Mieten steigen binnen Jahresfrist um 6,7%

 

Abbildung 1

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Abbildung 3

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IBB-Wohnungsmarktbericht 2015:  – Effektive Marktentspannung kurzfristig nicht in Sicht

Der IBB-Wohnungsmarktbericht 2015 zeigt wie auch der Bericht von BerlinHyp/CBRE die prekäre Situation bis ins Detail: Die Lage in der Mieterstadt Berlin bleibt mehr als angespannt, die Medianmiete lag 2015 bei 8,80 Euro/qm – ein Anstieg um 6,7% gegenüber dem Bericht 2014 – trotz Mietpreisbremse. Lediglich in den beiden Stadtrandbezirken Marzahn-Hellersdorf und Spandau ist noch ein nennenswertes Angebot an Wohnungen mit Kaltmieten unter sechs Euro zu finden. Auch im Eigenheimbereich weisen die Preise unverändert aufwärts. So erreichten die mittleren Kaufpreise für Eigenheime im 4. Quartal knapp 350.000 Euro (Vorjahreszeitraum 324.229 Euro). Lediglich die Angebotskaufpreise für Eigentumswohnungen konsolidierten sich. Sie lagen Ende 2015 im Schnitt bei 3.426 (Vorjahr 3.436) Euro/qm. Fast zwei Drittel aller Eigentumswohnungen seien nur zu Preisen über 3000 Euro/qm zu erhalten.

Ein Novum für den IBB-Bericht: Zum ersten Mal konnte die Entwicklung der Angebotsmieten über das Gesamtjahr 2015 abgebildet werden. Bei den bisherigen Wohnungsmarktberichten der IBB endete der jeweilige Beobachtungszeitrum aus analysetechnischen Gründen immer mit dem Ende des 3. Quartals des jeweiligen Jahres.

Der Grund für die missliche Situation ist das vor allem demografische Wachstum Berlins, das der Wohnungsmarkt kompensieren muss. Vor allem aufgrund von Wanderungsgewinnen, insbesondere aus dem Ausland, ist die Stadt seit 2012 um rund 144.000 zusätzliche Einwohner und damit um die Größenordnung einer Großstadt wie Regensburg gewachsen. Ende des 1. Quartals 2015 (neuere offizielle Zahlen liegen noch nicht vor) lebten rund 3,6 Mio. Menschen in Berlin. Das waren in etwa so viele wie zuletzt 1996. Die Bevölkerungsverluste der Nachwendezeit sind inzwischen faktisch kompensiert.

Da reichen auch alle bisher erteilten Baugenehmigungen nicht aus. Der Immobilienbrief berichtete fortlaufend über Neubautätigkeit (insbesondere der sechs „Landeseigenen“) und Maßnahmen auch der Politik, diese anzukurbeln. Über die Zahlen aus dem Jahr 2014, auf die sich der IBB-Bericht bezieht, haben wir bereits kontinuierlich informiert.

 

Um den Neubau noch mehr als bisher zu forcieren, fordern IHK und Mieterverein, schnelle Verfahren der Baugenehmigungsbehörden und ein zeitgemäßes Baurecht sowie die Spekulation mit Baurechten und Grundstücken zu unterbinden. Ein Dorn im Auge von Opposition / Grüne und Berliner Mieterverein ist auch, dass sich der Anteil an vermieteten Wohnungen durch Umwandlung in Eigentumswohnung erheblich verringert hat. Knapp 28.000 Wohnungen wurden von 2012 bis 2014 zu Eigentumswohnungen, von denen die meisten dem Mietwohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen.

Ein deutlicher Trendwechsel ergibt sich dem IBB-Wohnungsmarktbericht zufolge im Wanderungeschehen mit dem Berliner Umland. Die Abwanderung aus Berlin dorthin nahm weiter zu und erreichte im Jahr 2014 den höchsten Wert seit 2005: Per Saldo sind rund 9.200 Menschen mehr ins Berliner Umland gezogen als umgekehrt. KK