Der Handelsimmobilien Report Nr. 475

Der Handelsimmobilien Report Nr 475

Editorial von Ruth Vierbuchen: Gebannt blicken die Verbände der Wohnungswirtschaft regelmäßig auf die Entwicklung der Baugenehmigungen, um abzulesen, wie schnell es gelingen könnte, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland zu beseitigen. Mit der Ankündigung, jährlich 400 000 Wohnungen bauen zu wollen, versuchte Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz das Mantra der Wohnungswirtschaft, nur durch den schnellen Neubau von bezahlbaren Wohnungen sei das Problem zu lösen, in politisches Handeln umzuwandeln. Zweifel an der Richtigkeit dieser These kommen aber auf, wenn man die Zahlen in den Städten genauer analysiert. (Seite 1)

  • Investmentmarkt Europa – Attraktive Spitzenrenditen stützen die Erholung am Shopping-Center-Markt: Bereits 2025 war das Vertrauen der Investoren in europäische Einzelhandelsimmobilien – also auch in Shopping-Center – wieder spürbar gewachsen. In einem europäischen Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien, der im ersten Quartal 2026 beim Transaktionsvolumen ein Minus von 7% hinnehmen musste, erwiesen sich Retail Assets nach Feststellung des Immobilienberaters BNP Paribas Real Estate als stabile Anlageklasse, die das Vorjahresniveau halten konnte. (Seite 2)
  • Immobilienkreditvergabe – Neugeschäft gestiegen – Abschwächung im Jahresverlauf erwartet: Die im Verband der Pfandbriefbanken (VdP) zusammengeschlossenen Institute haben im ersten Halbjahr 2026 Immobiliendarlehen in Höhe von 80,4 Mrd. Euro ausgereicht. Damit ist das Neugeschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,5% gestiegen. Die Gewerbeimmobilienfinanzierung wurde vor allem von Handelsimmobilien angetrieben. Im zweiten Halbjahr wird aber nur noch ein leichter Anstieg beim Neugeschäft erwartet. (Seite 6)
  • RICS Global Commercial Property Monitor – Die Kreditbedingungen haben sich in Deutschland weiter verschlechtert: Während sich der Global Commercial Property Sentiment Index (CPSI), der die Stimmung in der globalen Immobilienwirtschaft misst, im zweiten Quartal leicht von -2 auf -1 verbesserte, blieb der Index in Europa mit -6 noch tiefer im negativen Bereich – auch wenn sich der Wert von -8 im ersten Quartal verbessert hat. Doch Länder wie Deutschland, das einen weiteren Rückgang des CPSI von -20 auf -23 hinnehmen musste, drücken den europäischen Durchschnitt. (Seite 8)
  • GPEP GmbH – Umfassende Energieausschreibung zur Senkung der Nebenkosten: Die heißen und trockenen Sommermonate haben den richtigen Rahmen gesetzt für die breit angelegte Nachhaltigkeits – respektive ESG-Strategie – die der Asset- und Investment-Manager für Lebensmittelmärkte und lebensmittelgeankerte Fachmarktzentren, GPEP GmbH, nun fortschreibt. Zum einen gehört dazu eine Energieausschreibung für das gesamte Portfolio zusammen mit Westbridge Advisory. Zum andern wurde mit der Stark Energy GmbH eine Rahmenvereinbarung über den Ausbau von Schnell-Ladeinfrastrukturen getroffen. (Seite 12)
  • MLP Group – Deutliches Wachstum im ersten Halbjahr: Die Pipeline des auf Brachflächen spezialisierten Entwicklers, Eigentümers und Managers von Gewerbe-, Industrie- und Logistik-Parks, der MLP Group, ist gut gefüllt. Dabei will das Unternehmen seine Präsenz – neben seinem Kernmarkt Polen – in Westeuopa weiter ausbauen. (Seite 14)
  • Deutsche Euro Shop SE – Vorstand bestätigt Prognose für 2026: Das Geschäft des börsennotierten Shopping-Center Investors Deutsche Euro Shop SE hat sich im ersten Halbjahr – ungeachtet der eher schwachen Verbraucherstimmung und der geopolitischen Unsicherheiten – weiter stabilisiert. Die Immobilienwerte, die seit 2025 wieder leicht ins Positive gedreht sind, setzten diesen Trend auch im laufenden Jahr fort. An seiner Prognose für 2026 hält der Vorstand vor diesem Hintergrund fest. (Seite 15)
  • Marktausblick Logistikimmobilienmarkt – Anzeichen für weitere Markterholung: Der deutsche Logistikimmobilienmarkt geht mit einer soliden Ausgangslage in die zweite Jahreshälfte 2026. Nach einem robusten ersten Halbjahr lagen nach Aussage verschiedener Maklerhäuser die Flächenumsätze mit drei bis knapp vier Millionen Quadratmetern rund 20% über dem Vorjahreszeitraum. Auch der Investmentmarkt belebte sich. Rund 2,9 bis 3,3 Mrd. Euro wurden in Industrie- und Logistikimmobilien investiert. Damit zeichnet sich nach den zurückhaltenden Jahren 2024 und 2025 eine schrittweise Stabilisierung ab. (Münchow, Seite 16)
  • Online-Handel – HDE warnt vor unseriösen China Shops: Im Online-Handel liegen Licht und Schatten eng beieinander. Einerseits sind der Online-Einkauf und die Frei-Haus-Lieferung bequem. Andererseits öffnet die Anonymität des Netzes auch fragwürdigen Praktiken Tür und Tor. Vor China Shops mit deutscher Tarnung warnt nun der Handelsverband Deutschland. (Seite 17)