Der Immobilienbrief Nr 612 vom 21.11.2025

Der Immobilienbrief Nr 612

Im Editorial erinnert Werner Rohmert an die Ausgabe Nr. 100 von „Der Immobilienbrief“, die vor genau 20 Jahren erschien. Gegen landläufige Annahmen hat sich außer Nullzins-Folgen in den letzten 20 Jahren wenig getan. Rohmert hat das im Anschluss an das Editorial mit Originalzitaten aus November 2005 belegt. + + + Wegen unserer Verbandssitzung des immpresseclub erscheint der kommende „Der Immobilienbrief“ erst am 9.12.. + + + Wo Geld, Macht oder Prominenz ist, ist auch „Gesellschaft“. Die „Epstein files“ sind freigegeben. Rohmert versucht immer, heutige Aufreger aus der jeweiligen Zeit heraus zu sehen und gibt im Editorial ein Potpourri seiner eigenen „zeitgenössischen“ Erfahrungen, die heute nicht nur Kopfschütteln hervorrufen würden, aber damals normal waren. Die Frage bleibt, wer wäre damals nicht auf die „Freundschaftsanfrage“ eines der erfolgreichsten Managers der Welt eingegangen? + + + Friedrich Merz hat in Belém wieder einen Shitstorm gestartet, aber Deutschland ist wirklich das lebenswerteste Land der Erde – noch.

Auf Seite 1b hat Rohmert Zitate nur aus dem Editorial der Nr. 100 vom November 2005 gesammelt. JEDES davon könnte er ausnahmslos heute wieder bringen. Zum damaligen Aufreger-Thema „REIT“ zur Rettung des deutschen Kapitalmarktes hatte er eine dezidierte Meinung. Anachronistisch, chancenlos, ungeschickt und zu dämlich, aus Erfahrungen zu lernen. Die Original „Nr. 100“ müsste in unserem Archiv auf www.rohmert-medien.de zu finden sein.

  • AKTUELLE VDP-ZAHLEN MIT STEIGENDER NACHFRAGE NACH IMMOBILIENDARLEHEN – BF Direkt sieht sinkende Gewerbe-Durchschnittskreditvolumina: Um knapp 20% stiegen die Immobiliendarlehen der im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute in den ersten drei Quartalen 2025. Dabei entfiel allein auf Q3 dieses Jahres ein Neugeschäftsvolumen von 37,2 Mrd. Euro, der höchste Quartalswert seit Herbst 2022. Die ebenfalls gestern veröffentlichte Auswertung des BF.Quartalsbarometers zu den Kreditvolumina, die auf den Daten der letzten 10 Jahren fußt, sieht insgesamt sinkende Kreditvolumina in der gewerblichen Immobilienfinanzierung. (Rohmert, Seite 3)
  • IMMOBILIEN-HERBSTPROGNOSE 2025 – Wirtschaftspolitische Unsicherheit belastet Immobilienmärkte: Das zum Rat der Immobilienweisen des ZIA gehörende unabhängige Analysehaus bulwiengesa veröffentlichte am Dienstag die Immobilien-Herbstprognose auf Basis der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Analysen aus der hauseigenen Immobiliendatenbank RIWIS. Die Konjunktur zeige eine Aufhellung mit Unsicherheiten. Die deutsche Wirtschaft bleibe weiterhin anfällig für externe Schocks. Die wirtschaftspolitische Unsicherheit habe auf einem Niveau, das sonst nur in Krisenzeiten zu beobachten sei, im internationalen Vergleich Höchststände erreicht. (Rohmert, Seite 5)
  • MIETEN TREIBEN GLOBALE SPITZENBÜROKOSTEN NACH OBEN: Im Q3 2025 stiegen laut dem aktuellen Prime Office Costs Report von Savills die Kosten für Spitzenbüroflächen* weltweit um 0,8%. Der durchschnittliche Kostenanstieg in den vergangenen 12 Monaten erreichte insgesamt 3,3%. 25 der 40 von Savills beobachteten Märkte verzeichneten einen Anstieg der durchschnittlichen effektiven Nettokosten für Mieter. Dieser Anstieg ist auf einen durchschnittlichen Anstieg der Bruttomieten um 0,9 % weltweit im Laufe des Quartals zurückzuführen, während die Ausbaukosten und damit verbundene Kosten nahezu stabil blieben. (Rohmert, Seite 6)
  • GREIX: EIN DRITTEL REALER WERTVERLUST BEI ZINSHÄUSERN SEIT 2022 – Talsohle durchschritten, aber Metropolen verlieren real zweistellig: Die klassische „Der Immobilienbrief“-Unterscheidung zwischen zinsgetriebenen Immobilien der institutionellen Kapitalanlage und Selbstnutzerimmobilien zeigt sich auch im aktuellen German Real Estate Index (GREIX). Lt. steuerfinanziertem GREIX-Kaufpreisindex Q3 2025 ziehen die Immobilienpreise insbesondere für selbstgenutztes Wohneigentum in Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern wieder an. Die Marktaktivität löst mit annähernden Boomzahlen den Rückstau des Attentismus und der Anpassungsphase nach der Zinswende wieder auf. Mehrfamilienhäuser bzw. Zinshäuser spiegeln dagegen eher und ausgeprägter die Zinsentwicklung. (Rohmert, Seite 7)
  • GEDÄMPFTE STIMMUNG IM EUROPÄISCHEN IMMOBILIENSEKTOR – RICS sieht erhebliche Unterschiede auf Länder- und Sektorebene: Es ist die Zeit der Stimmungsbilder. In Deutschland ist die Stimmung bzw. Erwartung eines schon gestarteten neuen Zyklus eher rückläufig. Susanne Eickermann-Riepe, FRICS, Vorsitzende des RICS European World Regional Board, sieht im europäischen Sentiment ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. Während Frankreich, Deutschland, Niederlande und UK weiterhin unter Unsicherheiten und gebremstem Wachstum litten, zeigten Spanien, Portugal und Griechenland deutliche Verbesserungen. (Rohmert, Seite 10)
  • IFO INSTITUT: GESCHÄFTSKLIMA IM WOHNUNGSBAU VERSCHLECHTERT: Nach dem starken Anstieg im September sank der Geschäftsklimaindex von minus 22,0 auf minus 23,0 Punkte. Fehlende Aufträge sind weiterhin ein großes Problem. (Redaktion, Seite 12)
  • BAUGENEHMIGUNGEN LEGEN DEUTLICH ZU – Basiseffekt hilft: Zwar legte die Zahl der Baugenehmigungen im September 2025 mit 24.400 Wohnungen gegenüber dem Vorjahresmonat um fast 60% zu, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte, jedoch erklärt sich das durch den Basiseffekt des niedrigsten Monatswertes seit Januar 2012. Inwieweit sich der Trend stabilisiert oder lediglich einen Nachholeffekt in den Schubladen verschwundener Pläne der Vor-Zinswende spiegelt, ist noch offen. (Rohmert, Seite 13)
  • MYTHOS BÜRO-RÜCKKEHR – CIRCULOS VITIOSUS DES HOMEOFFICES – Büropräsenz bleibt im Schnitt nur bei 41% – Hybrid bleibt: Nachdem aktuelle Untersuchungen bereits mit dem Mythos des Mitarbeiterwunsches nach Top-Innenstadtlagen aufgeräumt haben, steht jetzt der nächste maklerpropagierte Mythos der Rückkehr ins Büro auf der Waage der Realität, die auch hier auf die falsche Seite kippt. In der letzten Ausgabe hatten wir über eine globale JLL-Studie berichtet, die eine deutliche Büro-Rückkehr bei aber anhaltender hybrider Arbeitsweise sieht. combine Consulting ist in der Neuauflage der Studie „Insights – Büronutzung 2025“ für Deutschland deutlich zurückhaltender. Die inzwischen oft herausgestellte Rückkehr ins Büro, die viele auch prominente Maklerhäuser und Unternehmen auch mit Unternehmensvorgaben propagieren, könnte in einem Teufelskreis gefangen sein. (Rohmert, Seite 14)
  • BÜROPERFORMANCE-INDEX VICTOR PRIME OFFICE WÄCHST MINIMAL – Keine Veränderung der Spitzenrenditen, Büromieten ziehen weiter an: Mit einem Indikatorstand von rund 171 Punkten für die beobachteten Toplagen der deutschen Immobilienhochburgen liegt der Wertmesser des Metropolen Büroperformance-Index Victor Prime Office von JLL knapp 27% unter dem Spitzenwert und in etwa auf dem Niveau von 2017. Allerdings geht es jetzt nach dem Tiefpunkt Mitte 2024 wieder ganz leicht aufwärts. Treiber sind vor allem die Mieten, die im Prime Office Bereich der theoretischen Kategorie „immer neu, immer vollvermietet, immer beste Lage, immer modernster Zuschnitt“, anders als in den Objekten mit leichter Lage- oder Qualitätsschwäche gestiegen sind. (Rohmert, Seite 15)
  • 56% DES DEUTSCHEN MIETMARKTES HABEN KEINEN NACHFRAGEÜBER-HANG – Mietmarkt nur bei 5% der Städte/ Kreise wirklich eng: Eine brandaktuelle Untersuchung von ImmoScout24 beflügelt die alte Diskussion, ob sich das Recht auf angemessenen Wohnraum für Bürger und Migration auch auf jeden gewünschten Standort bezieht. In 127 von 418 Städten und Kreisen besteht ein Angebotsüberhang. Es gibt dort mehr Wohnungen als Nachfrage. In 106 Regionen sind Angebot und Nachfrage ausgewogen. In 20% der untersuchten Städte und Kreise ist die Nachfrage leicht überhöht bzw. angespannt. (Rohmert, Seite 17)
  • EUROPÄISCHE EINZELHANDELSINVESTITIONEN STEIGEN UM 16%: Laut Savills stieg das europäische Transaktionsvolumen für Einzelhandelsimmobilien auf über 24,6 Mrd. Euro. Das belege die Erholung des Einzelhandelsinvestmentmarktes in Europa. In den meisten Ländern wurden im Jahresvergleich höhere Investitionsvolumina verzeichnet. (Redaktion, Seite 18)
  • IMMOBILIENKRISE: VOM PROJEKT ZUM BESTAND – Geschlossene Immobilienfonds unter Druck: Die Immobilienkrise bleibt, doch ihr Schwerpunkt hat sich deutlich verschoben. Nach den Projektentwicklern geraten nun zunehmend auch Bestandsimmobilien in den Krisenfokus. Besonders ältere Büro- und Gewerbeobjekte in B- und C-Lagen kämpfen mit Leerstand, Sanierungsstau und sinkenden Bewertungen. Geschlossene Immobilienfonds, die in solche Objekte investiert sind, stehen dabei vor besonderen Herausforderungen. Ihr Prozess des Strukturwandels verläuft weniger spektakulär, dafür schleichend und systemisch tiefgreifend. Langfristig gebundenes Kapital, geringe Liquidität und hoher Fremdkapitalanteil schränken die Handlungsfähigkeit des Managements massiv ein. (Riedemann, Seite 18)
  • HOTEL-INVESTMENT-BAROMETER: Gedämpfte Erwartungen und polarisierende Trends: Die Situation im deutschen Hotel-Investment-Markt ist komplex, die Stimmung differenziert. Das ist das Ergebnis des 13. Investment-Barometers für Hotels von Union Investment und dem Fachmagazin HospitalityInside. Die Perspektiven für das eigene Unternehmen und die Branche werden lt. Umfrage insgesamt gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert gesehen. Demgegenüber wird die Umsatz-Entwicklung der Hotelsales unsicher gesehen. Bei den Trends verschärfe sich die Polarisierung. (Rohmert, Seite 20)
  • GERMAN REAL ESTATE DIALOGUE – „Germany in a Shifting World – Ready for a Restart?“: Der German Real Estate Dialogue im Sofitel Opera Frankfurt, organisiert von Florentina-A. Freise gab spannende Gesprächsmöglichkeiten. Am Vormittag gab es Keynotes von Marc Schattenberg, Senior Economist bei der Deutschen Bank und Thomas Sevcik, Co-Founder von Arthesia. Schattenberg stellte die Frage: „Germany in a Shifting World – Ready for a Restart?“, während Sevcik mit „Dark Yoga“ eine Vision für resiliente, hybride Stadt- und Nutzungskonzepte präsentierte. Das bot eine spannende Grundlage für viele Diskussionen über die aktuelle Situation und künftige Entwicklungen in der Branche. In den Gesprächen ging es viel um KI und die Frage, wie sich der Markt in den nächsten Jahren verändern wird. ( C. Rohmert, Seite 21)
  • REAL ESTATE FINANCE DAY 2025: Wachstum entsteht nicht durch Wunschdenken, sondern durch Investitionen: Mit Aussagen wie „Das Haus Deutschland muss kernsaniert werden“ und „Der Alptraum ist wahr geworden, wir be-finden uns in einer L-Konjunktur“ eröffnete Prof. Dr. Dr. Hanspeter Gondring FRICS, ADI Akademie der Immobilienwirtschaft, den 12. Real Estate Finance Day, ausgerichtet von der Kommunikationsagentur Targa Communications. Der Real Estate Finance Day zählt mit über 300 Teilnehmenden zu den führenden Konferenzen für gewerbliche Immobilienfinanzierung im deutschsprachigen Raum. Die FAP Group nutzte die Konferenz, um den jährlichen „FAP Private Debt Report“ und dessen zentrale Ergebnisse öffentlich vorzustellen. Die Studie analysiert aktuelle Entwicklungen im Markt für alternative Immobilienfinanzierungen. Sie zeigt, dass trotz anhaltend anspruchsvoller Rahmenbedingungen eine leichte Aufhellung der Stimmung erkennbar ist. Welche Rolle juristische Strukturierung und rechtliche Standards aktuell bei Finanzierungen spielen, zeigten der Impulsvortrag von Mike Danielewsky und die anschließende Podiumsdiskussion. (Rohmert, Seite 21)

Der Immobilienbrief Ruhr Nr. 180 von Dr. Gudrun Escher ab Seite 23

  • Nischenthema für Spezialisten – ESG und Baudenkmal: ESG verlangt Veränderung an der Immobilie – Denkmalschutz erlaubt Veränderungen nur eingeschränkt – geht das trotzdem zusammen? Colliers hat sich der Aufgabe gestellt, Bedingungen und Erfahrungen in der ersten Ausgabe ihrer „ESG-Dialoge“ nachzugehen. (Seite 1)
  • ESG UND BAUDENKMAL – GEHT DAS ZUSAMMEN? Fragen an den Initiator und Autor der von Colliers vorgelegten Studie „ESG und Baudenkmal“ Till Johannes Brühhöfener-McCourt, Head of ESG Services Colliers Germany (Seite 3)
  • ALTERNATIVEN IN RANDLAGEN – IVD sorgt für Transparenz bis in die Provinz: Wo die üblichen Analysen versagen: Ob aus Moers oder Herne – Makler mit Ortskenntnis liefern auch aus Randlagen kontinuierlich Daten für die Gewerbepreisspiegel des IVD. (Seite 4)