Im Editorial fragt Rohmert, ob die Verurteilung Bolsonaros zu 27 Jahren Haft Hoffnung für die USA machen kann. Lagarde senkt die Zinsen nicht. So wie es ist, ist es gut, meint sie. Fazit: Zinsen sind da. Zinsen bleiben. Rohmert findet das Ende volkswirtschaftlicher Ignoranz der Nullzins-Zusammenhänge bei gleichzeitig unendlicher Dämlichkeit der Politik, die Chancen der Zeit nicht zu nutzen, gut. Zinsstabilität stützt jetzt den Markt. Aber von der Wirksamkeit von Turbos halten seine Gesprächspartner wenig. Der Blick auf unsere Anzeigenakquisition zur Expo Real Ausgabe nährt Rohmerts Befürchtungen. Die Krise ist noch nicht vorbei. SIE haben auch kein Geld mehr. Die Krise kommt oft jetzt noch an. Ansonsten verweist Rohmert noch auf einen China-Bau-Beitrag mit interessanten Statistiken und die Wirkung klarer Botschaften, die vieles verständlich machen, was sonst im politischen Geschwurbel abgestimmten Petitessen-Ping-Pongs untergeht.
- 5%-STUDIE 2025 – WENIG BEWEGUNG AM DEUTSCHEN IMMOBILIENMARKT- bulwiengesa berechnet IRR/ Renditen der Assetklassen: Der deutsche Immobilienmarkt 2025 stagniert weiter. Die aktuelle „5% Studie 2025″ der bulwiengesa AG, dokumentiert einen Markt in Warteposition. Lediglich Nischensegmente wie Microliving und sekundäre Standorte sowie Universitätsstädte etablieren sich als interessante Investitionsalternativen. Besonders im Büromarkt löse sich die Unsicherheit nicht auf. Unsicherheitsfaktoren sind die zukünftige Nachfrage nach Büroflächen, CapEx-Bedarf bei Beständen aufgrund des gestiegenen energetischen Sanierungsbedarfs. (Rohmert, Seite 3)
- GLOBALES IMMOBILIENTRANSAKTIONSVOLUMEN BLEIBT UNTEN – Schwerpunkt sind Wachstums- und Überperformance-Nischen: aktuellem Global Capital Markets Report von Savills belief sich das weltweite Immobilientransaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2025 auf 380 Mrd. US-Dollar. Da die Immobilienberater sich aktuell generell gerne auf den Basiseffekt des grauenvollen Vorjahres beziehen, hat „Der Immobilienbrief“ einmal in das Archiv geschaut und eine Entwicklung von JLL zwischen 2007 bis 2021 gefunden. Daraus lässt sich eine annähernde Halbierung des globalen Halbjahres-Transaktionsvolumens seit 2021 ableiten und eine aktuelle Stabilisierung auf dem Niveau der Jahre 2013/ 2014 feststellen. (Rohmert, Seite 3)
- IMMOBILIENKLIMA WIEDER AUF ERHOLUNGSKURS – MARKTBERICHT SEPTEMBER 2025: Das Deutsche Hypo Immobilienklima verzeichnet im September wieder einen Anstieg, nachdem es sich in den letzten 2 Monaten abgekühlt hatte. Mit einem Plus von 6,0% trägt vor allem das Investmentklima zu dieser optimistischen Haltung bei. Ein Blick auf die Assetklassen verdeutlicht, dass die positive Stimmungstendenz für alle Segmente des Immobilienklimas – außer Logistik – gilt. (Caroline Rohmert, Seite 5)
- IMMOBILIENFONDS MIT REKORDABFLÜSSEN – Schlechtester Wert seit globaler Finanzkrise: Im Juli 2025 lagen die Nettomittelabflüsse bei 889 Mio. Euro, dem schlechtesten Wert seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008. Insgesamt summieren sich die Abflüsse aktuell auf mittlerweile auf 11,1 Mrd. Euro. Wird es Zeit nachzudenken? (red, Seite 6)
- EXPLODIERENDE BETRIEBSKOSTEN VERTEUERN BÜRO-GESAMTMIETEN: Zweite Miete belastet Unternehmen massiv: bulwiengesa und Bauakademie zeigen in einer gemeinsamen Studie einen dramatischen Anstieg der Nebenkosten in deutschen Büromärkten auf. Gleichzeitig navigieren die Büroimmobilienmärkte der deutschen Metropolen weiterhin durch unruhiges Fahrwasser. „Der Immobilienbrief“ verweist da unverändert seit drei Jahren speziell im Bürobereich auf die großen Wellen hin, von denen lediglich die Konjunktur zyklisch ist. Aber die lässt auch auf sich warten und die Frage „woher soll es denn konjunkturell kommen“ kann auch eher nur ernüchternd beantwortet werden. (Rohmert, Seite 7)
- HOMEOFFICE BEI EINEM VIERTEL ALLER BESCHÄFTIGTEN ETABLIERT – Ifo sieht keinen generellen Rückkehrtrend: Die Immobilienbranche schwelgt in Rückkehrphantasien ins Büro. Letztlich muss der Optimismus steigender Büroumsätze und damit anhaltender Bedeutung für Büroinvestments ja irgendwo herkommen. „Der Immobilienbrief“/PLATOW hatte nach langjähriger Erfahrung schon früh während der ersten Corona-Homeoffice-Phantasien 2020 die Bedeutung des Homeoffice auf den Flächenbedarf auf langfristig insgesamt ca. 10% relativiert. Das dürfte sich langsam auch so einspielen. Fakt ist, dass bei Neuanmietungen regelmäßig weniger Flächen angemietet werden als freigesetzt werden und dass bei Verlängerungen oft Teile der Flächen zurückgegeben werden. Das korrespondiert mit Ergebnissen der ifo Konjunkturumfrage. (Rohmert, Seite 8)
- PROJECT GRUPPE VERNICHTET 600 MIO. ANLEGER-EURO MIT WOHNIMMOBILIEN: Seit 40 Jahren hören wir den dauernden Blödsinn, mit Wohnimmobilien könne man nichts falsch machen. Dabei dürften Wohnimmobilieninvestments in den letzten 30 Jahren durch den möglichen hohen Verschuldungsgrad mehr private Existenzen zerstört oder schwerst beeinträchtigt haben als andere Formen der Kapitalanlage. Beispiel herausragender Dämlichkeit, die aber niemand – den Autor eingeschlossen – frühzeitig erkannt hat, bietet die Pleite der Project Gruppe aus Bamberg, die zeitweise gegen alle Marktschwierigkeiten einen „eigenen Markt“ bediente. „Der Immobilienbrief“ hat einen tieferen Blick in investmentcheck.de von Stefan Loipfinger geworfen. Nach Loipfinger-Recherche begann im August 2023 das Debakel der PROJECT-Gruppe. Mittlerweile sind weit über 100 Objektgesellschaften insolvent. Die „Liste des Grauens“, die investmentcheck zusammenstellte, ermittelt über 600 Mio. Euro vernichtetes Anlegerkapital. (Rohmert, Seite 10)
- MIETEN AUF EUROPÄISCHEN LOGISTIKIMMOBILIENMARKT KONSOLIDIEREN – GARBE PYRAMID-MAP sieht Wachstumsprognose bis 2030 verhalten: Der europäische Logistikimmobilienmarkt befindet sich lt. GARBE Industrial in der aktuellen GARBE PYRAMID-Map in einer Phase der Konsolidierung. Für die kommenden Jahre bis 2030 wird lediglich ein durchschnittlicher Mietpreisanstieg von 70 Cent bzw. 1,9% pro qm erwartet. (Rohmert, Seite 11)
- LESERBRIEF ZUR BAU-TURBO – UND GENEHMIGUNGSPROBLEMATIK: Auch die aktuelle Regierung tut so, als könne sie die „Bau- und Wohnungsprobleme“ lösen. Das ist eine Illusion, die man mit wundervollen Begriffen wie Bau-Turbo etc. verkauft. Nun sind die Herrschaften entweder ahnungslos bezüglich der wirklichen Verhältnisse (sind das tatsächlich alles Dilettanten, was ich nicht hoffen mag!), oder aber, wenn nicht, belügen sie vorsätzlich und wider besseres Wissen die Bürger. (Gerald Tschörner, Seite 13)
- IMMOBILIENFINANZIERUNG VERZEICHNET AUFWÄRTSTREND: vdp-Mitglieder steigern Immobiliendarlehen um 17% im 1 HJ 2025: Im 1 HJ 2025 reichten die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute Immobiliendarlehen im Wert von 70,1 Mrd. Euro aus (+17% gg. Vj.). Ausschlaggebend war die Vergabe von Darlehen für den Bau und Erwerb von Wohnimmobilien. Offenbar hätten sich Investoren und Privathaushalte inzwischen auf das neue Zinsniveau eingestellt, schlussfolgert vdp-HGF Jens Tolckmitt. (Rohmert, Seite 15)
- NEUER STATUS FÜR WINDPARK NORDFRIESLAND – Auch Generation „Ü20“-Windräder haben noch 15 Jahre Perspektive: Mit dem Windpark Nordfriesland schrieb BVT Geschichte bei der Stromerzeugung durch Windenergie. Und im Jahr 2026 wird hier nun das nächste Kapital aufgeschlagen. 1989 war die Windenergiegewinnung noch ein Nischenthema, gerade für Privatanleger. Dennoch wagte sich BVT vor und finanzierte mit dem ersten deutschlandweit verfügbaren Publikumsfonds in dieser Assetklasse den damals größten Windpark Europas. In Nordfriesland wurden 50 Anlagen der Husumer Schiffswerft mit jeweils 250 Kilowatt Leistung installiert und in Betrieb genommen. Nach einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2004 erfolgte 2006 ein Repowering mit fünf neuen Anlagen. Das ist nun beinahe 20 Jahre her und damit endet im kommenden Jahr die Förderperiode. Aber auch mit dem Status „Ü20“ wird der Windpark weiter ordentlich Strom durch Wind erzeugen – und so Gewinne generieren. (Schindler, Seite 16)
- GRAND CENTRAL DÜSSELDORF WIRD WACHGEKÜSST: Das innerstädtische Großprojekt Grand Central am Düsseldorfer Hauptbahnhof war ein Beispiel dafür, wie aus einer hoch bewerteten Projektentwicklung im Zuge von Unternehmensverwerfungen ein Problemgrundstück ohne Perspektiven werden kann. Nun erweckt Ursprungsinvestor und Developer Catella Project Management das Grand Central unter dem Projektnamen „Central Living Düsseldorf“ wieder. Das gesamte Quartier umfasst eine Grundstücksfläche von 34.145 qm. Insgesamt 11 Projektteile beinhalten ca. 1.400 Wohnungen, einen Supermarkt, zwei Kindertagesstätten sowie eine Quartiersgarage mit ca. 950 Stellplätzen. (Rohmert, Seite 18)
- EINZELHANDEL EXPANDIERT WEITER TROTZ E-COOMERCE: Der HAHN Retail Real Estate Report 2025/2026 bietet in seiner 20. Jubiläums-Ausgabe einen umfassenden Marktüberblick über Einzelhandel und Handelsimmobilien-Investmentmarkt. Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen bleibt der deutsche Einzelhandel expansiv. Ca. 61% der Händler wollen bis Jahresende 2025 ihre Filial-Anzahl erhöhen. Das ist der höchste Wert seit 7 Jahren (Vorjahr: 42%). Lediglich 17% wollen Filialen abbauen. Das ist ein Rekordtief. (Petra Rohmert, Seite 20)
- TRANSAKTIONSMARKT FÜR MODERNES WOHNEN BELEBT SICH: Der deutsche Markt für „Modernes Wohnen“, so fasst CBRE Studentisches Wohnen, Co-/Micro Living und Services Apartments zusammen, zeigte im ersten Halbjahr 2025 eine deutliche Belebung. Mit einem Volumen von 165 Mio. Euro wurde bereits zum Halbjahr das Gesamtvolumen des Vorjahres übertroffen. Allerdings bleibe das Volumen im historischen Vergleich unterdurchschnittlich. (red./ Seite 21)
- TOP-7-WOHNUNGSMÄRKTE MIT POSITIVER ENTWICKLUNG: Der private Wohnimmobilienmarkt in den sieben größten deutschen Städten hat sich in Q2 2025 weiter positiv entwickelt. Das spiegele sich in steigenden Mieten und wieder leicht anziehenden Kaufpreisen, so der aktuelle „MarketBeat Wohnen Deutschland Top-7 – Q2 2025“ von Cushman & Wakefield. (Rohmert, Seite 21)
- WIRD EVERGRANDE ZUM FANAL? Chinas Bau im Absturz – Welt-BIP verliert 1% Wachstum durch China-Flaute: Während China in der Elektromobilität derzeit vorausfährt erweist sich die Bau- und Immobilienwirtschaft derzeit eher als Bremsfallschirm mit hohem sozialen Risikopotential durch Vermögensverlust des gerade entstandenen Mittelstandes, der mangels Alternativen in den Immobilien-Hype investierte. Unseren Lieblingsstatistiker „erinnert alles fatal an die lange, lange Immobilien- und Konjunkturmalaise in Japan. Wenn eine Blase mal platzt, ist es schwierig so einen angestochenen Ballon wieder aufzublasen.“ Das „desaströse“ chinesische Zahlenwerk unterscheidet sich nur geringfügig vom deutschen Einbruch – eher im Gegenteil. (DIB-„Lieblingsstatistiker“, bearbeitet durch Werner Rohmert, Seite 22)