Droht eine Wohnungsnot in Deutschland?

16.August 2012   

Frankfurt steuert gegen

Das Prestle-Institut Hannover prognostiziert, dass 2017 400.000 Wohnungen fehlen werden. 100.000 sind es laut Prestle schon heute, und zwar vor allem in den Großstädten Das treibt die Mieten in die Höhe. In Frankfurt beispielsweise stiegen die Nettokaltmieten nach Ermittlungen des Immobilienportals immowelt.de im vergangenen Jahr um 8%. Dieser Misere will die Stadt Frankfurt entgegen wirken. Sie stellt für Wohnungen 100 Mio. Euro Fördermittel in diesem Jahr bereit.

Da die Zahl der Sozialwohnungen seit Jahren sinkt, legt die Stadt bei ihrer Förderung hier einen Schwerpunkt. In der Pipiline sind 34,8 Mio. Euro für zwölf Projekte. Dafür können 712 Wohnungen gebaut werden, und zwar im Europaviertel und am Riedberg. Weitere elf Projekte mit 418 Wohnungen sind geplant. Dafür stehen 31,6 Mio. Euro bereit. Ein Projekt im Gallusviertel mit 50 Sozialwohnungen wird noch in diesem Monat begonnen. Anspruch auf Sozialwohnungen haben Mieter, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Sie zahlen fünf Euro kalt pro Quadratmeter. Für energiesparende Passivhäuser werden 50 Cent zusätzlich verlangt.

Neben dem Programm zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus hat die Stadt ein „Programm für familien- und seniorengerechten Mietwohnungsbau“ aufgelegt. Auch hier gelten bestimmte Einkommensgrenzen, die aber höher liegen als bei Sozialwohnungen. Die Mieten unterschreiten die Sätze des Mietspiegels um 15 bis 35%. 24,7 Mio. Euro sind für neun Projekte mit 353 Wohnungen zugesagt. Auf dem Papier gibt es vier weitere Projekte mit 56 Wohnungen und 5,2 Mio. Euro Fördermittel.

Die mehr als 107 Mio. Euro Fördermittel kann die Stadt in diesem Jahr aufbringen, weil es Überhänge aus de Vorjahren gibt. Für die kommenden Jahre, so schätzt das Planungsamt, werden jährlich 45 Mio. Euro benötigt.

Die größte Baustelle in der Main-Metropole befindet sich auf dem ehemaligen Degussa-Gelände, direkt am Main. 600 Mio. Euro werden in das zwei Hektar große Gelände investiert. Das Maintal-Areal, ein kleines urbanes Stadtquartier, wird von der Deutschen Immobilien Chancen (DIC) realisiert. Bis 2016 entstehen Shops, Büros, Restaurants und Wohnungen. (CW)

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