Der britische Investmentmarkt stagniert

10.August 2011   

Im zweiten Quartal wurden 6,2 Milliarden GBP in britische Gewebeimmobilien investiert, 25 Prozent weniger als in den drei Monaten zuvor. „Das erste Quartal profitierte noch maßgeblich vom Verkauf des Trafford Centre an Capital Shopping Centres“, kommentiert Martin Davis, Leiter von DTZ Research in Großbritannien. Zugleich gebe es Zeichen für eine Trendumkehr. Das rollierende Jahresvolumen habe nach einem stetigen Anstieg in den letzten sechs Quartalen erstmals nachgegeben. „In den zurückliegenden zwölf Monaten wurden zwar 34,5 Milliarden Pfund investiert. Das sind jedoch zwei Milliarden weniger als in den 12 Monaten der davorliegenden vier Quartale.“ DTZ geht allerdings bislang davon aus, dass die Investitionstätigkeit im zweiten Halbjahr noch einmal ansteigen wird.

Im ersten Halbjahr 2011 wurden insgesamt 14,3 Milliarden GBP investiert, 600 Millionen GBP mehr als im Vorjahreszeitraum. DTZ erwartet, dass der derzeitige Mangel an Premiumobjekten zu einer verstärkten Nachfrage in den B-Lagen führt. „Im traditionell starken vierten Quartal dürfte die Investitionstätigkeit noch einmal kräftig ansteigen“, sagt Davis voraus. Es sei momentan sehr viel Kapital im Markt. Die Nachfrage der Investoren überschreite vielfach das Angebot. Allerdings gebe es eine Reihe von Unsicherheiten darunter die anhaltende Schuldenkrise in einigen Euro-Staaten, die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien sowie die Unruhe an den internationalen Aktienmärkten. „In Anbetracht dieser Risiken kann es durchaus sein, dass die tatsächlichen Aktivitäten am Jahresende unter unseren Erwartungen liegen.“

Positive Impulse gingen im zweiten Quartal vor allem von der verstärkten Nachfrage durch ausländische Investoren aus. Sie haben knapp 2,4 Milliarden GBP in britische Gewerbeimmobilien investiert. Damit erhöhte sich der Marktanteil ausländischer Akteure von knapp 22 (Q1: 2011) auf 38 Prozent. In Central London liegt er bei 56 Prozent. Besonders aktiv waren Investoren aus dem asiatischen Raum mit 550 Millionen GBP sowie internationale Fondsgesellschaften wie beispielsweise LaSalle Investment, JP Morgan und Henderson Investors. Sie investieren im zweiten Quartal etwa 1,0 Milliarden GBP. Der größte Deal war der Verkauf des Bürogebäudes Chiswick Park im Londoner West End an Blackstone für 480 Millionen GBP. „Bemerkenswert an der Transaktion ist seine Finanzierung über eine von der Deutschen Bank aufgelegte CMBS“, sagt Davis. „Ein fünfjähriges Darlehen über 300 Millionen Pfund wurde von der Bank an 20 Investoren verkauft.“ Die Bank plant, aktuell weitere CMBS-Finanzierungen anzubieten.

Deutsche Investoren haben dagegen ihre Aktivitäten deutlich zurückgefahren. „Anleger aus Deutschland wechselten im zweiten Quartal von der Käufer- auf die Verkäuferseite“, berichtet Davis. „Offene Fonds verkaufen, um ihre Renditeziele zu erreichen und um Liquidität zu gewinnen. Für geschlossene Fonds ist es wiederum schwierig, Objekte mit dem notwenigen Renditeniveau zu finden.“ Central London sei für geschlossene Fonds momentan zu teuer. In den regionalen Märkten fehle es hingegen an langfristig vermieteten Immobilien.

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