Der Immobilienbrief Nr. 622

Der Immobilienbrief Nr 622

Im Editorial fragt sich Werner Rohmert wieder, welch Geistes Kind man sein muss, in jetziger Situation eine neue Giftmischung über der Volkswirtschaft zu verteilen. Werden die ganzen Irren von der AfD bezahlt? Die große Frage der kommenden 36 Monate ist, ob Bonitätsoptimierung im Nullzinsumfeld als nachhaltiges Geschäftsmodell reicht und wer bei jetziger Ebbe ohne Badekleidung dasteht. Selbst auf anständige Geschäftsmodelle, die Prolongations- und Stillhalte-Zombies mal ganz außen vor, hat die Börse in 5 Jahren mit (fast) 90% Kursverlust reagiert. Bereits vor 20 Jahren, in Ausgabe 148 vom 7.9.2007 (!), hat Rohmert die Bewertungsspirale der Immo AGs scharf moniert und auf die Folgen hingewiesen (den Artikel finden Sie als Anhang ab Seite 27 beigefügt). Die Folgen kamen 2 Jahre später in der Finanzkrise und noch wahnsinniger in der Nullzins-Ära. Jetzt müssen wir wieder damit leben oder sterben. Sicherlich bleibt es noch einige Jahre trübe, meint auch unser Chefvolkswirt Hanspeter Gondring, aber Rohmert bleibt positiv. Jetzt kommt die Zeit der Opportunities und der Hidden Champions. Letzteres sind die Mittelständler mit eigenem Geld und nicht irgendwelche Angestellten im Optimierungsdrang ihres Vertrages oder als Erfüllungsgehilfen gesellschaftlichen Interesses. Und ACHTUNG: „Der Immobilienbrief“ wird 25! Bleiben Sie uns mit Anzeige und / oder Beitrag in unserer Sonderausgabe vom 24.7.26 gewogen. Wir werden nicht vom „Heiligen Bertelsmann“ oder von einem Großverlag finanziert, sondern müssen zumindest Mitarbeiter bezahlen, auch wenn das Management längst auf Gehälter verzichtet. (Seite 1)

  • GALERIA-DESASTER KÖNNTE IN DIE NÄCHSTE RUNDE GEHEN: Die Zukunft des Warenhauskonzerns bleibt unsicher: Berichten zufolge wurden Vermieter erneut um Mietstundungen gebeten, teils sind April-Zahlungen ausgeblieben. Nach drei Insolvenzen schwindet das Vertrauen vieler Eigentümer in die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Trotz staatlicher Unterstützung in der Vergangenheit droht nun eine weitere Krise. ( Rohmert, Seite 3)
  • VDP-JAHRESPRESSEKONFERENZ: POSITIVE ZAHLEN AUS 2025 IN WIRTSCHAFTLICH UNSICHEREN UND RECHTLICH BEDENKLICHEN ZEITEN: Für die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Mitgliedsunternehmen verlief das Geschäftsjahr 2025 positiv. Die Vergabe neuer Immobiliendarlehen sowie das Pfandbriefvolumen konnte ausgeweitet werden. Ausschlaggebend dafür war zum einen, dass die Erholungsphase an den Immobilienmärkten ganzjährig anhielt, zum anderen, dass Pfandbriefe investorenseitig weiter auf große Nachfrage stießen. Auf der Jahrespressekonferenz des Verbands am 22. April drehten sich die Gespräche neben den Zahlen vorwiegend um die Eskalation im Mittleren Osten und deren Auswirkung auf die wirtschaftliche Situation. Auch die Vergesellschaftungsbewegung in Berlin, die in- und ausländisch bei Investoren zu Verunsicherung führt, war Thema. ( Wrede, Seite 3)
  • INTERVIEW MIT TIBOR VON WIEDEBACH-NOSTITZ, BVT UNTERNEHMENSGRUPPE MÜNCHEN – 50 Jahre US-Investments, 50 Jahre Fond+ Die BVT Unternehmensgruppe blickt auf fünf Jahrzehnte Erfahrung im US-Markt zurück und positioniert sich weiterhin als stabiler Anbieter von Sachwertfonds. Im Interview mit „Der Immobilienbrief“ betont Geschäftsführer Tibor von Wiedebach-Nostitz die Bedeutung von Erfahrung, insbesondere in Krisenzeiten. Aktuell setzt BVT auf US-Wohnimmobilien sowie Energie- und Infrastrukturinvestments, etwa Batteriespeicher. ( Rohmert, Seite 7)
  • WOHNUNGS-BAUGENEHMIGUNGEN UM 24% GESTIEGEN – ZIA sieht Hoffnungsschimmer, Ifo-Geschäftsklima-Index Wohnen fällt: Im Februar stiegen die Baugenehmigungen lt. Statistischem Bundesamt um 24,1% im Vorjahresvergleich auf 22.200 Wohnungen. Für den ZIA sind die Zahlen ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer. Es bleibe aber die Frage, wie tragfähig der Aufschwung sei. Außerdem bleibt die Frage, wieviel in geändertem Umfeld mit möglicherweise steigenden Zinsen tatsächlich umgesetzt werden. Die Euphorie dämpft auch der brandaktuelle Geschäftsklima-Index des ifo Instituts zum Wohnungsbau, den die Zinssorgen belasteten. Die Stimmung im Wohnungsbau habe sich im März von minus 17,7 auf minus 19,5 Punkte weiter verschlechtert. ( Rohmert, Seite 10)
  • QUARTALSBAROMETER Q1 2026 – Finanzierungsstimmung bleibt trüb: Das BF.Quartalsbarometer zeigt eine weiterhin gedämpfte Stimmung unter Immobilienfinanzierern mit eingeschränkter Kreditbereitschaft. Geopolitische Unsicherheiten belasten die Erwartungen, während das Neugeschäft weitgehend stagniert. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb leicht zu und alternative Finanzierungsformen gewinnen an Bedeutung. ( Rohmert, Seite 11)
  • VDP-CHECKLISTE ZUR FINANZIERUNG VON ERBBAURECHTEN: Der Verband deutscher Pfandbriefbanken hat eine Checkliste zur Finanzierung von Erbbaurechten veröffentlicht, um steigende Praxisrelevanz zu adressieren. Zwar gelten grundsätzlich ähnliche Kriterien wie bei klassischen Immobilienkrediten, doch spielen Laufzeiten und Zustimmungserfordernisse eine zentrale Rolle. Kritisch bleibt die langfristige Belastung durch steigende Erbbauzinsen sowie mögliche Verkaufshemmnisse. ( Rohmert, Seite 12)
  • LOGISTIKFLÄCHENMARKT STARTET STARK INS JAHR: Nach dem insgesamt eher desaströsen Zahlenwerk der klassischen Assetklassen, insbesondere bei Büro, ist der Logistikmarkt eine eher angenehme Abwechslung. Der deutsche Lager- und Logistikflächenmarkt ist nach Darstellung von BNPPRE sehr stark in das Jahr 2026 gestartet. Der bundesweite Flächenumsatz erreichte ein Plus von 30% und 1,5 Mio. qm. Der Markt zeige sich damit trotz geopolitischer und konjunktureller Belastungen robust. ( Rohmert, Seite 13)
  • Q1-HOTEL-INVESTMENTMARKT ZWEIDRITTEL UNTER 10-JAHRESSCHNITT: Die Berichterstattung über den deutschen Hotelinvestmentmarkt startet uneinheitlich ins Jahr 2026, mit stark divergierenden Einschätzungen der unterschiedlichen Maklerhäuser. Während einige von einem schwachen Auftakt sprechen, sehen andere positive Impulse. Einigkeit besteht bei strukturellen Trends: kleinere Deals dominieren, internationale Investoren bleiben prägend. Insgesamt liegt das Transaktionsvolumen jedoch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. ( Rohmert, Seite 16)
  • WHITEPAPER IMMOBILIENKONJUNKTUR 2026/2027 – Im Sog der Konjunkturellen K-Formation: Bei der Analyse der Konjunktur ist es nicht mehr opportun, den Konjunkturverlauf „netto“ wachsende und schrumpfende Branchen gegeneinander aufzurechnen, weil dadurch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der einzelnen Branchen in ihrer Transformation (Adaption der Marktveränderungen) verdeckt bleiben. Branchen auf dem „steigenden Ast“ sind wettbewerbs- und zukunftsfähig und damit wachsende Branchen, während Unternehmen auf dem „fallenden Ast“ zunehmend an Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit verlieren und damit „sterbende“ Branchen sind, wenn sie die Transformation weiter hinauszögern oder nicht umsetzen können. Auf dem fallenden Ast befindet sich auch die Bau- und Immobilienwirtschaft. Gerade die Immobilienbranche ist aber nicht nur stark von der jeweiligen Konjunktur abhängig, sondern auch besonders von den rechtlichen und exogenen Rahmenbedingungen, die die notwendigen Anpassungsprozesse verzögern bzw. sogar noch verhindern. ( Gondring, Seite 18)
  • CATELLA DÜSSEL-TERRASSEN-FEST MARKIERT NÄCHSTEN MEILENSTEIN FÜR NACHHALTIGES WOHNEN: Am 20. April feierte Catella Project Management mit über 100 geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Nachbarschaft und Projektpartnern den erfolgreichen Abschluss der Rohbauphase des ersten Bauabschnitts im Wohnquartier Düssel-Terrassen an der Schlüterstraße in Alt-Erkrath. Parallel laufen bereits die Abstimmungen für die nächsten Bauabschnitte des urbanen Stadtquartiers mit rund 800 Wohnungen auf 6,5 Hektar. ( Wrede, Seite 22)
  • ROHRSANIERUNG MIT SPRAY-COATING – Innovative Lösungen für nachhaltige Instandhaltung sparen Geld: Moderne Verfahren der Rohrsanierung ermöglichen kosteneffiziente und nachhaltige Instandhaltung ohne aufwendige Eingriffe in die Gebäudestruktur. Methoden wie Inliner, Sprühbeschichtung oder Rohr-in-Rohr-Technik verlängern die Lebensdauer bestehender Leitungen erheblich. Besonders die minimalinvasive Umsetzung und geringere Belastung für Nutzer sprechen für diese Ansätze. Unternehmen wie P&N Kanaltechnik bieten hierfür spezialisierte Lösungen für Wohn- und Gewerbeimmobilien an. ( Oschatz, Seite 24)
  • WOHNBAUTAG – WOHNEN IM FOKUS – Wo Wunsch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen: Im Januar wurde in Deutschland lt. Destatis der Bau von 19.500 Wohnungen genehmigt, 8,4% mehr als im Vorjahresmonat. Allerdings ist daraus noch keine nachhaltige Erholung der Fertigstellungen abzuleiten, denn die Zahl der Projekte mit Genehmigung, aber ohne Baubeginn bleibe auf Rekordniveau. Die wachsende Komplexität des Wohnungsbaus gepaart mit den Hemmnissen bei den Finanzierungen wirke sich auf die Realisierungsdauer nachteilig aus. ( Escher, Seite 25)