Im Editorial bleibt Werner Rohmert bei den sommerlichen Themen. Im Klimawandel findet er es einfacher, eine Klimaanlage für ein paar Tage im Jahr laufen zu lassen, als sich dauerhaft zu kasteien und die Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen. Klimaanlagen haben schließlich die Welt verändert. Rohmert schwelgt dann ein wenig im Klimaanlagen-Zahlenwerk. Das ist im Solarzeitalter schließlich das logischste Produkt. Das relativiert grüne Kostenmärchen. Wenn es schon ans Rechnen geht, rechnet Rohmert als begeisterter Hybrid-Fahrer die Anschaffung eines weiteren Plugins aus. Der Taschenrechner kräuselt sich. Aber bedenken Sie: „Die Sonne stellt keine Rechnung!“ Und die Branchenstimmung bessert sich!
- FÜR DEN ERSTEN BÜROMARKT- EINDRUCK: Top-7-Büromärkte im ersten Halbjahr mit zurückhaltender Nachfrage. Da die großen Researchhäuser erst kommende Woche ihre Zahlen veröffentlichen, schlägt die große Stunde der First Mover, in diesem Fall GPP. Frankfurt profitiert von Großvermietungen, Köln legt dank der öffentlichen Hand kräftig zu, bleibt aber im Konzert der Großen unbedeutend. Hamburg ist tapfer. Stuttgart hält sich knapp, ist aber sowieso eher etwas für Liebhaber, die da geboren sind. Berlin, Düsseldorf und München geben deutlich sichtbar nach. (Rohmert, Seite 3)
- KREDITINSTITUTE SEHEN FORTSETZUNG DER IMMOBILIENSCHIEFLAGEN – EY-Parthenon-Umfrage: „Der Immobilienbrief“ weist regelmäßig als Gegenthese zu den Wendemeldungen der Maklerhäuser darauf hin, dass zumindest bei Gewerbe ein Ende mit Schrecken noch ansteht. Der Markt hat den Boden gefunden. Die Bewertungen müssen nachziehen. Das setzt den Circulus vitiosus in Gang. Konjunktur, Industrieflucht, ESG, Homeoffice und KI tun ein Übriges. Hunderte von Stillhalteabkommen sind so reif, dass sie vom Baum fallen. Eine aktuelle Befragung von EY-Parthenon unter 36 immobilienfinanzierenden Kreditinstituten in Deutschland und 20 auf immobilienwirtschaftliche Restrukturierungen spezialisierte Kanzleien zeigt einen pessimistischen Blick auf die Problemstellungen der Branche. Die Insolvenzfachleute sind dabei noch einmal pessimistischer als die Immobilienfinanzierer. Insolvenzrisiken würden jetzt auf Bestand übergreifen. (Rohmert, Seite 5)
- SIGNIFIKANTE STIMMUNGSVERBESSERUNG AUF DEM PFANDBRIEFMARKT – vdp-Emissionsklima erstmals seit Umfragebeginn im Winter 2022 leicht im positiven Bereich: Unter den vdp-Mitgliedsinstituten ist eine signifikante Verbesserung der Stimmung auf dem Markt für Pfandbriefe und für unbesicherte Bankanleihen zu verzeichnen. Erstmals seit Erhebungsbeginn im Dezember 2022 werden positive Werte beim Gesamt-Score und bei unbesicherten Bankanleihen vermeldet. Der Score für Pfandbriefe liegt jetzt nur noch knapp im negativen Bereich. (Wrede, Seite 8)
- BRANICKS FÜHRT SCHULDSCHEINDARLEHEN PLANGEMÄSS ZURÜCK – Verkauf Kölner Immobilien bringt Liquidität: Branicks hat alle Ende Juni fälligen Schuldscheindarlehen plangemäß zurückgeführt und liegt bei Rückführung und Refinanzierung von Verbindlichkeiten voll im Plan. Damit sind die dem damaligen StaRUG-Verfahren unterlegenen Verbindlichkeiten zurückgeführt worden. (Rohmert, Seite 9)
- KANN DER US-WOHNIMMOBILIENMARKT WIEDER WIE IM JAHR 2008 ABBRECHEN? Ausgangslage völlig anders – Aktien heute mit höchstem Vermögens-anteil der Geschichte: Das wirtschaftliche Vorgehen der US-Regierung erschließt sich Normalstudierten nicht immer automatisch. Was man nicht versteht, macht Angst. In Verbindung mit Meldungen und Kennzahlen vom US-Büroimmobilienmarkt, die in Deutschland Panik verbreiten würden, aber in USA traditionell Bestandteil des Geschäftes sind, stellt sich für manche US-Versteher die Frage, ob sich das Wohnimmobilien-Desaster von 2008 wiederholen kann. Die Statistik sendet lt. Analyse der langen Zeitreihen eher beruhigende Signale. Den großen Krisen gingen Hype-Phasen voran. Der jetzt vorrangegangene Aufschwung der US-Baugenehmigungen fiel mit Blick auf den langjährigen Durchschnitt eher in die Kategorie „Erholung“ mit anschließendem Optimismus. Grund für die Finanzkrise war vor allem die Kreditvergabe. Das hat sich auch geändert. Auch die Immobilienpreise haben sich nach einem Zwischenspurt 2020/21 wieder weit moderater entwickelt und stark an die „normale“ Inflationsrate angeglichen. Last but not least hat die Aktie die Bedeutung der Immobilie in den Privatvermögen zuletzt sogar leicht übertroffen. Der Durchschnittsbürger hat mehr Geld in seinem Aktiendepot als in den eigenen vier Wänden investiert. (DIB Lieblingsstatistiker/ Rohmert, Seite 10)
- FINANZIERER LEICHT OPTIMISTISCHER ALS ZU JAHRESBEGINN – JLL-Difi zockelt seitwärts: Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern hat sich zur Jahresmitte verbessert. Während die von EY befragten Banken und Insolvenzspezialisten kein baldiges Ende einer Immobilienschieflage, vor allem bei Büro sehen (siehe Artikel S. 5), sind die Pfandbriefbanken und jetzt auch der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex (Difi) von JLL und dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) eher positiv gestimmt. Das könnte an unterschiedlichen Assetklassen-Schwerpunkten, an der Zielgruppe, an der Fragestellung oder auch an den aus „Der Immobilienbrief“-Sicht sich derzeit überschneidenden zwei Zyklen liegen. Was für den einen Zyklus und seine Bestandsmatadore ein Ende mit Schrecken werden kann, das sich die Banken jetzt leisten können, ist für andere der Beginn des neuen Zyklus, der auf Opportunities des alten Zyklus ebenso wie auf neu kalkulierte Bestände oder Developments aufbauen kann. (Rohmert, Seite 13)
- DIREKT SIEHT VERÄNDERTE PRÄFERENZEN DER FINANZIERER – Banken ziehen sich von Büro- und Handels-immobilien zurück: Lt. BF.direkt AG haben Immobilienfinanzierer in den vergangenen zehn Jahren deutlich ihre Präferenzen hinsichtlich der finanzierten Nutzungsarten geändert. Büroimmobilien im Bestand waren bis zur Zinswende Anfang 2023 die beliebteste Nutzungsart unter den Finanzierern und wurden von mehr als 90% der Institute finanziert. Inzwischen ist die Finanzierungsbereitschaft von 90% auf 65% zurückgegangen. (Rohmert, Seite 14)
- BAFIN RÄT UNTERNEHMERN VON ZAHLUNGEN IN KRYPTO-WÄHRUNGEN AB: Die BaFin teilt die Skepsis von „Der Immobilienbrief“ zur Verwendung von Krypto-Währungen. Letztlich sind Krypto-Währungen bestenfalls nichts anderes als der eingefangene Rauch des für die Erzeugung verbrannten Geldes. Nur Minuten nach Veröffentlichung der Idee eines durch einen Währungskorb abgesicherten „Libra“ im Juni 2019 durch Zuckerberg/ Facebook machte Rohmert klar, dass das die Regierungen der Welt nicht zulassen könnten. Eine stabile, abgesicherte und unkontrollierbare Währung mit einer Milliarde weltweiter Zahlstellen setzt sowohl die Geldpolitik wie auch die Steuerpolitik wie auch die Währungshoheit der Staaten außer Kraft. Was die Bemühungen der EZB um einen kontrollierbaren digitalen Euro dem entgegensetzen wollen, bleibt Rohmert schleierhaft. Entweder ist der Zug längst abgefahren oder es hilft nur noch ein Verbot der Verwendung von Kryptowährungen. Der Hinweis von Mark Branson, den k-mi veröffentlichte, ist ein eher gut gemeintes Zeichen der Hilflosigkeit. (Rohmert, Seite 16)
- WERTERHALT STATT »STRANDED ASSETS« – Manage-to-ESG: Derzeit wird vor dem Hintergrund geänderter Arbeitswelten und geänderter energetischer Anforderungen oft von einer Bürokrise gesprochen. Richtig ist lediglich, dass die Zinswende seit 2022 die zinsbedingten Preisauswüchse wieder normalisiert hat. Das ist in jedem Zyklus so gewesen, wenn auch nicht so stark, wie in dem langen Hype im Gefolge der „Nullzins“-Geldpolitik. Und es betrifft vor allem Immobilien, die in den letzten Jahren des Hypes überteuert gekauft wurden oder Projektentwickler, die mit irrealen Höchstpreisen kalkulierten. Als erfahrener Investor hat sich BVT hier sowieso zurückgehalten. Der Mietermarkt hat sich seit Corona in einem neuen Umfeld gefunden und macht jetzt die üblichen konjunkturellen Schwankungen mit. Homeoffice bleibt, hat aber deutlich geringere Flächeneffekte als befürchtet. In diesem dynamischen Marktumfeld könnte dem nachhaltigen Management von Bestandsimmobilien eine noch größere Bedeutung zukommen. (Guggenberger, Seite 17)
- HÄNGT WOHNUNGSBAU WIRKLICH VON DER POLITIK AB? Interview mit Klaus Franken, CEO Catella Project Management: Die Branche könne nicht auf die Politik warten, so viel staatliche Fördermittel könnten gar nicht aufgebracht werden, so Franken. Wohnungsbau in nennenswerter Größenordnung könne nur mit privatem Kapital angeschoben werden, dies war nach dem 2. Weltkrieg ebenso wie nach der Wiedervereinigung erfolgreich. Die Branche müsse endlich anfangen innovativ zu denken. (Rohmert, Seite 18)
- REAL ESTATE ALMANACH „BETEILIGUNGSKOMPASS 2025“ IST ERSCHIENEN – Der Verlag Stiftung Finanzbildung Consulting bringt das Jahrbuch zum 22. Mal heraus. Damals wie heute will das Jahrbuch eine Metabetrachtung für die Assetklasse – strukturiertes – Sachwertinvestment liefern und damit ein Nachschlagewerk für Sachwert-Stakeholder sein. (red, Seite 20)
- BLACKOLIVE SIEHT FRANKFURTER BÜROMARKT SCHON FAST AUF GESAMTVORJAHRESNIVEAU – Großdeals verdoppeln den Markt – Aber nur Top-Deals funktionieren: Als traditioneller First Mover hat blackolive die Frankfurter Zahlen zusammengestellt. Die Vermietung kommt in Frankfurt zurück. Großdeals pushen die Umsätze. Die Stimmung könnte von der Politik profitieren. Der Attentismus geht zu Ende. Mietverträge laufen aus. Lt. blackolive hat der Frankfurter Büromarkt zur Jahresmitte 2025 fast schon den Flächenumsatzes des Gesamtjahrs 2024 erreicht. Es wurden mit 295 Verträgen 359.800 qm Bürofläche vermietet. Die Eigennutzerquote lag bei niedrigen 4%. (Rohmert, Seite 21)
- KÖLNER BÜROMARKT STABILISIERT SICH WEITER – Öffentliche Hand stützt, Leerstand steigt weiter: Der Kölner Bürovermietungsmarkt bestätigte in Q2 mit einer Vermietungsleistung von rund 60.000 qm lt. Larbig & Mortag Immobilien, Mitglied bei NAI Partners Germany, den guten Jahresauftakt. Mit kumuliert rd. 102.000 qm konnte im 1.HJ 2025 der schwache Vorjahresumsatz fast verdoppelt werden. Die Anzahl der neu abgeschlossenen Mietverträge stieg auf 145 Deals, rund ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Dennoch stieg der Leerstand in der Domstadt ggü. dem Vorjahreszeitrum um weitere 24% auf aktuell 5,7% an. (Wrede, Seite 22)
- PIMCO – TRADITIONELLE RENDITE-TREIBER WERDEN UNZUVERLÄSSIG: Vor dem Hintergrund der zunehmenden weltwirtschaftlichen Fragmentierung würden traditionelle Renditetreiber im Immobilienmarkt zunehmend unzuverlässig. Besonders betroffen seien klassische Momentumstrategien und auf Mietwachstum ausgerichtete Ertragsmodelle. Attraktiv bleibt für die PIMCO-Experten im neuen sektorübergreifenden Immobilien-Ausblick vor allem der Bereich der Immobilienfinanzierung. (Götza, Seite 23)
- MICRO LIVING ZEIGT STABILE AUS-LASTUNG UND STEIGENDE PREISE – bulwiengesa / Initiative Micro-Living erwartet zunehmende Herausforderungen: Die neue Ausgabe des Marktreports der Initiative Micro-Living und bulwiengesa zeigt eine weiter hohe Nachfrage nach urbanem und flexiblem Wohnraum. Die Initiative Micro-Living vereint die größten und innovativsten Player des wohnwirtschaftlichen Apartmentwohnens in Deutschland. Im April 2025 lag die durchschnittliche All-In-Miete (incl. aller Nebenkosten) bei Micro-Living bei 599 Euro pro Monat, +2,6% mehr als im Herbst 2024. Top-Apartments erzielen Spitzenmieten von bis zu 1.465 Euro. (Rohmert, Seite 23)
- STRUKTURWANDEL DURCH MEGATRENDS TRIFFT ALLE NUTZUNGSARTEN – Unsicherheit und Geopolitik weniger prägend als die „D‘s“: Zwar dominieren Unsicherheiten und geopolitische Spannungen aktuell das Nachrichten- und Marktumfeld, jedoch prägen und verändern tiefgreifende strukturelle Trends die Immobilienmärkte aus Sicht von neoshare Real Estate langfristig mehr. neoshare analysiert in einer aktuellen Studie zentrale Megatrends in den Bereichen Transaction, Debt & Structured Finance sowie Valuation und deren Auswirkungen auf Immobilienmärkte, Nutzungstypen und Standortstrategien. (Rohmert, Seite 24)
- GLOBALE LOGISTIK- UND INDUSTRIEIMMOBILIEN TRETEN IN NEUE PHASE EIN: Cushman & Wakefield hat mit dem Report „Waypoint – Global Industrial Dynamics“ einen globalen Ausblick zu Logistik- und Industrieimmobilien veröffentlicht. Basierend auf Ergebnissen aus über 120 Märkten zeigt der Report, dass sich die Charakteristika der untersuchten Märkte größtenteils zugunsten der Vermieter verschieben. Das habe weitreichende Auswirkungen für Nutzer, Investoren und Projektentwickler. Resilienz und Diversifizierung in den Lieferketten würden zur Bewältigung von Marktschocks entscheidend werden. (Rohmert, Seite 25)