Anschutz Entertainment Group und Mercedes-Benz planen ein neues Stadtquartier an der East-Side-Galery

26.März 2015   

Kategorie: Der Immobilienbrief

An der East-Side-Galery um die zukünftige Mercedes-Benz-Arena herum entsteht eine neues Stadtquartier, dessen Herzstück der Mercedes Platz sein wird. 200 Mio. Euro investiert die Anschutz Entertainment Group (AEG). Mercedes-Benz wird Namensgeber des Platzes vor der zukünftigen Mercedes-Benz Arena, der ab dem 1. Juli 2015 Mercedes Platz heißen wird.

Auf einer Grundstücksfläche von rund 20.000 qm entstehen bis 2018 vier Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt 60.000 qm (Architekturkonzept: RTKL, London; Ausführung: Aukett+Heese, Berlin). Teil der Planung sind eine Veranstaltungshalle für circa 4.000 Besucher, ein State-of-the-Art-Premierenkino mit 2.500 Plätzen, ein Lifestyle Bowling Konzept mit 28 Bahnen, 10 bis 15 Cafés, Restaurants und Bars sowie zwei Hotels – ein Boutique Hotel mit rund 125 Zimmern und ein Hotel im Select Services Segment mit 254 Zimmern. Zusätzlich werden zwischen 9.000 und 10.000 qm als Bürofläche genutzt. Direkt an der Mühlenstraße ist ein Besucherinformationszentrum vorgesehen. Außerdem wird Mercedes-Benz zwei Flächen mit insgesamt 650 qm im Projekt nutzen, davon eine direkt neben der Arena und eine weitere an der Mühlenstraße.

Der Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland bezog als erster Anker des Stadtquartiers im Sommer 2013 die neue Vertriebszentrale. Seit dem Sommer 2014 hat mit der Zalando GmbH ein weiterer Großnutzer rund 1.400 Arbeitsplätze an den Standort verlagert. Mit dem neuen Holiday Inn eröffnete 2014 das erste Hotel im Stadtquartier. Im Bau befinden sich derzeit die zwei Wohntürme Max und Moritz der Wohnkompanie mit geplanten 450 Wohneinheiten und ein Bürogebäude des Projektentwicklers Strauß & Partner gegenüber der Mercedes-Benz Vertriebszentrale. Darüber hinaus hat der Projektentwickler OVG ein 3.100 qm großes Grundstück erworben und vor Kurzem den dazugehörigen Bauantrag für ein Büro- und Geschäftshaus eingereicht. Östlich der Arena wird durch die FREO Real Estate Operations noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Einkaufszentrums begonnen, welches das Quartier dann an die Warschauer Brücke anbinden wird.

Nach den Vorstellungen von Tom Miserendino, CEO AEG Europe, und Harald Schuff, Vorsitzender der Geschäftsleitung Mercedes-Benz Cars Vertrieb, soll hier ein Viertel entstehen, das zu Berlin und Kreuzberg passt – jung, dynamisch, lebendig, weltoffen. Schon damals, bei der Eröffnung der O2-Arena, wollte der damalige AEG-Deutschlandchef Detlef Kornett „Berlin in ein neues Unterhaltungszeitalter katapultieren“. Das kann nun eine neue Realität erreichen. Michael Hapka, Geschäftsführer AEG Operations GmbH sagt: „Der Mercedes Platz wird eine in Berlin einmalige Destination. Kein anderer Ort wird so viele Facetten des urbanen Zusammenlebens abbilden wie dieser Platz: Dabei trifft Etabliertes auf Neues, Lokales auf internationales Flair und sorgt dafür, dass der Mercedes Platz sich stetig wandelt und somit lebendig ist.“ Schuff kann sich in dem neuen Stadtquartier durchaus auch eine Fashion Week (Mercedes ist Hauptsponsor der Fashion Week jedes Jahr im Januar in Berlin), natürlich einen Auto-Showroom vorstellen à la „Mercedes Me“, ein Bistro-Bar-Lounge-Autohaus-Konzept wie am Ballingdamm in Hamburg, vorstellen.

Das neue Stadtquartier hat mit dem neuen 13 000 qm großen Mercedes Platz durchaus Potenzial, die Einsamkeit vor der heutigen O2-World, die ab 1. Juli 2015 Mercedes-Benz-Arena heißt, nachhaltig zu beheben. Bis zu 30 Platanen die durch die Tiefgarage wachsen, Fontänen auf 100 qm, digital genutzte Medientürme, viele Bänke, begehbare Terrassen vor den Restaurants, Cafés und Bars, Klinker an den Fassaden und Granit auf dem Boden sind nur die äußeren Kennzeichen des Mercedes Platzes.

Und warum Mercedes Platz? Neue Straßen und Plätze sollen in Berlin möglichst nach bedeutsamen Frauen benannt werden. Generell ist die Benennung von Straßen im Paragraf 5 des Berliner Straßengesetzes (BerlStrG) und den dazu erlassenen Ausführungsvorschriften (AV Benennung) geregelt. Danach sind – abgesehen von Bundesstraßen – die Bezirksverwaltungen für die Benennung von Straßen und Plätzen zuständig. In der AV Benennung steht, dass Frauen bei der Verwendung von Personennamen „verstärkt Berücksichtigung finden“ sollen, so geschehen nun in Friedrichshain-Kreuzberg.

Noch in diesem Jahr rechnet die AEG mit der Baugenehmigung, Baubeginn soll Anfang 2016 sein, Fertigstellung 2018. Dann ist die Einöde auf dem ehemaligen Bahn- und Postareal endgültig Geschichte. Michael Kötter, Vice President Real Estate & Development AEG: „Der Mercedes Platz ist durch seine Lage und das Nutzungskonzept das zentrale Projekt des Quartiers, in dem bei Fertigstellung jährlich 20 Millionen Menschen unterwegs sein werden. Die intensive Diskussion der Planung im Baukollegium in den vergangenen Monaten hat dieses Projekt noch einmal positiv beeinflusst.“

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