Der Handelsimmobilien Report Nr. 312

16.Januar 2020   

Der Handelsimmobilien Report Nr 312

Editorial von Ruth Vierbuchen: Der bekannte Spruch: „Totgesagte leben länger“ gilt inzwischen auch für deutsche Handelsimmobilien, wie der Blick auf den Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien 2019 zeigt. Mit einem Transaktionsvolumen, das die diversen Immobiliendienstleister zwischen 10,1 Mrd. und 14 Mrd. Euro sehen, hält die Anlage-Klasse mit relativ stabilen Werten seit Jahren ihren zweiten Platz. Mit Blick auf die Tatsache, dass der Teilindex „Handelsklima“ des deutschen Immobilienklimas zuletzt regelrecht abgestürzt ist, kam die Jahresendrally in diesem Segment doch sehr überraschend. (Seite 1)

  • Investmentmarkt 2019 – Retail Assets immer für eine Überraschung gut: In einem Immobilienmarkt der Superlative, der mit einem Transaktionsvolumen von etwa 73 Mrd. Euro im deutschen Gewerbeimmobilienmarkt alle bisherigen Rekorde gebrochen hat, konnten Retail Assets mit einem stabilen Volumen, das mit 10,1 Mrd. bis 14 Mrd. Euro beziffert wird, ihren zweiten Platz hinter Büroimmobilien behaupten. Und das Interesse der Investoren an der Anlageklasse wird aus Sicht der Experten auch 2020 kaum nachlassen – trotz des Strukturwandels im Einzelhandel. (Seite 2)
  • Europäische Immobilienwirtschaft 2020 – Investoren erwarten ein aktives Immobilienjahr: Ungeachtet der politischen Unsicherheiten und der im Zuge des lang anhaltenden Booms steigenden Baukosten erwarten die 905 von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) gemeinsam mit dem Urban Land Institute (ULI) befragten Immobilienexperten aus 22 europäischen Ländern 2020 einen aktiven europäischen Immobilienmarkt. Angetrieben wird diese Zuversicht von der jüngsten EZB-Entscheidung, die Geldpolitik wieder zu lockern und die Zinsen noch lange niedrig zu halten. Vor diesem Hintergrund hat sich die Einschätzung gegenüber dem Vorjahr verbessert. (Seite 6)
  • Gerry Weber Gruppe – Der Modeanbieter lässt die Insolvenz hinter sich: Der Modehersteller und Einzelhändler Gerry Weber kann mit neuer Kraft ins Jahr 2020 starten. Wie das Unternehmen aus Halle in Westfalen Anfang des Jahres mitteilte, hat das Amtsgericht Bielefeld zum 31. Dezember 2019 das Insolvenzverfahren der Gerry Weber International AG (GWI) in Eigenverwaltung aufgehoben. Der Insolvenzantrag war am 25. Januar 2019 gestellt und das Verfahren am 1. April des Vorjahres eröffnet worden. (Seite 10)
  • Modehandel – Hitzesommer führte bei vielen zum Umdenken: Als bedeutender Mieter für attraktive Einkaufsstraßen und Shopping-Center kommt dem Bekleidungseinzelhandel in der Handelsimmobilie-Szene eine bedeutsame Rolle zu. Vor allem der mittelständische Fachhandel sorgt für Vielfalt. In den Einkaufslagen. Doch die Krise namhafter Modehandelsketten hinterlässt im Vermietungsmarkt schon deutliche Spuren, nachdem die Handelsketten zuvor vielfach zu stark expandierten. Neben der wachsenden Online-Konkurrenz wird die Branche aber auch von hausgemachten Problemen geplagt. Der Branchenverband BTE registrierte zuletzt aber ein Umdenken unter den Einzelhändlern. (Seite 11)
  • Die harten Regeln der Straße – Die richtige Wahl des Standorts will gelernt sein: Die Digitalisierung kommt längst nicht mehr nur dem Online-Handel zugute. Denn auch für stationäre Einzelhändler führt heutzutage kaum noch ein Weg am Internet als zusätzlichem Vertriebskanal vorbei. Solche Multichannel-Ansätze machen sich den Ropo-Effekt – Research online, Purchase offline – zunutze: Erhebungen zufolge geht etwa 45% der Käufe im stationären Geschäft eine Informationssuche in Online-Shops am Bildschirm zu Hause oder unterwegs voraus. (Wotruba, Seite 13)
  • City-Logistik – Intelligente und kostengünstige Lösungen: Auf dem deutschen Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien gelten Logistik- und Industrieimmobilien nach Feststellung des Deutschen Anlage-Immobilien Verbunds (DAVE) endgültig als investmentfähig. Doch das Flächenangebot in den Ballungsräumen bleibt knapp und die Preise sind hoch. Zwar scheint der Boom mit Blick auf Neubau-, Modernisierungs- und Anmietungsprojekte etwas abzuflauen, doch der wachsende Online-Handel beflügelt den Logistikmarkt, erfordert mit der City-Logistik aber ganze neue Standorte und Konzepte für die schnelle Zustellung. (Seite 14)
  • Passantenfrequenzen – „Digitale Daten für den Offline-Handel“. Passantenfrequenzen sind ein entscheidender Indikator für die Attraktivität einer Innenstadt. Doch die Verlässlichkeit herkömmlicher Methoden zur Messung von Frequenzen wird zu Recht immer wieder hinterfragt. Das Kölner Startup „hystreet.com“ setzt seit über einem Jahr ein neues, innovatives und zuverlässiges Messverfahren ein. Denn gezählt wird mit fest installierten Laserscannern – und das rund um die Uhr. Die Daten stellt das Unternehmen auf seiner Plattform www.hystreet.com in Echtzeit und kostenfrei zur Verfügung. (Schröder, Aengenvoort, Seite 16)
  • Verödung vieler Innenstädte – Dringender Appell an Politik und Gesellschaft: In einigen Innenstädten ist die Frequenz spürbar gesunken und der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht von einer zunehmenden Verödung. Diese Entwicklung, die auch mit dem Schrumpfungsprozess im Fachhandel einhergeht, kann der Einzelhandel allein nicht aufhalten. Deshalb fordert der HDE mehr Engagement von Politik und Gesellschaft, sich für die Stadtzentren einzusetzen. (Seite 18)
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