Der Handelsimmobilien Report Nr 473
- Editorial von Ruth Vierbuchen: Der Volksentscheid der Berliner zugunsten einer Vergesellschaftung von großen Wohnungsunternehmen hat mit dem Gegenplan der Bundesregierung, mittels Bundesgesetz die Vergesellschaftung von Mietwohnungen auf Landesebene zu verbieten, eine maximale Eskalationsstufe erreicht. Das Kernargument von CDU-Kanzler Friedrich Merz: Das würde das internationale Kapital abschrecken – sprich: eine Verstaatlichung von Privateigentum wäre schädlich für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Jenseits dieser Diskussion, ob eine Vergesellschaftung sinnvoll wäre und ob eine Vergesellschaftung auf Landesebene durch Bundesgesetz ausgehebelt werden kann, ist es notwendig, einmal durch das Problem hindurchzuschauen. (Seite 1)
- Einzelhandelskonjunktur – Nur ein Ende der Krisen könnte die Stimmung nachhaltig aufhellen: Die Verbraucherstimmung der Deutschen hat sich im Monat Juli zwar leicht verbessert, bleibt aber unter dem Niveau des schwachen Vorjahres. Genauso wie die Erholung des Ifo-Geschäftsklimas im Einzelhandel deutlich unter dem Niveau von 2025 zurückblieb. In dieser Gemengelage hält der Handelsverband Deutschland (HDE) an seiner Prognose für 2026 fest und erwartet ein Umsatzwachstum von nominal 2% und real 0,5%. Die größten Sorgen bereitet der Branche die Kaufzurückhaltung der Bundesbürger. (Seite 2)
- Immobilienfinanzierung – Quartalsbarometer beschreibt im zweiten Quartal eine klare Ernüchterung: In der deutschen Immobilienwirtschaft markierte das dritte Quartal 2022 – kurz nach der Zinswende durch die Europäische Zentralbank (EZB) – den Tiefpunkt bei der Stimmung unter den gewerblichen Immobilienfinanzierern – abzulesen am Indexwert des BF. Quartalsbarometers von -20,22 Punkten. Die Verfestigung des Iran-Konflikts zur Dauerkrise ohne kurzfristige Aussicht auf ein Ende, hat den Index im zweiten Quartal 2026 zum Absturz auf -25,97 Punkte gebracht. (Seite 6)
- Gewerbe Barometer: innerstädtischer Einzelhandel – Erholung nur auf den besten Metern: Neben dem Strukturwandel durch die Digitalisierung sind die Zwangsmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie nicht spurlos am innerstädtischen Einzelhandel und den Stadtzentren vorübergegangen. Besonders ins Auge springt nach den Ergebnissen des ersten „Gewerbe Barometers“ von Bulwiengesa und Immo Scout24 für den Zeitraum zwischen den Jahren 2020 und 2025 die wachsende Divergenz zwischen den klassischen 1A-Lagen und dem Rest der deutschen Einkaufsstraßen. (Seite 8)
- Investmentmarkt Logistik – Mehr Schwung im zweiten Quartal: Nach einem verhaltenen Start zu Jahresbeginn hat sich der deutsche Investmentmarkt für Industrie- und Logistikimmobilien im zweiten Quartal 2026 – angetrieben von großvolumigen Transaktionen – spürbar belebt und damit seine Robustheit und wachsende Dynamik unter Beweis gestellt. Ein Problem ist seit Jahresbeginn aber die Verschärfung der Finanzierungskonditionen als Folge der geopolitischen Spannungen. Das könnte im Jahresverlauf grundlegende Neubewertungen nach sich ziehen. (Seite 10)
- Klimagerechte Innenstädte – Mehr Grün gegen Besucherschwund: Die Wetterbedingungen spielen bei der Umsatzentwicklung insbesondere im Modehandel eine entscheiden Rolle. Zu viel Regen im Hochsommer belastet den Verkauf von Sommerware. Zu viel Sonne und Wärme – sprich: zu viel Hochsommer – ist auch wieder nicht gut fürs Sommergeschäft. Überhaupt zieht es an heißen und schwülen Tagen kaum jemanden in die Innenstädte. (Seite 12)
- Smarte Parkplatzkonzepte in der Stadt – Der Zugang mit dem Pkw ist das Ziel: Deutschlands Innenstädte stecken in einem Zielkonflikt. Einerseits streben sie nach verkehrsberuhigten Zonen und weniger Autoverkehr in den Stadtzentren. Andererseits sind Besucher aus dem weiteren Umland – außerhalb des ÖPNV-Netzes – auf die Anreise mit dem Pkw angewiesen. Nach einer bundesweit repräsentativen Studie des IFH Köln und des Spezialisten für Parklösungen, Lödige Industries, ist eine gute Erreichbarkeit die Voraussetzung für den Besuch einer Innenstadt – und damit auch für den Erfolg der City. (Seite 13)
- Stadtquartiere – Antwort auf die klimaresiliente Stadt: Die strikte Trennung von Wohnquartieren, Gewerbegebieten und innerstädtischen Einkaufslagen war gestern. Denn die Lebenszeit in kilometerlangen Staus mindern die Lebensqualität und die Abgase belasten die Umwelt. Die Antwort auf diese alte Stadtplanung ist die 15-Minuten-Stadt in der alle Lebensbereiche in einem Mischquartier zusammengefügt sind, sodass Menschen mehr zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren und das Auto stehen lassen können. (Seite 15)
- Globus Gruppe St. Wendel – Automatisierter Store im Praxistest: Seit Jahren stellt der Online-Handel die stationären Wettbewerber vor das Problem, dass die Menschen in den Online-Shops rund um die Uhr und auch sonntags einkaufen können, während sie selbst an die Ladenöffnungszeiten gebunden sind. Dass der stationäre Handel diese Vorteile der Online-Konkurrenz aber noch toppen kann, zeigt die Globus Markthalle Eschborn mit ihrem Pilotprojekt „Automatenshop“. (Seite 16)