Der Handelsimmobilien Report Nr. 468

Der Handelsimmobilien Report Nr 468

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die Umfragewerte von Bundeskanzler Friedrich Merz und seiner schwarz-roten Bundesregierung sind ein Jahr nach ihrem Amtsantritt alles andere als gut. Abzulesen ist das auch daran, dass die AfD beim jüngsten ARD Deutschland-Trend mit 27% stärkste Partei vor der CDU mit 24% war. Die SPD folgt mit 12% erst auf Platz vier. Diese Abkehr so vieler Wahlberechtigter von den etablierten Regierungsparteien – nicht wenige dürften dem Protest-Lager angehören – sagt genauso viel aus, wie die schlechten Zustimmungswerte zu Bundeskanzler und Bundesregierung selbst. Der Blick zurück auf die schlechten Werte der Vorgängerregierung – die zuletzt vielgeschmähte Ampel-Koalition – zeigt, dass die CDU/CSU/SPD-Regierung nicht allein dasteht – auch wenn man der Ampel durchaus konzedieren konnte, dass sie das eine oder das andere richtig gemacht hat, was durchaus auch für die aktuelle Regierung gilt. (Seite 1)

    • Temu und Shein überfluten den deutschen Markt – Der Handel leidet unter den ungleichen Wettbewerbsbedingungen: Der Online-Handel treibt den Strukturwandel im Handel schon lange voran. Nun kommen mit den asiatischen Billigplattformen Temu und Shein zwei Wettbewerber hinzu, die von der schwachen Konjunktur hierzulande profitieren dürften – aber offenbar auch davon, dass kaum kontrolliert wird, ob sie sich an EU-Regeln und Sicherheitsanforderungen halten. Das kostet die heimische Wirtschaft viel Geld. (Seite 2)
    • Ifo-Konjunkturumfrage – Verbraucherpreise dürften weiter steigen: Mehr Unternehmen in Deutschland planen, ihre Preise deutlich anzuheben. Der vom Ifo Institut ermittelte Indikator für Preiserwartungen stieg von 25,5 im März auf 31,6 Punkte im April. Das ist der höchste Wert seit Januar 2023. (Seite 6)
    • vdp-Immobilienneugeschäft – Impulse vom Immobilienmarkt: Im dritten Jahr nach der abrupten Zinswende 2022 hat sich das Geschäft der Pfandbriefbanken gut entwickelt. Wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken bei seiner Jahrespressekonferenz mitteilte, reichten seine 52 Mitgliedsbanken 2025 mehr Immobiliendarlehen aus als im Jahr zuvor, sodass sich das Finanzierungsvolumen gegenüber 2024 um 15,7% auf 148,6 Mrd. Euro erhöhte. Treiber waren zum einen, dass sich die Erholungsphase an den Immobilienmärkten fortsetzte und zum andern das große Interesse der Investoren an Pfandbriefen. (Seite 7)
    • HDE/Deutscher Städtetag – Fünf Maßnahmen zur Stärkung der Cities: Der Strukturwandel im stationären Einzelhandel und damit in den Stadtzentren ist vielerorts deutlich zu sehen. Um Abhilfe zu schaffen und wichtige neue Impulse zu setzen, präsentieren der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Deutsche Städtetag einen Katalog aus fünf Maßnahmen und fordern eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen. (Seite 8)
    • Thalia eröffnet Flagship Store am Tauentzien – Der stationäre Buchhandel lebt: Mit ihrem neuen Flagship-Store in der Tauentzienstraße 13 in Berlin will die Buchhandels-Kette Thalia – nach ihrer modernisierten Filiale in Köln – erneut wichtige Akzente im Buchhandel setzen. Die Filiale ist ein weiteres Beispiel, wie eine Branche den schwierigen Strukturwandel im Handel meistern kann. (Seite 10)
    • Rewe Group – Hohe Investitionen in die Zukunft: Das Jahr 2025 war für die Kölner Rewe Group ein denkwürdiges Jahr. Zwei Jahre vor dem 100. Geburtstag hat Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler beim Gesamtaußenumsatz, der auch die Erlöse der selbstständigen Rewe-Kaufleute umfasst, die 100 Mrd.-Euro-Marke erreicht. Dass der Ertrag dennoch spürbar unter dem Wert des Jahres 2024 lag, begründet die genossenschaftliche Rewe Group mit beachtlichen Investitionen in die Zukunft des Unternehmens. (Seite 11)
    • Edeka-Verbund – Lebensmittelhändler setzt auf die Stärke seiner selbstständigen Kaufleute: Der mittelständisch und genossenschaftlich geprägte Edeka-Verbund hat 2025 ein Umsatzwachstum von 2,7% auf 77,3 Mrd. Euro erzielt. Auf den Lebensmitteleinzelhandel entfiel ein Plus von 2,4% auf 68,8 Mrd. Euro. Der Differenzbetrag entfiel auf den C+C Edeka Foodservice, auf internationale Verrechnungsumsätze, Drittumsätze und in geringem Maße auf Online-Umsätze. (Seite 13)
    • BCSD – Die Transformation der Innenstädte ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Lebendige Innenstädte funktionieren als Zusammenspiel vieler Marktakteure wie dem Einzelhandel, den Immobilieneigentümern, den Kommunen, Dienstleistern, Gastronomen und den Veranstaltern von Stadtfesten. In diesem Zusammenspiel fungiert die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (BCSD) als zentrale Akteurin bei der kooperativen Stadtentwicklung, indem sie Netzwerke schafft, Weiterbildung bietet, Plattformen wie „Stadtimpulse“ einrichtet und eine bundesweit zugängliche Projektdatenbank für erfolgreiche Ansätze aufbaut. Nun feiert sie ihr 30. Jubiläum. (Seite 15)