Der Handelsimmobilien Report Nr. 316

16.März 2020   

Der Handelsimmobilien Report Nr 316

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: Ende 2017 wurde viel über den „schwarzen Schwan“ diskutiert, also das unerwartete Ereignis, das den Immobilienboom abrupt beenden könnte. Damals ging die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Zinspolitik den Weg der Normalisierung und peilte mittelfristig eine Zielmarke von etwa 3,0% an. Die Erwartung, dass sich auch der Euro-Raum dem Trend bei den Zinsen nicht entziehen könnte, schien realistisch. Das hätte den Aufwärtstrend im Immobilienmarkt zweifellos abgebremst und einen Prozess der Normalisierung eingeleitet. Wir wissen drei Jahre später, dass es so nicht gekommen ist. Mit dem Coronavirus, das sich immer weiter ausbreitet, gibt es nun aber einen unübersehbaren „schwarzen Schwan“, der die Weltwirtschaft zweifellos beeinträchtigen wird. (Seite 1)
  • Regionale Online-Marktplätze – Auch die „digitale Aufenthaltsqualität“ zählt: Der Aufbau von regionalen Online-Marktplätzen ist heute insbesondere für den örtlichen Facheinzelhandel unabdingbar, um auch im Internet gesehen zu werden und das eigene Potenzial auszuschöpfen. Ein solches Projekt muss aber an die Besonderheiten der Stadt und der Region angepasst werden, um die Händler vom Nutzen zu überzeugen, wie beispielsweise bei Lozuka Siegen. (Seite 2)
  • Immobilienkonjunktur – Mischnutzung bietet im Handel noch Potenzial: Noch Mitte Februar, etwa drei Wochen vor dem geplanten Start der Immobilienmesse Mipim in Cannes, konstatierte der Leiter der Deutsche-Hypo-Geschäftsstelle Hamburg, Thomas Hansen, mit Blick auf den jüngsten Immobilienkonjunktur-Index Reecox, dass es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass sich der Markt dreht. „Vielmehr ist weiterhin Euphorie zu verspüren, wobei die Marktteilnehmer den Exit durchaus immer im Blick behalten, um Gewinne zeitnah zu realisieren. Denn niemand kann sagen, wie der Markt in zwei oder drei Jahren aussieht. Nur eine Woche später war Aschermittwoch. (Seite 6)
  • Vermietermarkt Europa – B-Lagen haben es auch in Metropolen schwer: „Paris und London sind die unangefochtenen Hochburgen des Einzelhandels in Europa“, konstatiert der Immobiliendienstleister JLL. Mit Spitzenmieten von 1 958 Euro je qm und Monat steht Paris auf Platz eins, vor der Metropole an der Themse mit 1 584 Euro auf Platz zwei. Schwergewichte mit solchen Spitzenpreisen gibt es in Deutschland nicht. Die hiesigen Top 7 Städte sind dagegen breiter gestreut und finden sich im Europa-Ranking auf den Plätzen vier mit München bis 17 mit Köln. Dieser Unterschied hat seinen Grund. (Seite 9)
  • Sierra Prime – Shopping-Center für die Alterssicherung: Seit Jahren sind der portugiesische Shopping-Center-Spezialist Sonae Sierra und der größte Rentenversicherer der Niederlange, APG, im Rahmen einer 50:50-Partnerschaft im Sierra Fund verbunden. Nun haben beide Partner im Namen ihrer Pensionskassenkunden beschlossen, mit „Sierra Prime“ ein neues langfristiges Joint Venture zu gründen, das sich auf sechs iberische Handelsimmobilien konzentriert. Zudem sind die Allianz Real Estate und die finnische Rentenversicherungsgesellschaft Elo als Partner an Bord. (Seite 12)
  • Akquisitionen – Redevco übernimmt das „Dieterich Karree“: Der führende private Immobilien-Investment-Manager in Europa, Redevco, hat von der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort im Rahmen einer Off-Market-Transaktion für gut 100 Mio. Euro das Mischobjekt „Dieterich Karree“ erworben. Die etablierte Immobilie aus dem Jahr 1978 bietet neben der 11 430 qm großen Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss auch 280 Wohnungen in prominenter Lage. (Seite 14)
  • Management von Mischobjekten – Händler akzeptieren keine höheren Nebenkosten: Noch vor wenigen Jahren machten Investoren einen großen Bogen um Immobilien mit unterschiedlichen Nutzungen. Denn die Anforderungen der Mieter aus verschiedenen Asset-Klassen unterscheiden sich ganz erheblich. Besonders stark sind die Abweichungen bei Einzelhandelsnutzungen, was erklärt, warum diese Asset Klasse in erster Linie von Spezialisten betrieben wurde und wird. Denn die Immobilien und ihre Qualität sowie das Management sind für den Einzelhändler wichtiger Bestandteil des Geschäftserfolgs. (Seite 15)
  • Einzelhandelsumsatz – Größe entscheidet nicht allein über den Erfolg: Über das immer noch beachtliche Wachstum im Online-Handel wird viel berichtet. Aber auch der stationäre Einzelhandel wächst weiter, zwar mit geringeren Raten, doch von einer deutlich größeren Basis aus. Gemäß ihrer jüngsten Studie „Einzelhandelsumsatz 2020“ erwarten die Forscher von GfK 2020 einen Umsatzanstieg von 1,3% auf 428,6 Mrd. Euro – 5,5 Mrd. Euro mehr als 2019. Interessant ist, wie sich der Umsatz deutschlandweit verteilt. (Seite 17)
  • Mode- und Textileinzelhandel – Leichtes Umsatzplus im Facheinzelhandel: Der Umsatz im Einzelhandel mit Bekleidung sowie Haus- und Heimtextilien ist 2019 leicht um 1% auf 66 Mrd. Euro gestiegen, berichtet der Bundesverband des Textileinzelhandels auf Grundlage erster Hochrechnungen. Dabei entwickelten sich die verschiedenen Vertriebsformen recht unterschiedlich. Deutlich zulegen konnte der Versand- und Online-Handel mit einem Plus von 5%. (Seite 19)
  • SCP Retail Investments – Eine neue Geschäftsführung für Real: Der neue Eigentümer des SB-Warenhaus-Betreibers Real, die SCP Retail Investments mit Sitz in Luxemburg, hat für die Umsetzung ihres Mitte Februar verkündeten Konzepts ein neues Managementteam verpflichtet. Nach Abschluss der Transaktion, der im Sommer erwartet wird, soll die Geschäftsführung unter dem neuen CEO Bojan Luncer die Führung des Unternehmens übernehmen. Michael Dorn und Oliver Mans werden das Führungsteam komplettieren. (Seite 20)
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