Der Immobilienbrief Nr. 542

Im ausführlichen vorweihnachtlichen Editorial zieht Werner Rohmert ein volkswirtschaftliches Resümee über das Jahr 2022 und ordnet die mannigfaltigen aktuellen Risiken ein. Dass der Schwarze Schwan im Februar dieses Jahres aus der Ukraine einflog und im Schlepptau die ganzen eingesperrten Geister vergangener Weihnachten mitbringen würde, hat wohl keiner erwartet, ebenso wenig wie die Geschwindigkeit des Anflugs. Die aktuelle Polykrise dürfte sich aber in ein oder zwei Jahren ausbrennen. Problematischer ist der längerfristige Blick nach vorne. Das wird wohl nicht an der Immobilienwirtschaft vorbeigehen. (Seite 1)

  • CATELLA MARKET TRACKER WEIHNACHTEN – Katerstimmung mit Ansage im neuen Jahr: Bei der „etwas anderen“ Analyse von Catella Research wird sichtbar, dass sich fast alle aktuellen weltwirtschaftlichen Probleme auf den heimischen Weihnachtsmärkten und in den heimischen Weihnachtsstuben im Kleinen wiederfinden lassen. Das fängt bei den inflationären Glühweinpreisen an und hört beim Lieferengpass des Iphones 14 auf. (Wrede, Seite 8)
  • IMMOBILIENMARKT IM GRIFF DER KRISE –  Investments fallen auf ca. 70 Mrd. Euro, JLL sieht Wiederbelebung Mitte 2023: Die Zeit der hohen Transaktionsvolumina ist vorerst vorbei Der Anpassungsprozess bei einer Vervierfachung der Finanzierungskonditionen könne nicht ohne Folgen bleiben. Mit Abnahme der Inflation werde sich die aktuelle „Transaktions-Starre“ lösen und ab Mitte 2023 wieder zu einer Marktbelebung führen. (Rohmert, Seite 9)
  • GLOBALER IMMOBILIENMARKT VERLIERT DYNAMIK – 24% Absturz in Q3, Jahresendrallye bleibt aus: Die Jahresstatistik der weltweiten Immobilienmärkte profitiere vor allem noch vom Schwung des 1 HJ 2022. Danach lasse die Dynamik spürbar nach. Im Q3 schrumpfte das Investmentvolumen um 24% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Trend zeige weiter nach unten. (Rohmert, Seite 11)
  • MAPIC IN CANNES – 6.000 Teilnehmer kommen zurück: Retailer zeigen sich in Cannes weiterhin zurückhaltend. Dafür zieht das „neue“ Thema LeisureUp mit Anbietern von E-Karting, Virtual Reality über Trampolin bis zu Adventure Parks. (Hüttermann, Seite 13)
  • BFW NRW DRÜCKT AUF DEN PANIKKNOPF – Neubauzahlen brechen über 60% ein mit schweren Langfristfolgen: Der Wohnungswirtschaft drohe die schwerste Krise seit Jahrzehnten. Das werde entsprechende Auswirkungen auf die Auftragssituation nicht nur auf das Bauhauptgewerbe, sondern auch im Handwerk haben. „Der Immobilienbrief“ sieht das etwas  lockerer. (Rohmert, Seite 14)
  • FINSTERE FINANZIERUNGSSTIMMUNG AUF HISTORISCHEM TIEFSTAND – Kreditmarkt im Krisenmodus: Die anhaltend schlechten Rahmenbedingungen haben bei den deutschen Immobilienfinanzierern im Q4 2022 zu einem erheblichen Stimmungsabriss geführt. Der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex Difi von JLL und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist im 4. Quartal in Folge gesunken und erreicht damit den niedrigsten Stand seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2011. (Rohmert, Seite 16)
  • RENDITEN EUROPÄISCHER IMMOBILIENFONDS FALLEN AUF FINANZKRISEN-NIVEAU – Anlegerstimmung sinkt, Anlagerisiko steigt: Der INREV Quarterly Fund Index des europäischen Fondsverbandes INREV zeigt in Q3 eine scharfe Korrektur der Wertentwicklung des europäischen, nicht börsennotierten Immobilienmarktes. Die Gesamtrendite von Immobilienfonds fiel lt. INREV im Q3 von +2,61% in Q2 auf -1,60% dramatisch und markierte die niedrigste Quartalsperformance seit Q2 2009. (Wrede, Seite 17)
  • STIMMUNG DER DEUTSCHEN IMMOBILIENFINANZIERE AUF ALLZEITTIEF – Preiseinbruch bei Immobilien zu erwarten: Die Stimmung der deutschen Immobilienfinanzierer trübt sich in Q4 weiter ein: Das BF.Quartalsbarometer sinkt von -16,91 in Q3 deutlich auf aktuell -18,21 Punkte und erreicht zum zweiten Mal in Folge ein neues Allzeittief.  Restriktivere Finanzierungsbedingungen sehen 89% der Befragungsteilnehmer als problematisch. (Wrede, Seite 18)
  • DEUTSCHE HYPO – IMMOBILIENKLIMAINDEX BRICHT 2022 UM 34% EIN – Geringes Investmentinteresse, Nutzermarkt hält sich stabil: Der Blick auf die einzelnen Assetklassen zeigt, dass sich die Stimmung insbesondere bei Wohnen und Büro eingetrübt hat. (Wrede, Seite 18)
  • WOHNIMMOBILIENPREISE GEBEN JETZT SICHTBAR NACH: Der EPX Hauspreisindex zeigt erstmals seit 2009 wieder negative Preisentwicklung bei Wohnimmobilien auf Jahressicht. (Wrede, Seite 19)
  • AUFWÄRTSDRUCK BEI ZINSEN SCHEINT GESTOPPT – Interhyp erwartet für 2023 Seitwärtsbewegung mit nur noch leichtem Aufwärtsdruck. Schwankungen seien weiter zu erwarten. (Wrede, Seite 20)
  • EXPERTENSTIMMUNG WIRD PESSIMISTISCHER – Findung des neuen Preisniveaus dürfte sich bis weit in das nächste Jahr ziehen: Laut der bundesweiten Herbstumfrage von Fahrländer Partner Raumentwicklung sehen die  Immobilienexperten die Entwicklung der Transaktionspreise für Wohn- und Büro-immobilien deutlich pessimistischer als noch im Frühjahr. 60% rechnen jetzt mit sinkenden Preisen. (Wrede, Seite 21)
  • SAVILLS PROGNOSTIZIERT AUSBLEIBEN DER JAHRESENDRALLYE – „Vogel-Strauß-Taktik“ herrscht vor. Die Zahl der Transaktionen stagnierte im November auf dem niedrigen Niveau der letzten Monate, mit etwa 3,8 Mrd. Euro sei weniger als die Hälfte des Vorjahresvolumens von 8,1 Mrd. Euro am Gewerbe- und Wohnimmobilienmarkt gehandelt worden. (Wrede, Seite 22)
  • NRW BENÖTIGT DRINGEND NEUE LOGISTIKFLÄCHEN: Laut einer aktuellen Studie von JLL und GARBE können die existierenden Flächenbestände in NRW von knapp 193 Mio. qm nur 34% des tatsächlichen Bedarfs decken, zwei Drittel der Nachfrage werden langfristig gesehen durch Neubaulösungen bedient werden müssen. (Wrede, Seite 24)
  • AUS UNSERER MEDIENKOOPERATION MIT „IMMOBILIEN INTERN“: Jahressteuergesetz 2022 biegt auf die Zielgerade ein. (Seite 24)
  • OBERBILLWERDER: HAMBURGS 105. STADTTEIL SOLL ÖKOLOGISCH UND SOZIAL NEUE STANDARDS SETZEN: Hamburg bekommt nach der Hafencity einen weiteren neuen Stadtteil. Nur wird Oberbillwerder nicht annähernd so chic und glamourös werden und auch nicht wegen seiner spektakulären Architektur internationale Aufmerksamkeit bekommen. Oberbillwerder liegt im sozial eher schwächeren Osten Hamburgs, wo der Hamburger, der auf sich hält, eher nicht gern wohnt. (Richter, Seite 25)

Der Immobilienbrief Nr 542