Der Handelsimmobilien Report Nr. 313

30.Januar 2020   

Der Handelsimmobilien Report Nr 313

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat seit ihrem Amtsantritt am 1. November 2019 bereits zwei glanzlose EZB-Ratssitzungen geleitet, ohne dass klar ist, für welche Richtung sie steht. Dass ihr Vorgänger Mario Draghi die Geldpolitik als letzte Amtshandlung noch auf unbestimmte Zeit festgezurrt hatte, ist ungewöhnlich. Denn normalerweise möchte der/die Nachfolger/in die Politik schon im Interesse der eigenen Reputation selbst bestimmen. Das könnte darauf hindeuten, dass Lagarde die aktuelle Richtung gut findet und sie froh ist, dass ihr Vorgänger angesichts der Kritik aus den nordeuropäischen Ländern an der Geldpolitik den Ärger noch auf sich genommen hat. (Seite 1)
  • Lozuka Connec – Lokale Marktplätze profitieren von der Regionalität: Deutschlands Innenstädte stehen vor großen Herausforderungen. Das gilt vor allem für die Mittel- und Kleinstädte, in denen die Digitalisierung, aber auch die Probleme im inhabergeführten Facheinzelhandel inzwischen deutliche Spuren in Form von Leerstand hinterlassen. In Siegen bietet der lokale Online-Marktplatz den regionalen Einzelhändlern seit Herbst 2016 deshalb Zugang zum Online-Handel. (Seite 2)
  • Vermietungsmarkt – Hat 2019 die Trendwende im Markt gebracht? Das Vermietungsgeschäft im Handelsimmobilienmarkt ist seit Jahren schwieriger geworden. Nachdem die Zahl der Mietvertragsabschlüsse zwischen 2010 und 2014 – angetrieben von der Expansion vieler Modeanbieter – deutlich zulegte, ist der Abwärtstrend seit 2015 unübersehbar. Viele Bekleidungshändler setzen mehr auf Konsolidierung und den Aufbau einer Online-Strategie, Elektrofachhändler verkleinern bedingt durch ihren wachsenden Online-Vertrieb die Verkaufsflächen. Inzwischen scheinen sich die Rahmenbedingungen aber wieder zu ändern. (Seite 6)
  • Factory Outlet Center im Vergleich – FOC lukrativer als Läden und Online-Shops: Für das Gros der europäischen Markenhersteller aus dem Mode-Segment ist Deutschland mit Abstand der gefragteste Zielmarkt, wenn es um die Eröffnung neuer Stores in einem Designer oder Factory Outlet Center geht. Gegenüber 2018 ist das Interesse, in den nächsten drei Jahren hierzulande einen Outlet Store zu eröffnen, sogar nochmals leicht auf 59,1% der Befragten gestiegen. Erst mit deutlichem Abstand folgen Frankreich und die Niederlande, die für jeweils 27,3% der Befragten als begehrte Expansionsziele gleichauf liegen. (Seite 10)
  • Union Investment – Dominante Shopping-Destinationen im Blick: Union Investment hat die günstigen Rahmenbedingungen auf den europäischen Immobilienmärkten genutzt und 2019 insgesamt 28 Objekte im Volumen von 2,8 Mrd. Euro erworben, nach 2,3 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Des Weiteren hat das Unternehmen 19 Objekte im Wert von über 830 Mio. Euro verkauft. Die Fondsperformance der Offenen Immobilien-Publikumsfonds für Privatkunden und institutionelle Anleger lag nach Unternehmensangaben Ende 2019 zwischen 1,7 und 3,2%. (Seite 14)
  • Logistik-Seismograph – Lebhaftes Geschäft bei Neubau und Vermietung: In punkto Neubautätigkeit erreichte der deutsche Markt für Logistikimmobilien 2018 mit einem Volumen von über 5 Mio. qm neuer Fläche seinen vorläufigen Höhepunkt. Mit einem starken vierten Quartal konnte der Markt 2019 zwar noch Boden gut machen, doch blieb der Wert mit 4,2 Mio. qm am Ende unter dem Vorjahresniveau. Dass Logistikflächen aber sehr gefragt sind, zeigt der Blick auf den Vermietungsmarkt 2019, der mit dem bisher zweitbesten Ergebnis abschloss, nicht zuletzt, weil er auch vom eCommerce und der Automotive-Branche getrieben wird. (Seite 15)
  • Nachhaltige Handelsimmobilien: Holzbauweise spart Zeit und Geld: Beim Bau von Handelsimmobilien gibt es heute zahlreiche Vorgaben zu berücksichtigen. Diese werden beispielsweise durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) vergeben. Der Jahres-Primärenergiebedarf zum Heizen, Wassererwärmen, Kühlen und ggf. auch Beleuchten darf einen Höchstwert nicht überschreiten und die Gebäudehülle muss sehr gut wärmegedämmt sein. (Gonschorowski, Seite 16)
  • Investmentmarkt Logistik – Renditekompression ist deutlich spürbar: Die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterließ im vergangenen Jahr auch auf dem Markt für Logistikimmobilien deutliche Spuren. Mit 7,5 Mrd. Euro (BNP Paribas Real Estate) überschritt das Transaktionsvolumen zum dritten Mal in Folge die 7 Mrd. Euro-Marke und lag um 4,5% über dem Vorjahreswert. Die breite Beliebtheit bei Investoren zeigte aber auch Wirkung bei den Spitzenrenditen. Für 2020 erwarten die Experten kein Abflachen der Nachfrage, allerdings steht der hohen Nachfrage ein immer knapperes Angebot gegenüber. (Seite 18)
  • Ausbildung – Zahl der Kaufleute für eCommerce steigt: Das Interesse am neuen Ausbildungsberuf Kaufleute im eCommerce steigt weiter. So wurden für das Ausbildungsjahr 2019/2020 knapp 1 600 neue Verträge abgeschlossen. (Seite 20)
  • Investitionsklima – Gros der Investoren erwartet lebhaftes Geschäft: Nach einen Rekordwert von etwa 73 Mrd. Euro beispielsweise auf dem deutschen Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien erwartet das Gros (77%) der 150 von Union Investment befragten institutionellen Immobilien-Investoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, dass das Transaktionsvolumen in Europa in diesem Jahr mindestens das Niveau des Vorjahres erreichen wird. Dafür schafft nicht zuletzt die Geldpolitik der EZB gute Rahmenbedingungen. Gut ein Viertel (26%) kann sich sogar vorstellen, dass das Vorjahresniveau übertroffen wird. (Seite 21)
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