Berlin hat ein zweites Zoofenster – 25hours ist angekommen im Metropolendschungel

5.März 2014   

Kategorie: Der Immobilienbrief

 

Karin Krentz

Innovativ, individualistisch und mehrfach prämiert – die 25hours Hotel Company steht schon seit ein paar Jahren für äußerst beliebte und niemals langweilige Lifestyle-Konzepte. Nach Standorten in Hamburg, Frankfurt, Wien und Zürich eröffnete die hippe Hotelkette am 31. Januar 2014 endlich auch ein Haus in der deutschen Hauptstadt: das 25hours Hotel Bikini Berlin.

Bereits in den ersten Wochen hat sich das Hotel als ein wahrer Publikums- bzw. Gästemagnet erwiesen – die 149 Zimmer sind alle ausgebucht, das Personal hat alle Hände voll zu tun und muss dringend aufgestockt werden. Ausgestattet mit einem Restaurant mit ostmediterraner Küche (Nemi)und der Monkey Bar samt Terrasse und Kamin hoch über den Dächern von Berlin und speziell der City West vis à vis dem 170 hohen Zoofenster-Tower von Architekt Christoph Mäckler, der das Waldorf Astoria Hotel beherbergt, ist das 25hours bereits ein regelrechter Wallfahrtsort der großstädtischen Dschungelbewohner geworden, und Geschäftsführer Christoph Hoffmann hat gern die Rolle als „Dschungelkönig“ angenommen.

Auf die Frage, warum ausgerechnet am Bahnhof Zoo ein so besonderes Hotel, antwortet Hoffmann nur lakonisch: „Die Frage allein ist schon Teil der Antwort: weil alle da sind! Es gab in den letzten Jahren in Berlin immer wieder andere Quartiere, die cool und hip sind, dem wollten wir uns ein wenig widersetzen, indem wir einen kompromisslos zentralen Standort gewählt haben. Neben der Lage in der Stadt spielt aber auch die Mikrolage als Teil von Bikini Berlin eine Rolle. Die Quartiersentwicklung ist spannend und der Mix aus verschiedenen Nutzern im Ensemble, extrem befruchtend. Wir freuen uns beispielsweise mit dem Zoopalast eines der schönsten Kinos der Stadt als Nachbarn zu haben. Auch unser denkmalgeschütztes Hochhaus ist toll, der Rundumblick über den Tiergarten und die Stadt war schon auf der Baustelle atemberaubend.“ Und das Schöne sei, so Hoffmann, wir sind am richtigen Standort, mit Profil und Charakter, „unser Sahnehäubchen“ ist bezahlbar für jedermann. 75 Prozent betrage bereits der RevPar, so Hoffmann und der Umsatz in der Gastronomie sei außergewöhnlich hoch.

Mit Eigentümer Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG, die einen dreistelligen Millionenbetrag in die grundlegende Revitalisierung des unter Ensembleschutz stehenden Areals Bikini Berlin (Architektur Paul Schwebes und Hans Schoszberger), bestehend aus dem Großen Hochhaus, dem Kino Zoopalast, dem Bikini-Langhaus und dem Kleinen Hochhaus mit insgesamt 54.000 m² Nutzfläche investiert, hat die Hotel Company einen Hybridvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen. Die Investitionssumme für das 25hours Hotel gibt Geschäftsführer Dr. Jürgen Büllesbach mit 90.000 Euro pro Zimmer an (inklusive Baukosten), ca. 19.000 davon seien allein für die Zimmer-Ausstattung bestimmt. Während der sich über mehrere Jahre hinziehenden Sanierung auch des Hochhauses mussten die Experten immer wieder mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten der Baumasse aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts auseinandersetzen wie dem Rippenbeton mit seiner Sprödigkeit oder einem unzulänglichen Tragwerk – da war Baukunst des 21. Jahrhunderts gefragt. Bikini Berlin bietet insgesamt ca. 25.000 m² für Einzelhandel, Gastronomie und Kino und ca. 8000 m² für das Hotel sowie circa 19.000 m² für Büroflächen und 3.000 m² für Lagerflächen.

Dieser Großstadtdschungel-Esprit im Hotel ist Idee des Innendesigner-Studios Owner Studio Aisslinger. Das Team um Werner Aisslinger hat unter dem Arbeitstitel Urban Jungle äußerst gekonnt und immer wieder überraschend diese Vision hergezaubert. Eine Sauna mit direktem Blick auf das Affenhaus im Zoologischen Garten, Fahrräder an der Decke, Holz, Holz, Holz, möglichst naturbelassen überall, dunkle, nur spärlich beleuchtete Hotelgänge (Dschungel eben), Sitzgruppen, elegant wie unbeabsichtigt samt kleinen bunten oder einfarbigen Kissen überall locker verstreut. Auch die Verwendung der lindgrünen Kacheln des nicht mehr betriebsnotwendigen U-Bahntunnels war eine dieser wirklich fantastischen Aisslinger-Ideen.

Die Hälfte der 149 Zimmer blickt auf das Affen- und Elefantenhaus im Berliner Zoo und folgt einem wärmeren Design-Schema mit natürlichen Materialien und Farben. Die andere Hälfte bietet eine herrliche Aussicht auf die Wahrzeichen West Berlins. Die Gestaltung dieser Zimmer ist urbaner und ein wenig rauer, in Anlehnung an Berlins kantige, kreative Seite. Highlight in der Kategorie Jungle und Urban L ist ein persönliches Schindelhauer-Rad für ausgiebige Stadttouren. In allen sechs Zimmer-Kategorien gibt es die beliebten 25hours Standards: Betten in hoher Schlafqualität, Klimaanlage, TV, Minibar, iPod docking-Station, nachhaltige Kosmetikartikel und kostenfreies W-LAN. Und nicht zu vergessen: (fast) überall die obligatorische Hängematte  für das ultimative Dschungelerlebnis.

Über die Hintergründe des Design-Konzepts klärt Aisslinger auf. „Zum Einen beruht das Konzept auf einer Story, die wir „Urban Jungle“ genannt haben. Da gibt es ganz verschiedene Bezüge. Der legendäre Dschungel-Club zum Beispiel, der von den 70ern bis in die frühen 90er Jahre einer der coolsten Clubs in Westberlin war und sich um die Ecke, in der Nürnberger Straße befand. Natürlich geht es auch um den „Großstadtdschungel“. Wenn man auf der Vorderseite des Hotels aus dem Fenster guckt, erblickt man das Zentrum Westberlins. Auf der Rückseite ist dagegen der „Real jungle“, also der Zoo. Zusätzlich haben wir versucht, die Stadt ins Haus herein zu holen. Hotels sind oft gestrandete Ufos im Stadtkontex,t in denen die Hotelgäste herumgammeln und die Traveller sich gegenseitig die Hände schütteln, von der Stadt aber eigentlich nichts mitbekommen. Das kann man ändern, indem man raus geht oder eben die Stadt herein holt.“

Das Hotel ist wie Aisslingen betont, „eigentlich eine kleine Revolution in der Branche. Denn da passiert viel, was nicht mit Übernachten zu tun hat wie die Zusammenarbeit mit einer jungen Gruppe von Microfarmern, die ich über die Prinzessinnengärten am Moritzplatz (Bezirk Kreuzberg) kennengelernt habe. Im obersten Geschoss werden Pflanzen angebaut, die in der Küche verarbeitet werden. Mit dem Gestalten Verlag machen wir einen Kiosk. So schaffen wir zahlreiche Bezugspunkte zu Berlin und Berliner Kreativen. Die Idee ist, Organismen in das Hotel zu holen, die die Gäste vielleicht zum Staunen bringen, die aber auch einen ganz praktischen Nutzen erfüllen, wie eben das Farming. Hier passiert sicherlich sehr viel mehr als nur Einchecken, Schlafen, Frühstücken.“

Eben: Kennst du eins, kennst du keins – das Motto von 25hours. Und die DJ-Ecke im 10. Geschoss oben in der Monkey Bar hat durchaus Potenzial – Berliner Gäste kommen mit ihren alten Acryl-Platten unter dem Arm, legen dort auf und schauen mit einem Drink in der Hand gen Westen der untergehenden Sonne zu.

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