Der Immobilienbrief Nr. 543

Der Immobilienbrief Nr 543

Im erweiterten Editorial befasst sich Werner Rohmert neben kleineren „In eigener Sache“ Ansinnen und aktuellen Begebenheiten mit der erwartbaren Entwicklung der Immobilienmärkte. Ihn treibt dabei weniger die aktuell umzusetzende Niveautransformation der Bewertungen um, sondern mehr die mittelfristige Perspektive. Die Deutsche Bahn wird zum Masterplan Deutschlands. Rohmert hat für die kurze Perspektive keine Rezessions- oder Krisenangst, sondern lediglich Mathematik-Angst. Woher die nächste Wende im kommenden Sommer kommen soll, bleibt schleierhaft. Während bei Wohnen der Mietmarkt die Assetklasse trägt, ist Rohmert bei Büro skeptischer. Da kommt vieles zusammen. (Seite 1)

  • 2022 WAR JAHR BEISPIELLOSER IMMOBILIEN-VERMÖGENSVERNICHTUNG – Immo-Aktien allein verknallen 57 Mrd. Euro Aktienkurs: Auch wenn sich die Bewertungen mangels nachhaltiger und realisierter Vergleichswerte nur peu à peu in das Berichtszahlenwerk der Immobilienportfolien einschleichen werden, hat der faktische Wertverlust der durch Finanzmathematik und Excel-Orgien bestimmten Anlageimmobilien faktisch 2022 stattgefunden. Die Börse reagierte auf die Zeiten- und Bewertungswende sehr viel schneller und wiederum rekordverdächtig brutal. So zeigt der Blick in die Liste der Immo AG’s der Jahrtausendwende, dass viele der damals prominenten Unternehmen entweder verschwunden sind, oder nach über 90% Kursverlust einen „Strategiewechsel“ oder eine vollständige Wiedergeburt erlebten oder nur noch als Sammleraktien erhältlich sind. (Rohmert, Seite 7)
  • NUTZER BLEIBEN STABIL – BÜROMARKT BRACH ERST IM Q4 UM 40% EIN – Vorquartale retten Jahresschnitt auf Vorjahresniveau: Das Zahlenwerk der Bürovermietung ist in der Jahresbetrachtung nach wie vor stabil. Es ist allerdings in Durchschnittsbildung so wenig aussagefähig wie selten. Anders sieht es mit der Trend-Interpretation aus. Der Trend ist eindeutig: Es geht bergab. (Rohmert/ Wrede, Seite 10)
  • INVESTMENTMARKT-ABSTURZ IM JAHRESVERLAUF 2022: A-Standorte mangels Core-Investments besonders hart getroffen: Während die Matadore uns in den ersten drei Quartalen noch erzählten, das Zahlenwerk zeige keine Krise, liegt das Q4 voll im „Der Immobilienbrief“-Plan, als hätte es uns gelesen. Wir hatten für Sie einen Blick auf die Finanzmathematik geworfen. Der Blick auf die Investmentmärkte 2022 ist der Blick in zwei Welten. Die Gesamtbetrachtung ähnelt der Durchschnittsbildung zwischen Herdplatte mit dem höchsten jemals registrierten Quartalsergebnis im Q1 und Eiswasser mit dem schwächsten Quartal der letzten 10 Jahre im Q4. Die traditionelle Jahresendrallye fiel in der Übergangsphase vom Verkäufer- zum Käufermarkt aus. (Rohmert/ Wrede, Seite 14)
  • EIGENKAPITALSTRATEGIE SCHÜTZT BEI NACHFRAGERÜCKGANG – Wohnungsverkauf sinkt deutlich: Viel Eigenkapital hilft in Zeiten rasant steigender Zinsen viel. Die Eigenkapitalstrategie der PROJECT-Gruppe ist seit vielen Jahren ein Garant für die Beschränkung von Risiken auf Schwankungsrisiken und bestätigt sich auch mit Blick auf die Ergebnisse des letzten Jahres. Man könne auch in schwierigen Marktphasen attraktive Wertschöpfung für Anleger erzielen, insbesondere wenn der Mietmarkt für Wohnungen weiterhin stark nachgefragt ist. Das sichere eine stabile Renditeperspektive. (Red., Seite 19)
  • AUS UNSERER MEDIENKOOPERATION MIT „IMMOBILIEN INTERN“: Grundstückswert bei zeitnaher zweckgebundener Geldschenkung (Seite 21)
  • INTERVIEW MIT PROF. DR. GÜNTER VORNHOLZ zur Neugründung des Forschungsinstitut für ImmobilienÖkonomie mit dem er unabhängig und kritisch die Immobilienwirtschaft sowie die Entwicklung der Immobilienmärkte analysieren wird. (Seite 22)
  • TRENDWENDE IM EINZELHANDEL – Warum Lebensmittelimmobilien an Beliebtheit gewinnen: Die unterschiedliche Entwicklung der Einzelhandelssparten zeigt eine Verschiebung der Präferenzen von Investoren zugunsten des Lebensmittelmarkts. Während die Zukunftsaussichten für aperiodische Handelsobjekte ungewiss sind, werden Nahversorgerimmobilien zunehmend gefragter. (Gudewill, Seite 24)
  • STEUERN & RECHT: DIE VERSCHÄRFUNG DER RECHTSSPRECHUNG ZUR GEWERBESTEUER: Prof. Dr. Karl-Georg Loritz zeigt die Konsequenzen auf die sich aus der Verlagerung des Beginns der Gewerbesteuerpflicht nach hinten für Grundstückshändler ergeben. (Seite 26)
  • NACHFRAGE NACH LOGISTIKFLÄCHEN BLEIBT IN EUROPA HOCH – Die Rückverlagerung der Produktion nach Europa bedarf Flächen: Die Verkürzung der Lieferketten, der Ausbau zu Liefernetzwerken und mehr Pufferlager dürften sich mittelfristig in der europaweiten Nachfrage nach Industrie- und Logistikflächen niederschlagen. Der Online-Handel bleibt dabei ein Nachfragetreiber denn auch traditionelle Handelsunternehmen bauen ihre Online-Präsenz kontinuierlich weiter aus. (Fischer, Seite 28)
  • DEUTSCHLAND VERLIERT IM EUROPAVERGLEICH AN ATTRAKTIVITÄT Zurückhaltende Kreditvergabepolitik meets eingeschränkte Investitionsbereitschaft: Hielten im 1. Halbjahr 2022 noch 64% des Berlin Hyp Trendbarometers den deutschen Gewerbeimmobilienmarkt im europäischen Vergleich für „attraktiver“ so halbierte sich diese Einstufung zum Jahresende drastisch auf 35%. 18% schätzen den Markt derzeit sogar als unattraktiv ein. (Wrede, Seite 29)
  • DAVE AUSBLICK 2023: Hohe Innovationskraft ist gefragt Der Immobilienmarkt 2023 wird sicherlich spannend. Er befindet sich aktuell in einem starken Anpassungsprozess, eine hohe Innovationskraft ist in dieser Situation gefragt. Denn das „Verteilen“ von Immobilien wie in den letzten Jahren ist lt. der DAVE-Partner vorbei. (Wrede, Seite 29)
  • SO WOLLEN MENSCHEN IN ZUKUNFT LEBEN, ARBEITEN UND EINKAUFEN: CBRE befragte weltweit mehr als 20.000 Personen aller Altersklassen zu ihren zukünftigen Wohn-, Arbeits- und Einkaufspräferenzen und über deren Auswirkungen auf die von ihnen genutzten Immobilien. Entgegen des Corona-Trends zur Abwanderung in die Vororte zeigt sich verstärkt wieder der Wunsch, nahe urbaner Zentren zu leben. (Wrede, Seite 30)
  • KAUFIMMOBILIEN WERDEN AUF PORTALEN ZU LADENHÜTERN: Die Anzahl der zum Kauf angebotenen Wohnimmobilien in Deutschland ebenso wie ihre Vermarktungsdauer ist lt. einer aktuellen Analyse der Datenbank QUIS im Jahresvergleich deutlich gestiegen. (Wrede, Seite 30)
  • MODERNISIERUNG VON EIGENHEIMEN: Wer in Wärmedämmung, neue Fenster oder eine Wärmepumpe investiert, kann die aktuell stark ansteigenden Energiekosten reduzieren. (Seite 31)
  • Büromärkte:
  • BÜROMARKT HAMBURG 2022:  STARKES JAHR MIT SCHWACHEM AUSKLAN: Der Markt sei wieder zurück auf Vor-Corona-Niveau, meldet Engel & Völkers optimistisch. (Richter, Seite 31)
  • BÜROMARKT MÜNCHEN MIT STÄRKSTEM ERGEBNIS SEIT 4 JAHREN: Lediglich zum Jahresende flacht die Dynamik ab. (Götza, Seite 32)
  • MIETZURÜCKHALTUNG STEIGT AUF FRANKFURTER BÜROMARKT: Sehr schwaches Schlussquartal führt zu unterdurchschnittlichem Jahresumsatz. (Wrede, Seite 33)
  • DURCHWACHSENES JAHR AM DÜSSELDORFER BÜROMARKT: Nach Analysen von Aengevelt Research erzielte der Büromarkt in der Region Düsseldorf (inkl. Neuss, Ratingen, Erkrath etc.) im Gesamtjahr 2022 einen Büroflächenumsatz inkl. Eigennutzer 16% weniger als das Dekadenmittel. (Wrede, Seite 34)
  • SERIE: DER*5*MINUTEN*HOSPITALITY*EXPERTE*: Spieglein, Spieglein an der Wand, welche Chancen hat Hospitality in unserem Land? (Völcker, Seite 36)
  • KÖLNER BÜROMARKT ENTWICKELT SICH DYNAMISCH: Das sehr gute Ergebnis aus dem Jahr 2021 wurde 2023 erreicht, der langjährige Schnitt jedoch um 11 % übertrumpft. (Junghanns, Seite 38)