Der Immobilienbrief Nr. 593

Der Immobilienbrief Nr 593

Im Editorial meldet sich Werner Rohmert aus seiner eigenen Parallelwelt. Und da sieht er sich nicht alleine. Wie blind muss man sein, um die Industrieflucht nicht zu sehen. Rohmert bringt die aktuellen Zahlen. Einen großen Schritt Richtung persönlicher Übelkeit ist eine neue EU-Ernährungs-Regelung gegangen. Können Sie sich ein Immobiliental von 27 Jahren für Deutschland vorstellen? Blödsinn? Denkste! Rohmert zeigt es Ihnen. Heute ist Valentinstag. Gestern war München. Wieder ein Afghane, meinte seine Frau. Aber was erwarten wir denn? Ansonsten muss Trump das Editorial von Rohmert von vor 4 Wochen missverstanden haben. (Seite 1)

  • ABSCHMIEREN DER BÜRO-BAUSTARTS – Gegen Büro-Projektentwicklermarkt ist Wohnen geradezu paradiesisch: „Der Immobilienbrief“ fragt sich seit langem, wie Büroprojektentwicklungen, deren Grundstücke oder Sanierungsgebäude zwangsläufig noch am Höhepunkt des Zyklus gekauft worden sind, sich rechnen sollen bzw. wann es zu Fallierungen kommen wird. Das Einzige, was derzeit an Altplanungen bei Büros noch aufgeht, ist die Mietentwicklung für erstklassige Neubauten und Topsanierungen. Die Frage ist, wann Arbitrage zunehmender Leerstände mit sinkenden Mieten schlechterer Qualitäten auch dort ankommt. Die Gesamtgemengelage für Büro-Entwickler ist aber so mies, wie noch nie. (Rohmert, Seite 3)
  • BUWLIENGESA-INDEX ZEIGT GEFAHR VON 20 JAHREN AUFHOLZEIT – Intellektuelles Investment-Ungeschick wird offensichtlich: Nachher weiß man es immer besser. Das gilt natürlich auch für Marktentwicklungen. Zudem muss man die Situation des unter Investmentzwang stehenden, oft jüngeren Investmentmanagements, dass sich, wenn auch manchmal unter Schmerzen, im jeweils aktuellen Markt bewegen muss, von der Vorhersehbarkeit eines zyklischen oder strukturellen Marktwandels unterscheiden. Dennoch macht der brandaktuelle bulwiengesa-Immobilienindex den dramatischen intellektuellen Unterschied zwischen Fehlern der 90er Jahre, die nach wie vor dauernd kolportiert werden, von dem intellektuellen Investment-Ungeschick der Jahre ab zwischen 2017 bis 2021 deutlich. (Rohmert, Seite 5)
  • FRÜHJAHRSGUTACHTEN SIEHT KLIMA DER UNSICHERHEIT – ZIA: „Beim Wohnungsbau braucht es in diesem Frühjahr einen Befreiungsschlag“: ZIA-Präsidentin Iris Schöberl postulierte bei der Übergabe des 400 seitigen Frühjahrsgutachtens an Bundesbauministerin Klara Geywitz die ökonomische Kehrtwende in Deutschland. Mit klugen politischen Weichen könne die Immobilien- und Bauwirtschaft, die zusammen fast 20% des Bruttoinlandsprodukts lieferten, schon 2025 wieder zur Wirtschafts-Lokomotive werden. (Wrede, Seite 11)
  • JLL VICTOR PRIME OFFICE SIEHT WENDEPUNKT – In allen fünf Immobilienhochburgen bleiben die Renditen stabil: Es ist immer wieder überraschend, wie leicht man der Immobilienwirtschaft eine Freude machen kann. Der JLL Victor, der den Return aus synthetischen Immobilien nach dem Motto „immer neu, immer voll vermietet, immer auf höchstem Standard“ ermittelt, sieht eine Stabilisierung der Renditen bzw. der Multiplikatoren nach dem beispiellosen Absturz von 30%. Mit Stabilisierung des Zinsniveaus bzw. der eingeleiteten Senkung wäre jetzt durchaus eine leichte, positive Anpassung zu erwarten. Zumindest ist die glückliche Feststellung der Stabilisierung keine überraschende Raketenwissenschaft. (Rohmert, Seite 16)
  • AUFTRAGSMANGEL IM WOHNUNGSBAU AUF REKORDNIVEAU Die schnelle Abfolge von Corona und die Auswirkungen des Zinsschocks bekommt die Bauwirtschaft so hart wie nie zuvor zu spüren. Laut aktueller ifo-Untersuchung haben noch nie so viele Unter nehmen im Wohnungsbau über fehlende Aufträge geklagt wie aktuell. (Rohmert, Seite 18)
  • US-MIETWOHNUNGSMARKT LÄUFT IN DIE CHANCEN – Interview mit BVT-Gründer Harald von Scharfenberg persönlich geführt von Werner Rohmert. (Seite 19)
  • LEICHTE ERHOLUNG DER GEWERBE-IMMOBILIENPREISE IN 2024- vdp-Index steigt um 1,8% auf Jahressicht: Nach einer rückläufigen Preisentwicklung in 2023 konnten sich Wohn- und Gewerbeimmobilienpreise 2024 wieder etwas erholen. Eine dynamische Aufwärtsbewegung sieht vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt trotz der aktuellen Stabilisierung aber noch nicht. Vor allem am Gewerbeimmobilienmarkt herrsche weiterhin Zurückhaltung. (Wrede, Seite 22)
  • SAVILLS SIEHT DOPPELTE DYSBALANCE AUF GEWERBE-INVESTMENTMARKT – Verkaufsstau bei Büros baut sich auf: Wer einen dynamischen Start in das deutsche Gewerbeimmobilien-Investmentmarktjahr erhoffte, wurde mit einem Transaktionsvolumen von lt. Savills nur 2,1 Mrd. Euro enttäuscht. Es fehlt an Dynamik, eine anhaltende Aufwärtsbewegung einzuleiten. Zudem kommt es zu einem zunehmendem Miss-Match bezüglich Angobt und Nachfrage in einigen Segmenten. (Rohmert/ Wrede, Seite 23)
  • OFFENE IMMOBILIENFONDS VERLOREN 2024 RUND 6 MRD. EURO ANLEGERGELD – 17 Verlustmonate in Folge und Bewertungsdiskussion belasten OIF: Anleger stimmen mit den Füßen ab. 6 Mrd. Euro wanderten laut Barkow Consult letztes Jahr ab. Um über ausreichend Liquidität für die Anteilsrücknahme zu verfügen, dürften sich die Fonds damit in den kommenden Monaten weiter verstärkt von Immobilien trennen (müssen). (Wrede, Seite 25)
  • 73% DER WOHNEIGENTÜMER MÜSSEN MEHR GRUNDSTEUER ZAHLEN – 28% planen Widerspruch gegen den Bescheid: In den meisten Bundesländern wurde in den vergangenen Tagen der Bescheid für die Grundsteuer 2025 versendet, der erstmalig auf der neuen Bewertung der Grundsteuerreform beruht. Eine Umfrage unter 2.001 ImmoScout24 Nutzern mit Wohneigentum ergab, dass 73% der Befragten mehr Grundsteuer zahlen müssen. (Wrede, Seite 25)
  • BAUINDUSTRIE IM DIGITAL- UND ESG-DILEMMA – Bürokratie und Fachkräftemangel als Wachstumsbremsen: Laut einer aktuellen PwC Untersuchung zweifelt die Baubranche selbst an ihren digitalen Fähigkeiten und fühlt sich in einigen Technologiebereichen zunehmend abgehängt. Der Fachkräftemangel und das fehlende digitale Know-how erweisen sich dabei als erhebliche Entwicklungsblockaden. (Wrede, Seite 26)
  • FLÄCHENUMSATZ IN B-BÜROMÄRKTEN RÜCKLÄUFIG – Marktspreizung findet auch in mittelgroßen Märkten statt: Laut Jahresbilanz der DIP – Deutsche Immobilien-Partner, die auch die B-Immobilienmärkte erfasst, ging der Büroflächenumsatz in den neun B-Märkten um 6% ggü. 2023 auf 631.600 qm zurück. (Rohmert, Seite 26)
  • REAL ESTATE TREND REPORT 2025 VON DROOMS: Längere Transaktionszeiten, großes Interesse an internationalen Immobilieninvestments und wachsende Datenmengen – das sind die Kernergebnisse des aktuellen Real Estate Trends Reports von Drooms. (Wrede, Seite 27)
  • GROSSDEALS PUSHTEN EUROPÄISCHE WOHNINVESTMENTS ENDE 2024 – Deutschland Zweitgrößter Markt: Auf niedrigem Niveau stieg das Transaktionsvolumen auf dem europäischen Wohninvestmentmarkt 2024 im Vorjahresvergleich laut JLL um 19% auf rd. 53 Mrd. Euro. (Wrede, Seite 27)
  • ENTKOPPLUNG VON MIET UND KAUFPREISEN DREHT ZURÜCK – In Berlin stiegen die Neuvertragsmieten in 2 Jahren über 22%: Der Markt holt die Blasenpropheten ein. Während sich zinsinduziert bis 2022 die Preisentwicklung von der Mietentwicklung so weit gelöst hatte, dass auch das renommierte Institut empirica eine hohe Blasengefahr konstatierte, schließt sich die Schere jetzt wieder, wie die aktuelle Untersuchung vom IW Köln belegt. (Rohmert, Seite 28)
  • BEWEGUNG AM EUROPÄISCHEN LOGISTIKIMMOBILIEN- INVESTMENTMARKT – Garbe und Oxford Economics prognostizieren Rückgang der Spitzenrenditen: Im aktuellen Spannungsumfeld agieren Investoren im Bereich Logistik weiterhin vorsichtig, aber zunehmend wieder aktiver, wie die aktuelle GARBE PYRAMID-Map-Analyse belegt. Demnach stiegen die Preise erstmals seit Q2 2022 in mehreren Ländern wieder. (Wrede, Seite 29)
  • ZWEIMAL HAMBURGER UND ZWEI BERLINER, BITTE! MIPIM Awards 2025 – die Nominierungen: Unter den 39 Nominierungen für die MIPIM Awards 2025 in zehn Kategorien sind aus Deutschland 4 Projekte: Der Grünbunker und das „Beehive“ in Hamburg und das Tacheles und das Projekt DOXS NKLN in Berlin. (Escher, Seite 29)
  • SERIE: VÖL(C)KER HÖRT DIE SIGNALE: Das Hospitality Sterben geht weiter: Extrem hohe Kosten, überholte Tarifvereinbarungen und ein Verwaltungsaufwand nie dagewesenen Ausmaßes setzen das Gastgewerbe massiv unter Druck. Laut DEHOGA-Umfrage erwartet jedes dritte Unternehmen 2025 Verluste. Besonders die speisengeprägte Gastronomie ist betroffen. (Völcker, Seite 30)

Der Immobilienbrief Köln von Dr. Karina Junghanns

  • DRINGENDER SANIERUNGSBEDARF IM BÜROBESTAND: Ein Großteil der verfügbaren Büroflächen in Köln entspricht nicht mehr der Anforderung, die von den Nutzern an Energieeffizienz, Raumkonzepten, technischer Ausstattung und moderner Arbeitsumgebung gestellt wird. Flächenaufwertungen in guten Lagen versprechen aber Erfolg! (Seite 32)