Expo Real 2016 – wo ist die Rendite?

17.September 2016   

Das Oktoberfest eröffnet heute seine Tore. Für die Immobilienprofis beginnt damit auch die Vorfreude und heiße Vorbereitungsphase für die Expo Real, die vom 4.-6.10. wieder ihre Tore an der Messe München öffnet. Diesmal von Dienstag bis Donnerstag – Feiertag sei dank.

Rund 1.700 Aussteller aus mehr als 30 Ländern werden auf der Messe erwartet. Deutschland wird dabei im Fokus bleiben – das zumindest könnte man angesichts des wirtschaftlichen Umfelds in Europa durchaus erwarten. Weitere Themen dürften der Brexit, die Nachfrage nach Core-Immobilien sowie die Suche nach der rentierlichen Alternative sein. Das könnten Gesundheitsimmobilien oder aber auch Logistikobjekte sein. Neben Neubau steht auch der Bestand im Fokus. Nie waren die Zeiten besser Deutschlands „Altbau“ zu sanieren.

Wir werden auch auf der Messe sein. Sollten Sie Gesprächsbedarf haben, dann melden Sie sich doch einfach unter 0152 52760447

Presse-Statements zur Expo Real 2016
von Andreas Pohl, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hypo

Hannover, im August 2016

 
Preisentwicklung:
„Nachfrage-Rekord vs. Angebotsmangel“
„Die auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt schon länger existierende ‚Produktarmut´, das heißt der Angebotsmangel an qualitativ hochwertigen Immobilien, hat sich inzwischen zu einer ‚Produktnot´ ausgeweitet. Daraus resultiert ein weiterer Rückgang der Renditen. Zumal der Anlagedruck nationaler und internationaler Investoren mangels alternativer Anlagemöglichkeiten immer weiter steigt.

Der derzeitige Angebotsmangel spiegelt sich auch im geringeren Transaktionsvolumen des ersten Halbjahres 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wider. Großvolumige Deals sind im ersten Halbjahr in Deutschland nahezu ausgeblieben.

In den Ballungszentren ist der Wohnraum weiterhin knapp. Aufgrund der hohen Nachfrage steigen dort die Mieten und Kaufpreise kontinuierlich. Es deuten sich bereits vereinzelt Preisübertreibungen in den Top-Standorten an. Eine Trendumkehr ist derzeit nicht erkennbar: Die Neubautätigkeit nimmt zwar zu, kann aber bei weitem nicht mit der erhöhten Nachfrage mithalten.

Auch bei Gewerbeimmobilien, besonders bei Büro- und Einzelhandelsimmobilien, ist bisher ein konstanter Preisanstieg erkennbar – am stärksten fällt dieser in den Top-Standorten aus. Verglichen mit den internationalen Metropolen ist das Preisniveau hierzulande aber immer noch verhältnismäßig moderat.“
Inländische Standorte und Asset-Klassen:
„Warnung vor Fehlallokationen“
„Die hohe Liquidität im Markt findet nur unzureichend Anlagemöglichkeiten, da qualitativ gute Immobilien der limitierende Faktor bleiben. Ein Ausweichen auf schlechtere Lagen und Objekte kommt für viele Investoren und Finanzierer zu Recht nicht in Frage. In diesem Zusammenhang ist auch vor Fehlallokationen zu warnen.

Im Rennen um die begehrteste Asset-Klasse ist weiterhin keine Änderung festzustellen: Büroimmobilien sind und bleiben der Spitzenreiter unter den Asset-Klassen. Einzelhandels- und Wohnimmobilien versuchen mit dem Branchenprimus mitzuhalten. Gleichzeitig etablieren sich mit Hotel- und Logistikimmobilien ehemalige Nischenplayer in der Liga, deren Professionalisierungsgrad in den letzten Jahren rasant zugenommen hat. Besonders Logistikimmobilien profitieren vom Online-Handel, der einen unumkehrbaren Trend darstellt.“
Ausländische Standorte und Asset-Klassen:
„Größte Dynamik in den Niederlanden“
„Eine ‚Produktnot‘ wie in Deutschland ist auch in Frankreich zu beobachten. Da sich die Transaktionen in Frankreich größtenteils auf die Île de France konzentrieren, ist die Angebotsknappheit dort sogar noch größer als bei uns.

Die Niederlande sind für uns derzeit der dynamischste Auslandsmarkt. Die dortigen Immobilienmärkte profitieren u.a. von sinkender Arbeitslosigkeit und Bevölkerungswachstum. So deutet sich derzeit eine weitere Erholung des Büromarktes an. Einzelhandels- und Wohnimmobilien entwickeln sich in den Niederlanden schon länger positiv. Hinzu kommt, dass der Finanzierungsmarkt deutlich weniger wettbewerbsintensiv ist als in Deutschland.

In Polen ist die Neubautätigkeit auf dem Büromarkt ungebrochen. Auch der Logistiksektor befindet sich dank einer Vielzahl von Infrastrukturmaßnahmen im Aufwind. Aufgrund der Justizreform und der damit einhergehenden politischen Diskussionen prüfen ausländische Investoren ihre Investments in Polen derzeit weitaus intensiver als in den Vorjahren. Eine Abkehr von diesem Wachstumsmarkt ist derzeit aber nicht erkennbar.“
Brexit:
„Deutscher Immobilienmarkt profitiert kurz- bis mittelfristig”
„Der ‚Schwebezustand´, in dem sich die EU nach dem Brexit-Votum befindet, und die Ungewissheit, wohin die Briten, Schotten oder Nordiren die politische Reise führt, fär¬ben auf uns alle ab. Die langfristigen Auswirkungen des Referendums auf die internationalen Immobilienmärkte lassen sich aber noch nicht abschließend beurteilen.

Vorstellbar ist sogar, dass sich die Nachfrage ausländischer Investoren nach britischen Immobilien erhöht, sofern das Preisniveau in London im Zuge des Brexits sinkt. Dies könnte sich positiv auf alle Assetklassen in Großbritannien auswirken, speziell auf den Bürosektor.

Kurz- bis mittelfristig kann Deutschlands Immobilienmarkt vom Brexit profitieren. Als politisch und wirtschaftlich stabilstes Land in der EU wird die Bundesrepublik jetzt mehr denn je von in- und ausländischen Investoren nachgefragt.“
Ausblick:
„Transaktionsvolumen 2016 kommt nicht an Vorjahreswert heran“
„Weitere exogene Krisen sind natürlich nicht ausgeschlossen, aber im Moment deuten alle Anzeichen darauf hin, dass sich die aktuelle positive Situation auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt fortsetzt. Zumal die aktuelle Niedrig- bzw. Minuszinspolitik der EZB anhält. Die Attraktivität gewerblicher Immobilien in Deutschland wird für Investoren eher noch wachsen.

Würde statistisch das Volumen erfasst werden können, das zeigt, wie hoch die Nachfrage nach Immobilieninvestments eigentlich ist, würde dieses Jahr sicherlich ein neuer Rekord zu vermelden sein. Da das Limit aber bei qualitativ guten Produkten liegt, gehen wir für 2016 von einem im Vergleich zum Vorjahr geringeren Transaktionsvolumen aus. Wir rechnen mit einem Wert zwischen 40 und 45 Mrd. Euro.“

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