Hamburg – Vorzeigestadt in Sachen Hotelmarktentwicklung

13.August 2012   

Die Marketingexperten der Hamburg-Tourismus leisten gute Arbeit: Mit einem Übernachtungsvolumen von 9,5 Mio. in 2011 (plus 6,5 %) wurde das zehnte Jahr in Folge ein Rekord bei den Übernachtungszahlen erreicht.

Der Stadt gelingt es immer wieder, eine Vielzahl touristischer Nachfragegeneratoren geschickt und systematisch zu vermarkten. Das maritime Flair, historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten, das gastronomische Angebot sowie viele Großereignisse machen Hamburg zum Tourismusmagneten. Die Wiederentdeckung der Elbe und des Hafens mit dem städtebaulichen Großprojekt Hafencity, Elbphilharmonie und eine Reihe neuer Museen, dürften auch weiterhin für Anziehungskraft sorgen. Erfolgreiche Musicals sind für 40 Prozent der Privatreisenden der Anlass für ihre Reise nach Hamburg. Für Geschäftsreisende spielen Messen und Veranstaltungen eine bedeutende Rolle. Wie andere Metropolen, in erster Linie Berlin und Barcelona, profitiert die Hansestadt vom Trend zu Kurzurlauben und Städtereisen, wie die Tourismus- und Hotelmarktstudie von Wüest & Partner und Ottenströer bestätigt. Nach Angaben der Hamburg Tourismus GmbH verfügt die Hamburger Hotellerie aktuell  über rund 328 Betriebe mit 49.763  Betten. 1998 waren es noch 250 Häuser mit 25.801 Betten.

Angebot steigt ständig

Das Bettenangebot wird beständig ausgebaut. Von Januar 2011 bis März 2012 kamen rund 1.140 Hotelzimmer auf den Markt, so die Studie des Beratungsunternehmens Dr. Lübke. Für die Jahre 2012 bis 2014 werden es nochmals kumuliert rund 3.773 sein.

Die Entwicklungsschwerpunkte liegen einerseits auf dem Budget-Segment und anderseits auf dem gehobenen Segment, so Alexander Trobitz, Leiter Hotel bei Dr. Lübke. Budget für das junge sowie preisbewusste Klientel, teilweise auch für Geschäftsreisende, und das gehobene Segment für komfort- und serviceaffine Privat- und Geschäftsreisende. Gleich mehrere Projekte werden in der HafenCity realisiert, darunter das Westin Elbphilharmonie mit 244 Zimmern und das Stadthaushotel Hafencity Hamburg mit 90 Zimmern, beide mit geplanter Eröffnung im Jahr 2013. In diesem Jahr sind unter anderem das Aspria Hotel Uhlenhorst und die Superbude II dazugekommen.

„Hamburg ist eine Vorzeigestadt in Sachen Hotelmarktentwicklung und nach wie vor bei Projektentwicklern und Investoren äußerst beliebt“, betont Kay Heimerer, Manager Hospitality beim Beratungsunternehmen Deloitte. „Internationale Ketten wie Generator, Barceló und Scandic, die in Deutschland bislang kaum verbreitet sind, planen eine Ansiedlung in Hamburg. Sie werden zu einer stärker ausgeprägten Diversifizierung und Internationalisierung des Marktes beitragen“.

Bisher wurde die wachsende Betriebs- und Bettenzahl von der steigenden Nachfrage überkompensiert. Für 2011 ergibt sich eine durchschnittliche Bettenauslastung von 54,4 %, so die Hamburg Tourismus. „Hamburg dürfte sich auch weiterhin besser schlagen als andere Großstädte“, sieht Alexander Trobitz, Leiter Hotel des Beratungsunternehmens Dr. Lübke voraus. „Durch die ausgewogene Nachfragestruktur ist Hamburg einer der stabilsten deutschen Hotelmärkte“.

Kreative Produkte im Trend

Zu den Trends der vergangenen Jahre gehört, dass die Luxus-Herbergen zunehmend in Konkurrenz mit kleinen, flexiblen Häusern stehen, beobachtet die Geschäftsführerin des Gaststättenverbandes Ulrike von Albedyll. Eine Entwicklung, die mit dem starken Wochenendgeschäft zu tun hat, aber auch mit schrumpfenden Budgets der Geschäftsreisenden.  „Der Gast honoriert zunehmend die Kreativität neuer Produkte“, bestätigt Andreas Martin, Geschäftsführer des Hotelforum, einer Fachkonferenz für Hotel- und Immobilienexperten und sieht die Hotelbranche in einer gewaltigen Umbruchsituation.

Ein weiteres Beispiel dafür wird das Designhotel sein, das der kreative Möbelhändler Michael Eck (Die Wäscherei) in der etwas vernachlässigten Bürostadt City Nord plant. Alle Zimmer sollen unterschiedlich aussehen, auch der gastronomische Auftritt soll ungewöhnlich ausfallen. Insbesondere aber bestätigt der Erfolg von Kai Hollmanns Fortune-Gruppe den Trend zu individuellen, lifestyle-orientierten Hotels. Im März 2012 eröffnete der Hotel-Rebell mit der Superbude St. Pauli sein fünftes Hamburger Design-Hotel. Sessel aus Schubkarren, Garderoben-Haken aus Abfluss-Pümpeln oder Wanddeko aus Plastikflaschen. Die Gäste lieben den schrägen Style für den kleinen Geldbeutel. Hollmanns 25hours Hamburg Nr. 1 gehört zu den am meisten gebuchten Häusern in Hamburg, ähnlich erfolgreich sind auch The George und das Gastwerk, für das er ein denkmalgeschütztes ehemaliges Gaswerk umgebaut hat.

Das könnte Sie auch interessieren
WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com