Der Handelsimmobilien Report Nr. 295

29.April 2019   

Der Handelsimmobilien Report Nr 295

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: Es ist zehn Jahre her, als die Immobilienwelt Anfang 2009 auf die Trümmer einer unglaublichen Finanz- und Immobilien-Party schaute und sich die Frage stellte, welcher Weg aus diesem Desaster von Überschuldung und Immobilienportfolien, deren Marktwerte die Kreditsummen deutlich unterschritten, herausführen könnte. Schockstarre herrschte im Kreditgewerbe und damit auch unter den Entwicklern. Nur ganz wenige Unternehmen mit guter Bonität erhielten noch Darlehen. Nach der Krise kam ziemlich schnell der Boom, dessen Marktmechanisten inzwischen ausgehebelt wurden. (Seite 1)
  • Frankenberg (Eder) – Ein Modellprojekt für viele Förderprogramme: Die hessische Stadt Frankenberg (Eder) schreitet auf ihrem Weg, die Innenstadt und die Einkaufslagen systematisch aufzuwerten, um den Leerstand zu beseitigen, die Frequenz zu erhöhen und neue Einwohner zu gewinnen, voran. Eine wichtige Etappe auf diesem Weg sind das jüngste Kommunale Anreizförderprogramm „Aktive Alt- und Neustadt“, das die Altbausanierung unterstützt, sowie das Programm „Lokale Ökonomie- Alt und Neustadt“ für die Förderung der lokalen Wirtschaft und zur Unterstützung von Existenzgründungen. (Seite 2)
  • Das Interview – Wir schauen nicht nur auf den Status quo: Gespräch mit Henrike Waldburg, Leiterin Investment Management Retail bei Union Investment Real Estate über die Bedeutung von Fachmarktzentren, Fachmärkten und deren Verbindung zum Lebensmittelhandel für die Anlagestrategie, die Resilienz gegen den Online-Handel, die Unterschiede zu Shopping-Centern und die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2019. (Seite 6)
  • ICSC-Studie über Click & Collect – Verbindung von Online und Offline wird enger: Im Zuge des Wandels lösen sich die Grenzen zwischen dem stationären Einzelhandel und dem reinen Online-Handel immer weiter auf. Nach einer Studie des International Council of Shopping Centers (ICSC) prägen zwei Trends den Wandel: der Wunsch der Konsumenten nach Convenience (Bequemlichkeit) und die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung, die den Einkauf immer und überall ermöglichen. In diesem Rahmen gewinnt Click & Collect als eine maßgebliche Ausprägung dieses nahtlosen Einkaufserlebnisses zunehmend an Bedeutung. (Seite 9)
  • Einzelhandelsmarkt Hamburg – Zittern vor dem Mega-Center in der Hafencity: Die Planungen für das neue Mega-Einkaufszentrum, das Unibail-Rodamco-Westfield in der Hamburger Hafencity eröffnen will, kommen zu einer Zeit, in der die Krise im stationären Einzelhandel für jedermann sichtbar ist. Nicht nur die Fachwelt, sondern zunehmend auch Bürger, machen sich Sorgen um ihre Innenstadt und fragen sich, ob hier Sterbehilfe für die City geleistet wird und woher die Kunden und das Geld für so viele neue Läden kommen soll. (Richter, Seite 12)
  • Omnichannel-Strategien – Händler müssen auf die Logistikprozesse achten: Das Design ist einladend: Eine offene Fläche mit Computern, ein Lounge-Bereich mit Kaffeebar und eine eigene Spielecke für die Kinder. Nein, die Rede ist nicht vom neuesten Co-Working-Space, sondern von einer Handelsfläche. Eine russische Handelskette setzt ein entsprechendes großformatiges Omnichannel-Konzept um. Während der Kunde auf der oberen Etage online seinen Einkauf abschließt und sich anschließend stärkt, wird die Ware im Erdgeschoss kommissioniert und zur Abholung bereitgestellt. Die Größenordnung ist in etwa die eines SB-Warenhauses. (Neumeier, Seite 16)
  • Gastronomie im Shopping Center – Das My Zeil will hoch hinaus: Die neue Food- und Entertainment Etage mit dem zukunftsweisenden Namen „Foodtopia“ im Frankfurter Shopping-Center My Zeil bildet vorerst den Höhepunkt im neuen Gastronomie-Konzept der Hamburger ECE. Ein Angebot mit Restaurants der besonderen Art und einem Kino soll die Magnetwirkung der vierten Etage steigern. Foodtopia ist damit einer von zwei wichtigen Bausteinen zur Modernisierung und Neupositionierung des Shopping-Centers, das 2009, mitten in der Finanzmarktkrise, eröffnet worden war.
  • Schuheinzelhandel – Lieber investieren als den Rotstift ansetzen: Nach dem Textileinzelhandel musste auch der deutsche Schuheinzelhandel dem langen Sommer 2018 Tribut zollen. Aber auch der Online-Vertrieb mit Schuhen verzeichnete nach Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten eine Abschwächung seines Umsatzwachstums. (Seite 20)
  • Investmentmarkt Logistik: Knappes Angebot begrenzt den Markt: Der lang anhaltende Immobilien-Zyklus und die nicht zuletzt durch den wachsenden eCommerce beflügelte Nachfrage nach Flächen, haben den Investmentmarkt für Logistikimmobilien auch im ersten Quartal 2019 beflügelt. Mit einem Transaktionsvolumen von über 1 Mrd. Euro festigte die Anlage-Klasse zwar ihre Marktbedeutung erneut, doch das limitierte Angebot, das die Nachfrage nicht decken konnte, bremste das Transaktionsvolumen aus. (Seite 22)
  • Butlers – Verkauf über Partner soll ausgeweitet werden: Der Kölner Anbieter von Wohnaccessoires, Dekoartikel und Geschenken, Butlers, feiert im April sein 20. Jubiläum. Für das am 29. April 1999 von Wilhelm Josten und Frank Holzapfel mit Eröffnung der ersten Filiale in der Kölner Mittelstraße gegründete Unternehmen ist das Jubiläum auch so etwas wie der zweite Geburtstag, nach dem erfolgreichen Abschluss eines Insolvenzverfahrens. (Seite 24)

 

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