Europäische Büromärkte – Nur wenig Bewegung

25.Juli 2013   

 

Büroimmobilienuhr von JLL nahezu unverändert

Der europäische Büroimmobilienmarkt zeigt im zweiten Quartal die unterschiedlichen Entwicklungen auf den einzelnen Märkten Europas deutlich. Lt. der Büroimmobilienuhr von Jones Lang LaSalle (JLL) bewegen vor allem die deutschen Märkte noch in den Quadraten des Mietpreiswachstums. In Mailand und Warschau hingegen steigt der Abwärtsdruck.

Der europäische Büroimmobilienmarkt spiegelt die Auswirkungen der Eurokrise. Während in den als sicheren Häfen angesehenen Standorten in Deutschland und Skandinavien die Mietpreise steigen, zeigt der Markt in Dublin, der auch langsam aus der Eurokrise kommt, erste Erholungsentwicklungen. Einen Abwärtsdruck verspüren bereits die Märkte in Mailand, Zürich und Warschau während Märkte wie Prag, Brüssel oder Kiew auf eine Erholung warten.

Die unterschiedlichen Entwicklungen zeigt auch der Mietpreisindex für Büroflächen im zweiten Quartal mit einem leichten Zuwachs von 0,2% im Vergleich zum Vorquartal. Im Jahresvergleich jedoch bewegt sich der Index bei Minus 0,7%. Die Heterogenität der Märkte wird auch durch die verschiedenen Geschwindigkeiten der Marktentwicklungen deutlich. So konnte der Büromarkt Dublin seit dem Tiefstand Mitte 2012 um 16,7% zulegen. Gegenüber dem Vorquartal legten sie um 9,4% zu, ebenso Edinburgh (+7,4%) Düsseldorf (+5,8%) und Luxemburg (+5%). Nur diese vier Märkte konnten einen Zuwachs aufweisen. Budapest mit einer geringen Flächennachfrage verzeichnet ein Minus von 2,5%, Warschau vor allem durch ein steigendes Flächenangebot einen Rückgang von 2,0%, Barcelona notierte bei -1,4%. In den übrigen 16 Indexstädten blieben die Spitzenmieten unverändert. Auf der europäischen Büroimmobilienuhr hat nur Warschau den Quadranten vom „Beschleunigten Mietpreisrückgang“ zum „Verlangsamten Mietpreisrückgang“ gewechselt. Bis zum Ende des Jahres erwartet JLL keine großen Änderungen auf der Uhr. Während London sich robust zeigt, Frankreich unter der schwächelnden Konjunktur leidet wird die Dynamik der Märkte im wesentlichen durch Deutschland und Skandinavien forciert.

Der Büroflächenumsatz ist im zweiten Quartal auf 4,8 Mio. qm um 5% in West- und 7% in Mittel- und Osteuropa gewachsen. Dem 5- und 10-Jahresschnitt hinken die Märkte um 5% Umsatzvolumen hinterher. 14 der 24 Märkte zeigten ein Umsatzwachstum. Zuwächse verzeichnen neben den deutschen Metropolen auch Stockholm, Den Haag, Utrecht und Rotterdam. Rückgänge wurden in Amsterdam und vor allem Madrid mit zwei Drittel Umsatzrückgang verzeichnet.

Der europaweite Leerstand lag unverändert bei 9,7%. Während in Westeuropa der Leerstand auf 9,2% zurückging musste in Mittel- und Osteuropa eine Steigerung auf 14% hingenommen werden. An dieser Tendenz dürfte sich nicht viel ändern. Neue Flächen werden zumeist sofort absorbiert. Die niedrigen Fertigstellungszahlen sind mit 720.000 qm auf dem niedrigsten Stand seit 10 Jahren.

Die Spitzenmieten verhalten sich nahezu unverändert. Das Londoner West End bleibt mit 1.225 Euro/qm/Jahr Spitzenreiter in Europa. Frankfurt ist mit 408 Euro/qm/Jahr auf dem dreizehnten Platz. (AE)

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