Der Immobilienbrief Nr. 575

Der Immobilienbrief Nr 575

 

  • TALSOHLE ERREICHT – SCHEINBARE WIDERSPRÜCHE SIND ZU KLÄREN – 40% JLL Prime Office Minus erreicht vs. „es geht noch weiter“:  „Talsohle erreicht“ versus „Talsohle in Sicht, es geht aber noch weiter bergab“ sind derzeit die zentralen Aussagen der verschiedenen Research-Ansätze. Der vordergründige Widerspruch lässt sich aufklären. Der Markt weiß, wo es hingeht. Tatsächlich gemachte Deals sind in schwierigen Zeiten immer eine Positivauslese aus Objektqualität bzw. -alter oder aus lange vorher begonnenen Verhandlungen, aus fehlenden Eigennutzeralternativen, aus Kundenkontakt-Deals oder natürlich auch aus dem „täglich aufstehenden Dummen“, der jetzt seit fast 2 Jahren an das Geschwafel der „Talsohle erreicht“ glaubt. Wer an Finanzmathematik „glaubt“, statt einfach zu rechnen, wer als Profi nicht den Barwert der erkennbaren ESG-Sanierungen plus Kostenrisiko kalkuliert oder wer als Profi nicht über etwaige Nachfrageänderungen nachdenkt oder sich schönrechnet hat entweder nicht „alle Immobilien-Tassen im Schrank“ oder ist zu einer gemeinsamen Seance mit seinen Banken, Anleihegläubigern oder Stakeholdern zur Kontaktaufnahme mit verstorbener Nullzinspolitik verabredet. (Rohmert, Seite 3)
  • BERLIN HYP – TRENDBAROMETER-UMFRAGE SIEHT LANGE DURSTSTRECKE – Branche gibt sich anpassungsfähig und abgeklärt: Im neuesten Trendbarometer der Berlin Hyp haben sich über 200 Immobilienprofis zu aktuellen Chancen und Risiken für die Branche geäußert. Zudem standen die Auswirkungen von Megatrends wie Demografie, Digitalisierung und Urbanisierung im Fokus der digitalen Expertenumfrage. Die zentralen Erkenntnisse des aktuellen Berlin Hyp-Trendbarometers: • Immobilienprofis setzen auf Durchhaltevermögen, • Zugang zu Fachkräften wichtiger Erfolgsfaktor, • Chancen durch energetische Transformation, • Wandel der Städte als große Herausforderung, • Branche wünscht sich mehr Unterstützung durch Politik. (Redaktion, Seite 7)
  • VDP – RÜCKGANG DER IMMOBILIENPREISE DAUERT AN – Keine Bodenpreisbildung bei Gewerbe vor Anfang 2025 in Sicht: In den ersten 3 Monaten des Jahres gaben die Immobilienpreise nach aktueller Veröffentlichung des vdp noch einmal um 0,3% nach. Die Preise von Gewerbeimmobilien sanken dabei um -0,8%, die von Wohnimmobilien nur um -0,2%. Die aktuelle Preisentwicklung basierend auf der Auswertung der echten Immobilientransaktionsdaten bestätige die vdp-Prognose, dass die Preise weiter fallen. Das beträfe eher Gewerbeobjekte als Wohnimmobilien, so vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Bei Wohnimmobilien deute sich bereits eine allmähliche Preisstabilisierung an, bei Gewerbeimmobilien hingegen noch nicht. (Wrede, Seite 10)
  • CASH IST KING – INSOLVENZVERKÄUFE HÖHER ALS NACH FINANZKRISE – Savills erwartet steigendem Verkaufsdruck: Auf geringem Niveau können 2 Großtransaktionen allein die Monatsbilanz ganz gewaltig nach oben pushen und schönen. So war der April lt. Savills mit einem Transaktionsvolumen von ca. 2,8 Mrd. Euro der bislang umsatzstärkste Monat am deutschen Immobilieninvestmentmarkt in diesem Jahr. Rechnete man den Verkauf des KaDeWe an die Central Group und den Verkauf des Vonovia-Wohnungsportfolios an das Land Berlin heraus, auf die allein zwei Drittel des Transaktionsvolumens entfiel, wäre das April-Ergebnis wohl eher deutlich unterdurchschnittlich ausgefallen. (Wrede, Seite 13)
  • EMPIRA ECONOMY & REAL ESTATE RESEARCH QUARTERLY VIEW – Geringes Wohnungsangebot in Top-7-Städten trifft auf hohe Nachfrage: Nach einer Periode hoher Inflationsraten und deutlicher Zinserhöhungen sehen sich viele westliche Volkswirtschaften erwartungsgemäß mit einer geringen wirtschaftlichen Dynamik konfrontiert. Lahcen Knapp, Gründer und Verwaltungsratspräsident der Empira Group, erwartet eine Verschiebung des wirtschaftspolitischen Fokus von der Inflationsbekämpfung hin zur Konjunkturbelebung. Im Verhältnis zum DACH-Raum entwickelt sich die US-Wirtschaft sehr positiv. Die verhältnismäßig starke Wirtschaftsleistung und die historisch geringe Arbeitslosenquote deuten darauf hin, dass die global führende Wirtschaftsmacht weiterhin sehr gut aufgestellt ist und zurecht als international attraktiver Investmentstandort gilt. (Rohmert, Seite 13)
  • TRENDUMKEHR BEI SPAREN UND KREDIT VON PRIVATEN? – Deutsche Bank wieder optimistisch für Immobilienkredite: Im aktuellen Deutschland-Monitor von Deutsche Bank Research erwarten die Banker für den Jahresverlauf 2024 wieder eine leicht steigende Neuvergabe von Immobilienkrediten. 2023 hatten sie sich bereits auf niedrigem Niveau stabilisiert. Das Wachstum der Einlagenprodukte werde dagegen insgesamt wahrscheinlich verhalten bleiben. Die Umschichtung von traditionellen Bankeinlagen hin zu renditestärkeren Produkten wie Sparbriefen werde sich fortsetzen. (Rohmert, Seite 16)
  • AUS UNSERER MEDIENKOOPERATION MIT IMMOBILIEN INTERN: Startschuss für das verwässerte Wachstumschancengesetz (Seite 17)
  • EUROPACE HAUSPREISINDEX MIT STEIGENDEN PREISEN IM APRIL – Neubau gibt leicht nach. (Wrede, Seite 18)
  • LUXUS GEHT IMMER – Stationäre Geschäfte für den Luxuseinzelhandel weiterhin von strategischer Bedeutung: Die anhaltende Attraktivität der etablierten Luxusstandorte in Europa führte nach Analyse von Cushman & Wakefield (C&W) im Jahr 2023 zu 107 Neueröffnungen auf 20 untersuchten Einkaufsstraßen in 16 Städten in 12 Ländern. Die Luxuseinzelhandelsmärkte zeigen sich resilient, was lt. der Untersuchung auch auf die Rückkehr konsumfreudiger Touristen nach Europa zurückzuführen ist. (Wrede, Seite 18)
  • TAXONOMIEKONFORMITÄT ZAHLT SICH AUS – EY Befragte fühlen sich von der Taxonomie überfordert, hoffen aber auf KI Unterstützung: Die Taxonomiekonformität verbessert lt. des „ESG-Snapshot“ von der EY Real Estate sowohl die Finanzierungskonditionen als auch die Verkehrswerte von Immobilien spürbar. So sehen 22% der von EY Befragten Vorteile von mehr als 5 Basispunkten bei der Finanzierung, 26% mehr als 5% höhere Verkehrswerte gegenüber nicht taxonomiekonformen Gebäuden. Trotz dieser ersten positiven Erfahrung mit der EU-Regulatorik, hält sich die Begeisterung der Befragten in Grenzen. (Wrede, Seite 19)
  • KEINE ENTSPANNUNG AM HAMBURGER MIET-WOHNUNGSMARKT – Experten sehen besorgniserregende Entwicklung: Für Mieter ist keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht. Denn der anhaltende Zuzug in die Stadt bei einer abnehmenden Zahl an Baugenehmigungen und Fertigstellungen führt zu einem immer größer werdenden Nachfrageüberhang und damit weiter steigenden Mieten. (Richter, Seite 19)
  • BÜROMARKT KÖLN: Niedriger Flächenumsatz – kaum Leerstand (Junghanns, Seite 23)
  • KÖLNS INVESTMENTMARKT zählt nur 6 Transaktionen (Junghanns, Seite 23)