Kaufpreise lassen Zahl der Wohnimmobilien-Ersterwerber weiter sinken

Baukindergeld werde teuer und setze falsche Anreize

Seit 2013 sinkt die Zahl der Ersterwerber von Wohnungen oder Häusern auf nur noch 600 000 Haushalte, berichtet das IW, Köln, im Kurzbericht 34/2018. Selbst auf Basis der aktuell geringen Zahlen werde zudem das Baukindergeld den gesteckten Kostenrahmen von 2 Mrd. Euro deutlich überschreiten. Besonders in den Städten sei der Anteil der Ersterwerber weiter zurückgegangen. In den ländlichen Regionen gebe es dagegen einen steigenden Anteil von Ersterwerbern. Hier moniert das IW schon seit längerem eine Fehlallokation, da für die ländlichen Eigenheime längerfristig die Nachnutzung fehle. 

Zwar habe das Wohneigentum aufgrund der Niedrigzinsphase auf der Finanzierungsseite an Erschwinglichkeit gewonnen, jedoch sei der hohe Kapitalbedarf in Form von Eigenkapitalerfordernissen und Erwerbsnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler und Grundbuch) für viele Haushalte prohibitiv. In diese Lücke solle das neue Baukindergeld stoßen, das das IW kritisch sieht. Zum einen könnten die Kosten für den Fiskus schnell ausufern. Dies zeige die IW-Schätzung auf Basis der neuen Ersterwerberzahlen. Die Kosten würden sich allein in dieser Legislaturperiode auf 3,25 Mrd. Euro belaufen. Insgesamt müsse der Staat mit Ausgaben von 340 bis 391 Mio. Euro pro Jahr und Förderjahrgang rechnen.

Kritisch am Baukindergeld sei neben den hohen Kosten die Anreizwirkung. Es bestehe die Gefahr, dass das Baukindergeld ähnlich wie die 2006 abgeschaffte Eigenheimzulage dazu führe, dass es vor allem in ländlichen Räumen und in strukturschwachen Gebieten zu Neubau komme und dort die ohnehin akute Leerstandsproblematik verstärke. In Ballungsgebieten mit angespannter Baulandsituation werde dagegen das Baukindergeld zu noch höheren Preisen fuhren, da Bauträger das Baukindergeld einpreisen und auf den Käufer abwälzen würden. Grundsätzlich drohten Mitnahmeprobleme, da Haushalte, die ohnehin Eigentum erworben hätten, ebenfalls eine Förderung erhielten. Sinnvoller sei stattdessen eine Reform bei den Erwerbsnebenkosten. Durch Kreditausfallgarantien könne zudem der Eigenkapitalbedarf deutlich gesenkt werden.

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