2014 war stärkstes Tourismus- und Kongressjahr für Berlin: 28,7 Mio. Übernachtungen, über 131 000 Veranstaltungen und Hotelboom

12.März 2015   

Quelle: visitBerlin

Quelle: visitBerlin

Der Tourismus ist zentraler Faktor für die Wirtschaft Berlins, unterstreicht Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin. Die jüngst von der Berlin Tourismus & Kongress GmbH, die unter der Marke visitBerlin agiert, präsentierten neuen Zahlen belegen das glänzend. Mit einer Jahresbilanz von 28,7 Mio. Übernachtungen und 11,9 Mio. Gästen (ein Plus von 6,5 % bzw. 4,8 % im Vergleich zu 2013) ist der Berlin-Tourismus weiter auf Rekordkurs. Im Jahr des 25. Mauerfall-Jubiläums konnte erstmals die 28-Mio.-Marke bei den Übernachtungen überschritten werden.

„2014 war das bisher beste Tourismus- und Kongressjahr für Berlin. Die Hauptstadt zählt zu den am stärksten wachsenden internationalen Metropolen. Berlin hat sich unter den Top drei der Reiseziele Europas fest etabliert. Auch in der Kongressindustrie spielt die Stadt in der Spitzenliga. Für den Wirtschaftsstandort Berlin und die damit verbundenen Arbeitsplätze sind Tourismus und Kongresse von herausragender Bedeutung. visitBerlin und der Senat werden verstärkt daran arbeiten, diese sehr guten Resultate zu verstetigen“, sagt Müller. „Mit 43,6% war der Anteil an internationalen Übernachtungen im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie zuvor“, so Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin. Das Mauerfall-Jubiläum war für Berlin und den Tourismus ein Glücksfall.

Immer mehr ausländische Gäste

In Berlin wurden 12,5 Mio. Übernachtungen aus dem Ausland und damit ein Anstieg um 8,1% gezählt (Deutschland-Tourismus: + 5% internationale Übernachtungen). Die Zahl der internationalen Besucher stieg 2014 um 5,2% auf 4,5 Mio. 71,8% aller ausländischen Übernachtungen gehen auf europäische und 28,2% der Auslandsübernachtungen auf Besucher von Übersee zurück. Bei allen Übernachtungen entfielen 56,4% auf deutsche Besucher.

Hotelboom setzt sich massiv fort

Setzt man die Berlin-Zahlen 2014 (12,5 Mio. Ausländerübernachtungen) ins Verhältnis zum Deutschlandtourismus (75,5 Mio. Ausländerübernachtungen), so entfällt jede sechste Übernachtung von internationalen Besuchern auf ein Berliner Hotelbett.

Deutschlandweit werden laut Berechnungen des Fachportals tophotelprojects.com derzeit 394 neue Hotels mit insgesamt 56.700 Zimmern gebaut – so viel wie noch nie. In der Untersuchung vom letzten Herbst waren noch 309 Projekte gezählt worden. Die meisten Häuser – 29 Projekte mit insgesamt rd. 5.300 Zimmern – entstehen in Berlin, was den ohnehin schon starken Preiskampf noch weiter verstärken dürfte. Wie die anlässlich des Hotel Investment Forum (IHIF) im März 2015 vorgestellte Studie „Room to growth: European cities hotel forecast for 2015 and 2016“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergibt, kamen laut des touristischen Datenanbieters STR Global 2014 in Berlin insgesamt 1700 neue Hotelzimmer auf den Markt, weitere 2800 befinden sich derzeit noch im Bau oder in der Planung. Mitmischen wollen dabei sowohl nationale als auch internationale Hotelmarken.

„Dabei zieht Berlin ein guter Mix aus touristisch und geschäftlich motivierten Reisenden an. Im laufenden Jahr dürften zudem Events wie das Finale der Champions League für gute Hotelkennzahlen sorgen“, sagt Thomas Kieper, PwC-Standortpartner Berlin. Die PwC Hotelstudie prognostiziert ein RevPAR-Wachstum von 2,4% für 2015 und von 2,6% für 2016. Das heißt auch, billig Berlin ändert sich.

Kongressgeschäft: Bisher erfolgreichstes Jahr, Zukunft offen

Auch die Tagungs- und Kongressdestination Berlin blickt 2014 auf das erfolgreichste Jahr überhaupt zurück. Laut aktueller Kongress-Statistik des Berlin Convention Office von visitBerlin kamen im vergangenen Jahr rund 11 Mio. Teilnehmer (+ 3% im Vergleich zum Vorjahr) zu mehr als 131.000 Veranstaltungen (+ 4%) in die deutsche Hauptstadt. Rund ein Viertel aller Hotelübernachtungen geht auf das Kongressgeschäft zurück: Erstmals generierte der Tagungs- und Kongressmarkt 7 Mio. Hotel-Übernachtungen (+ 4,5%). Somit hat sich die Veranstaltungsbranche zu einer zuverlässigen Planungsgröße für die Berliner Hotellerie und Wirtschaft entwickelt. „Im Durchschnitt 30.000 Teilnehmer und 360 Business-Veranstaltungen pro Tag sprechen für sich: Berlin zählt weltweit zu den wichtigsten Tagungs- und Kongress-Standorten“, sagt Kieker.

Doch die „Luxussituation“ im Kongressgeschäft, von der der Regierende so gern spricht, ist in akuter Gefahr. Der internationale Wettbewerb ist hart und Berlin mangelt es spätestens seit der Total-Schließung des ICC im Jahr 2014 an attraktiven Kongressflächen. Bereits im März muss der Christian Görke, Geschäftsführer der Messe Berlin GmbH, dem Wirtschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses dazu Rede und Antwort geben. Noch sind keine der großen Messen und Kongresse „abgewandert“, doch auch Görke muss umdenken, für ihn sind Messen beinahe wichtiger als Kongresse. Doch: Messen bringen die Haupterlöse für das Landesunternehmen, während Kongresse Kaufkraft in Millionenhöhe der Stadt bringen.

 

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