Der Handelsimmobilien Report Nr. 319

27.April 2020   

Der Handelsimmobilien Report Nr 319

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: Mit ihrer Entscheidung, Nonfood-Händlern mit bis zu 800 qm sowie Buchhändlern, Fahrradhändlern und Autohäusern aller Größen die Ladenöffnung – je nach Bundesland – seit dieser Woche wieder zu erlauben, haben Bundesregierung und Länderregierungen einen ersten kleinen Schritt zur Normalität gemacht. Mehr aber auch nicht. Vor allem die Beschränkung auf Geschäfte mit bis zu 800 qm Verkaufsfläche, die nach Festlegung des deutschen Planungsrechts den kleinflächigen Einzelhandel definiert, greift mit Blick auf die Erfordernisse des stationären Handels und der deutschen Innenstädte(!) viel zu kurz. (Seite 1)
  • Investmentmarkt – Start erfolgreich – Ausgang noch ungewissg: Nachdem der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi im vergangenen Herbst das Abflachen der Immobilienkonjunktur durch die Entscheidung, das Anleihekaufprogramm erneut aufzunehmen, beendet hatte, erweist sich die weltweite Coronavirus-Pandemie mit einem Shutdown auch in Deutschland als drastisches Gegenprogramm. Das Ende des ersten Quartals 2020 und der Beginn des zweiten Quartals fallen genau auf die Schnittstelle zwischen einem langen Immobilienboom und der Ungewissheit, wie sich der wirtschaftliche Stillstand auf den Investmentmarkt für Retail Assets auswirken wird. Eine Ausnahme bildet das Nahversorgungssegment. (Seite 2)
  • Corona-Exit-Strategie – Der erste Schritt geht noch nicht weit genug: Die Entscheidung der Bundes- und Länderregierungen, neben den Anbietern von Gütern des täglichen Bedarfs auch Teilen des Nonfood-Handels die Öffnung zu erlauben, sofern ihre Verkaufsfläche nicht größer als 800 qm ist, stößt im Handel und bei den Vermietern nicht auf Zustimmung. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht darin eine Diskriminierung der Großen und befürchtet Wettbewerbsverzerrungen sowie Rechtsunsicherheit, wie Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagt. (Seite 6)
  • Handel in der Corona-Krise – Ein Viertel des Umsatzes wird im Frühjahr erzielt: Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, greift der Staat stark in die Lebensbereiche der Bürger ein – insbesondere dort, wo viele zusammenkommen, wie im Einzelhandel, der für viele auch als sozialer Treffpunkt gilt. Wie die Konsumenten damit umgehen, wie sich ihr Kaufverhalten verändert und welche Gefahren sie für den vom Shutdown betroffenen Nonfood-Handel sehen, hat das IfH Köln in seinem mehrteiligen „Corona Consumer Check“ untersucht. (Seite 8)
  • Shopping-Center in der Corona-Krise – Die Herausforderungen des Shutdowns: Wie der gesamte Einzelhandel und große Teile der Wirtschaft sind auch Shopping-Center von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Bis einschließlich 18. April blieb die große Mehrzahl der Geschäfte außer den „systemrelevanten“ Nahversorgern geschlossen. Und seit der Mitte April beschlossenen Lockerung dürfen nur Geschäft bis 800 qm öffnen. Der Betrieb der Shopping-Center und damit auch die von den Mietpartnern zu tragenden Nebenkosten laufen indes weiter. (Lambertz, Sieweke, Seite 10)
  • Logistikimmobilien – Markt setzt sich von anderen Asset Klassen ab: Die Botschaft des Immobilienklimas Anfang April war eindeutig. Während die Werte bei allen Anlageklasse schlagartig auf Talfahrt gingen, zeigte allein der Index des Logistikklimas mit einem Rückgang von nur 8,2% auf 120,5 Zähler einen relativ moderaten Verlauf und blieb als einziger über der 100-Punkte-Marke. Für die Branche werden durch die Corona-Krise offenbar die geringsten Verwerfungen erwartet. (Seite 14)
  • Standort Monitor – Der Kunde will sich beim Einkaufen wohl fühlen: Schon vor dem Shutdown, der aus Deutschlands Cities vorübergehend Geisterstädte machte, hat das Thema sinkende Frequenz den innerstädtischen Einzelhandel umgetrieben. Die Entwicklung in den vergangenen drei Jahren zeigt laut „HDE Standort Monitor“, dass die Frequenz kontinuierlich abnimmt. In dieser Situation ist es wichtig, dass es dem stationären Einzelhandel mit der richtigen Strategie gelingt, den Kunden einen Anreiz zu bieten, ins Geschäft zu kommen und mehr zu kaufen. Denn der Druck durch die Digitalisierung lässt nicht nach. (Seite 16)
  • Ceconomy AG – Shutdown kostet Umsatz – Mehr Online-Verkauf: Der Shutdown im März wegen der Covid-19-Pandemie hat auch bei der Ceconomy AG Spuren in den Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 (30.9) hinterlassen. So ging der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um -3,1% zurück. Bis Ende Februar hatte das Plus noch bei 0,9% gelegen. Allein im zweiten Quartal sanken die Erlöse durch die Filialschließungen um -6,6% auf 4,631 Mrd. Euro. Das bereinigte Ebit ging im ersten Halbjahr um –137 Mio. Euro auf 159 Mio. Euro zurück. Dagegen legte der Online-Umsatz deutlich zu. (Seite 18)
  • Lockerung des Shutdowns – ZIA: Handelsimmobilienexperten einbeziehen: Die Lockerung des Shutdowns im Einzelhandel führt zu sehr unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern und nicht jede ist nachvollziehbar. Deshalb möchte die Handelsimmobilienwirtschaft bei Entscheidungen künftig mit am Tisch sitzen und ihre Expertise einbringen. (Seite 19)
  • Das Interview – „An zukunftsfähigen Lösungen müssen alle Beteiligten gemeinsam arbeiten“: Gespräch mit Johann Delling, Ratisbona Handelsimmobilien Gruppe, über die Herausforderungen in Zeiten der Corona-Pandemie.  (Seite 20)
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