Der Immobilienbrief Nr 614 vom 19.12.2025

Der Immobilienbrief Nr 614

Im Editorial beschreibt Werner Rohmert neben dem jahreszeitlichen Plätzchen-Drama seine wachsende Sorge über die wirtschaftliche Gemengelage, die schwache Anzeigenlage und die angespannte Situation der Fachverlage zum Jahresende. Das ist keine Weihnachtsgeschichte. Weihnachten ist auch die Zeit des Dankes. Rohmert bedankt sich bei seinen Kollegen und allen, die den Verlag dieses Jahr unterstützt haben: Aurelis Real Estate, Bauwert AG, BIB Pro Immo, Branicks Group AG, BVT Unternehmensgruppe, EBZ Business School, Empira AG, Finexity, Garbe Unternehmensgruppe, HypZert, Leipziger Stadtbau AG / VOYLÀ Service GmbH, Pangea Life GmbH, Quadoro, Realis AG, Robert C. Spies, Sonar Real Estate, Union Investment und vdp Research GmbH. Ansonsten hat Rohmert das anhaltende Desaster der Wohnimmobilien-AGs betrachtet, von denen allein die Größte seit Peak mehr Vermögen verknallt hat als wahrscheinlich alle Immobilienfonds der Nachwende-Zeit und stellte die „Wie konnte es dazu kommen?“ Frage. Irgendwie fehlt Rohmert bei den ganzen Friedensverhandlungen „mit sich selber“ die andere Seite. Putin lacht sich abends in den Schlaf. Rohmert blickt auf den massiven Vertrauensverlust der Bürger in Medien und Politik. Was macht einen Staat aus? Was ist davon bei uns geblieben? Welche Politik-Richtung profitiert davon? Rohmert blickt auf 40 Berufsjahre zurück, ordnet frühere Krisen ein und beschreibt die heutige Situation als strukturell neu und tiefgreifend. Aber last but not least wünscht Werner Rohmert den Leserinnen und Lesern frohe Feiertage, Erfolg im neuen Jahr und ein bewussteres Denken an unabhängige Fachmedien.

  • DAS DEBAKEL DER WOHNIMMOBILIENAKTIEN SETZTE SICH 2025 FORT – Über 50% Minus in 5 Jahren, über 20% Minus zu 52-Wochen-Hoch: Knapp 40 Mrd. Euro Aktienwert haben allein die vier großen seriösen (?) Wohnimmobilien AGs seit dem Peak im August 2021 verknallt. Totalverluste bei Adler und anderen Pleiten sind noch nicht einmal berücksichtigt. Vonovia stellt mit -28 Mrd. Euro wohl die gesamte Skandal-Fondswirtschaft der Nachwende-Ära in den Anlegerverlust-Schatten.  Und dieses Jahr ging es weiter bergab. Können Sie es eigentlich noch hören? „Wohnimmobilien schützen vor Inflation. Wohnimmobilien sind wertstabil. Wohnimmobilien bringen stabile Renditen. Mieten steigen immer…“ Das sind die nicht ausrottbaren Märchen der Wohnimmobilienindustrie. (Rohmert, Seite 3)
  • WEIHNACHTSMARKT-TRACKER 2025 – Preise, Whiskey, Schokolade, Poller und Petting: Auch dieses Jahr wurde sich wieder tief in die Glühweintöpfe und Bratwurstgrills gestürzt, um mit einem schmunzelnden Auge die wirklich wichtigen Fragen rund um die Weihnachtsmärkte zu klären. Kurz gesagt: Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Liebe, sondern auch ein Fest der Ökonomie, Biologie und Poller-Philosophie. Glühwein wird teurer, aber nicht dramatisch – er dient als Lockmittel, die Marge steckt aber in der Bratwurst. (Beyerle, Seite 6)
  • GLOBALE IMMOBILIENINVESTITIONEN STEIGEN – Ziel 2026: Plus 15 % und über 1 Billion US-Dollar: Laut Savills World Research ist mit dem stärksten relativen Wachstum in der EMEA-Region (+22 %) und weiterhin dominierender Bedeutung Amerikas zu rechnen. Getragen wird die Erholung von zunehmendem Investorenoptimismus, steigenden Mieten und Kapitalwerten bei hochwertigen Büroimmobilien, sowie robuster Nachfrage in Wohn-, Industrie- und Logistiksegmenten. Als zentraler Zukunftstreiber gilt die Technologie, insbesondere KI. (red, Seite 9)
  • SCHWACHES IMMOBILIENKLIMA SIEHT NUR BEI HOTEL VERBESSERUNG: Der Immobilienmarkt hat sich stabilisiert, aber nicht erholt. Während nahezu alle Assetklassen an Stimmung verlieren, verbessert sich lediglich das Hotelklima deutlich. Besonders stark unter Druck steht der Bürosektor. ( red, Seite 10)
  • ZYKLEN UND GEGENWELLEN: Der Artikel ist zu unserer Ausgabe Nr. 600 in REFIRE auf Englisch erschienen. Bei unserer Übersetzung sind 3 Punkte zu beachten: 1. Wir können Ihnen REFIRE nur dringend ans Herz legen. 2. Chatgpt übersetzt beeindruckend. 3. Rohmert hat es gefreut, dass Charles seine Thesen über einige Zeit analysiert und pointiert gewichtet hat. Er hat sich „wiedergefunden“: Die 600. Ausgabe von „Der Immobilienbrief“ zeichnet ein schonungsloses Bild des deutschen Immobilienmarktes. Der Abschwung ist nicht nur zyklisch, sondern Ergebnis jahrzehntelanger struktureller Versäumnisse. Besonders der Bürosektor droht dauerhaft an Wert zu verlieren. Chancen entstehen nur für aktive Investoren, die Gegenwellen erkennen und konsequent nutzen. (Charles Kingston, Seite 10)
  • WERNER ROHMERT AUCH 2026 SACHWERT.WEISE.R DER STIFTUNG FINANZBILDUNG – Aber was ist das? Das Vertrauenssiegel Sachwert.WEISE.r der Stiftung Finanzbildung kennzeichnet ausgewiesene Experten für Sachwerte, die fachliche Kompetenz, Integrität und Reputation nach einem wissenschaftlich begleiteten Verfahren nachweisen. Es schafft Transparenz und Orientierung in einem komplexen Finanzmarkt, in dem Vertrauen eine zentrale Rolle spielt. Das Siegel wird nur nach einem dreistufigen Prüfprozess vergeben und ist unabhängig von Banken, Verbänden und Lobbyinteressen. (Pelikan, Seite 14)
  • EY / ULI-STUDIE: ASIEN ZIEHT EUROPA UND USA DAVON – Europa punktet nur noch ökologisch: Europas sechs Top-Viertel beherbergen „2,5-mal weniger“ Fortune Global 500-Hauptsitze (was immer „2,5-mal weniger“ heißen mag) als ihre asiatischen Pendants. Die Investitionsvolumina lagen 2024 um 60% unter denen Asiens – eine komplette Umkehr von 2020. Damit enteilt Asien Europa und den USA wirtschaftlich mit voller Geschwindigkeit: mehr Konzernzentralen, mehr Kapital, mehr Dynamik. Europas Geschäftsviertel verlieren an Bedeutung. Der einzige „Trost“: Europa ist ökologisch besser – vor allem Frankfurt und Amsterdam glänzen grün. Doch Nachhaltigkeit ersetzt keine wirtschaftliche Schlagkraft. Die unbequeme Frage bleibt: Reicht Moral, wenn Macht fehlt? (red, Seite 16)
  • DEUTSCHE BÜROMÄRKTE: GIF/CRES-CONSENSUS-BÜROMARKTPROGNOSE – Spitze hui, Breite pfui: Spitzenmieten steigen, während der Leerstand weiter wächst. Der Markt spaltet sich brutal in begehrte Premiumflächen und kaum noch vermittelbare Altbestände. Wer nicht ESG-konform, modern und zentral ist, fällt durchs Raster. Die Prognose: Stabilität an der Spitze, Stress im Mittelfeld. Büromärkte werden selektiver – und gnadenloser. (red, Seite 18)
  • WOHNUNGSMANGEL IN DEUTSCHLAND – VERSUCH EINER QUANTIFIZIERUNG – Plausibilisierung bisheriger Veröffentlichungen – eine Analyse: Der deutsche Wohnungsmangel wird systematisch kleingerechnet – und das seit Jahren. Steigende Preise seit 2006 sind kein Zufall, sondern ein klares Knappheitssignal. Realistisch fehlen nicht ein paar Hunderttausend, sondern bis zu zwei Millionen Wohnungen. Und selbst das ist nur eine Momentaufnahme. Ohne radikale Trendwende wächst das Defizit weiter – bis mindestens 2040. (Gondring, Seite 19)
  • TEURE ZUKUNFT: WOHNIMMOBILIENPREISE STEIGEN WEITER – Europace Hauspreisindex (EPX) verzeichnet leichten Anstieg: Besonders Neubauten ziehen kräftig an, während Bestandsobjekte stabil bleiben. Der Markt signalisiert klar: Wohnen bleibt knapp – und damit teuer. Wer auf fallende Preise hofft, wartet vermutlich vergeblich. (red, Seite 22)
  • BERLIN, FRIEDRICHSTRASSE: TOTGESAGT UND NEU GEBOREN! Nach der Wiederöffnung für den Autoverkehr zeigt die Friedrichstraße klare Erholungstendenzen. Passantenfrequenzen steigen, Leerstände sinken und neue Nutzungskonzepte beleben den Standort. Die autofreie Phase gilt aus Sicht der Marktteilnehmer als gescheitert. Entscheidend für die Zukunft bleiben Erreichbarkeit, Nutzungsmix und echte Aufenthaltsqualität. ( Aengevelt, Seite 22)
  • RICS NACHHALTIGKEITSBERICHT ZEIGT GLOBALEN STILLSTAND: Der RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) Nachhaltigkeitsbericht 2025 zeigt einen deutlichen Rückgang des Klimainteresses auf. Die globale Transformation zur Klimaneutralität schreite langsamer voran als erforderlich. In einigen Regionen käme der notwendige Strukturwandel nahezu zum Erliegen. (Rohmert, Seite 23)
  • NACHHALTIGKEIT IM BÜRO WIRD GENERATIONSTHEMA – Untersuchung von Sonar Real Estate offenbart deutliche Präferenzen der Gen Y: Eine aktuelle Studie von Sonar Real Estate zeigt, dass insbesondere die Generation Y Nachhaltigkeit als entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Arbeitsplatzes betrachtet und deutlich höhere ökologische Erwartungen an Bürogebäude stellt als ältere Führungskräfte. Unternehmen und öffentliche Hand riskieren ohne glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategien langfristig Nachteile im War for Talents.(C. Rohmert, Seite 24)
  • OSTDEUTSCHE IMMOBILIENMÄRKTE WEITGEHEND ROBUST – Stabil, aber nicht sorgenfrei: Die ostdeutschen Immobilienmärkte haben sich lt. DZ Hyp Analyse überraschend robust entwickelt. Abwanderung und Strukturbruch sind verarbeitet, doch der demografische Wandel bleibt die große Bremse. Wachstumsstädte wie Berlin, Leipzig und Dresden ziehen weiter an, kleinere Standorte treten auf der Stelle. Büros spalten sich auch hier in modern gefragt und alt problematisch. Ostdeutschland ist stabil – aber nicht automatisch zukunftssicher. (red, Seite 25)
  • LOGISTIKIMMOBILIENMARKT ZWISCHEN STABILISIERUNG UND WACHSTUM – Experten zeichnen ein vorsichtig optimistisches Bild: Der Logistikmarkt beruhigt sich – ohne in Euphorie zu verfallen. Mieten und Renditen stabilisieren sich, Leerstände bleiben niedrig. Neue Nachfrage kommt aus E-Commerce, Verteidigung und Energieinfrastruktur. Stromverfügbarkeit wird zum entscheidenden Standortfaktor. Wachstum ja – aber kontrolliert, selektiv und strukturell getrieben. (red, Seite 26)

 

Der Immobilienbrief Ruhr Nr. 181

von Dr. Gudrun Escher ab Seite 27

 

  • Logistikmarkt Ruhrgebiet wieder auf gutem Niveau. (Seite 1)
  • DGNB-Gold-Zertifikat in zwei Wochen ohne CapexFragen an Kunibert Lennerts, ikl GmbH. (S. 2)
  • Apell zur Zukunft denkmalgeschützter Kirchen.  (Seite 4)
  • Hotels im Aufwind: Intercity Hotel am Essener Hauptbahnhof wird zum Spark by Hilton. (Seite 5)