert werden.
  • Finanzierungsmarkt für Gewerbeimmobilien – Zwischen „Mikromargen“ und „Mehr Risiko“: „Wir sind in einer neuen Marktphase angelangt“, so lautet ein Fazit der sechsten Studie „German Debt Project“, die von der International Real Estate Business School (Irebs) u.a. mit Unterstützung des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VdP) in Frankfurt/M. präsentiert wurde. In diesem neuen Umfeld sind viele Banken daran interessiert, risikobehaftete Immobilien mit höheren Margen zu finanzieren, um bei sinkendem Neugeschäft höhere Durchschnittsmargen zu erzielen. (Seite 14)
  • Schuheinzelhandel – Wachstum kommt aus dem Online-Geschäft: Der deutsche Schuhmarkt ist im vergangenen Jahr um 1,3% oder 127 Mio. Euro auf 9,846 Mrd. Euro gewachsen. Die Dynamik kommt aber auch in dieser Einzelhandelsbranche durch die Umsatzgewinne im Online-Handel, der auch das Online-Geschäft der stationären Einzelhändler mit einer Multichannel-Strategie und der Hersteller umfasst, heißt es im neuen „Branchenfokus Schuhe“, den das Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln und die BBE Handelsberatung herausgegeben haben. Dagegen wurden im stationären Handel Umsatzrückgänge verzeichnet. (Seite 20)
  • Logistikfläche wächst deutlich – Der Anteil des Handels nimmt stetig zu: Mit dem Online-Handel wächst auch das Paketaufkommen, das täglich zugestellt werden muss und der Bedarf an Logistik-Flächen in Innenstadt-Nähe, um die Zustellung zu beschleunigen. Der Bundesverband Paket & Expresslogistik erwartet, dass das Paketaufkommen bis 2022 jährlich um 5,2% wachsen wird. Und von den im ersten Halbjahr 2018 neu gebauten Logistikflächen (2,1 Mio. qm) entfiel mit 40% der größte Anteil auf den eCommerce-Bereich. (Seite 21)

 

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