Neue Ideen für das Schloss alias Humboldtforum – Müller will den Berliner Beitrag größer und weiter denken

31.März 2015   

 

Stadtschloss

Stadtschloss

 

Während der Rohbau des Berliner Stadtschlosses der Hohenzollern langsam seiner Vollendung entgegen geht – übrigens völlig termin- und kostengerecht (!) – treibt es den Regierenden Bürgermeister Michael Müller um zu einer neuen Debatte über die Inhalte darin.

Wie geht Berlin mit dem Humboldtforum um? Dazu will der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der in dieser Funktion auch die Geschäfte eines Senators für Kulturelle Angelegenheiten wahrnimmt, eine Diskussion anstoßen. Hier Auszüge seiner Begründung:

„Natürlich beschäftigt mich die Frage, wie Berlin seine Flächen im neuen Humboldtforum nutzen sollte. Die „Welt der Sprachen“, ein von der Zentral- und Landesbibliothek entwickeltes Konzept, ist ein sehr interessantes Format. Aber sind 1200 Quadratmeter Sprachlabor und 1800 Quadratmeter Bibliothek geeignet, uns zu erklären, worin die Idee der Humboldts besteht und warum dieses Forum genau den richtigen Platz in Berlin hat?

Wir sollten den Berliner Beitrag zum Humboldtforum größer und weiter denken. Wir brauchen ein Ausstellungsformat, das davon erzählt, welche Idee Berlin und Deutschland von sich hat und auf welchen Ideen die Metropole und das Land gründen. Das zeigt, wie Berlin es geschafft hat, in die Welt zu gelangen, und wie die Welt nach Berlin und nach Deutschland gefunden hat. … kein Stadtmuseum, kein Rückgriff auf die Gestaltungstradition des 19. Jahrhunderts, sondern eine moderne Bearbeitung des „Deutschen Labors Berlin“ nach den Ideen der Humboldts.“

Dabei sollte man sich aller Möglichkeiten moderner Ausstellungsarchitektur und -präsentation bedienen. Die Ausstellung soll „Überraschendes, weil für viele lange Vergessenes oder gar Verschüttetes über unsere Stadt im Kontext Deutschlands, Europas und der Welt zur Anschauung bringen. Bewegte Bilder, Installationen, Hörstücke, Artefakte, Fotografien, Kunstwerke.“ Geschichte dürfe inszeniert werden, so Müller.

Mit der Kulturprojekte Berlin GmbH sei dafür bereits den richtigen Partner gefunden. Kulturprojekt habe im November letzten Jahres mit ihrer modernen Erzählung des Mauerfalls vor 25 Jahren und einer spektakulären Lichtergrenze überrascht und beeindruckt. „Das war nicht belehrend, das war nicht langweilig oder konventionell; es hat vielmehr bewirkt, dass die Welt wieder staunend auf Berlin als Stadt der Freiheit geschaut hat. Gleiches gilt, wenn auch vor einem ganz anderen historischen Hintergrund, für die großartige Inszenierung des Stadtraums zum Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“ im Jahr zuvor.“

Nun wird diskutiert. Schlossbauherr Manfred Rettig, Vorstand und Sprecher der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, ist nicht sehr „amüsiert“. Droht nun gar ein Baustopp, wo doch alles so schön läuft? Treibt Müllers neues Denken die Kosten wie damals durch Wowereits viele Extra-Wünsche beim BER in die Höhe? 500 000 Euro sind für die „Welt der Sprachen“ vorgesehen, 175 000 bereits ausgegeben. Tritt Müller da nun doch in die Fußstapfen seines Vorgängers? KK

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