Weltweite Spitzenmieten mit höchstem Anstieg seit vier Jahren

22.August 2016   

Kategorie: Der Immobilienbrief

Die Spitzenmieten in 110 von JLL beobachteten weltweiten Märkten haben im zweiten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum durchschnittlich um 3,6% zugelegt. Das ist der höchste Anstieg in einem 12- Monatszeitraum seit 2012. Der Tiefpunkt der Mietentwicklung lag im 3Q 2009 bei minus 15,8%. Das beste Quartalsergebnis gab es im 3Q 2007 mit 16,7&. Angeführt werden die Top 10 von Oakland-East Bay (35,4%), gefolgt von Stockholm (28,9%) sowie Dublin und Dubai (beide 20%). Auf Platz 11 findet sich mit Berlin (10,9%) die erste deutsche der sieben Immobilienhochburgen. Der in den meisten Märkten zu beobachtende Angebotsmangel werde die Mieten – wenn auch weniger stark – weiter aufwärts tendieren lassen. Für das Gesamtjahr 2016 erwartet JLL ein Plus von ca. 2 – 3%. Dies ist das Ergebnis aus dem neuesten Global Office Index von JLL, der ein stabiles, positives Klima mit gleichfalls 2,5 bis 3% Mietsteigerung für die Mieten in West-Europa vorhersagt. Stockholm und Madrid würden am stärksten zulegen. Für London ist JLL skeptisch und erwartet sinkende Mieten, wobei niedriger Leerstand und gute Nachfrage einen substantiellen Einschnitt verhindern würden. Auch die weltweiten Investmentmärkte profitieren lt. JLL von soliden Fundamentaldaten.

Die weltweit größten gewerblichen Immobilienmärkte hätten die politischen und wirtschaftlichen Stürme 2016 bislang vergleichsweise gut verkraftet. Weltweit summiert sich lt. JLL Report „Global Market Perspective“ das Halbjahres-Investmentvolumen 2016 auf insgesamt 292 Mrd. USD. Das seien 10% weniger als im Vorjahreszeitraum. Davon wurden 155 Mrd. US-Dollar  im 2. Quartal 2016 investiert. JLL geht davon aus, dass das Transaktionsvolumen 2016 etwa 10 bis 15% unter den Vorjahreswerten bleiben werde. Die letzte Prognose für das Gesamtjahr aus April 2016 von rund 700 Mrd. USD wurde zwar mittlerweile auf rund 600 Mrd. USD korrigiert, jedoch könnte damit immer noch eines der besten Jahre seit Beginn der statistischen Erfassung (2003) weltweiter Transaktionsvolumina durch JLL bilanziert werden. Mit 57 Mrd. USD im zweiten Quartal blieben Transaktionsvolumina in Europa auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. Die bis zur Jahresmitte addierten 109 Mrd. USD entsprechen im Jahresvergleich einem Minus von 5%. Während in UK in lokaler Währung ein Minus im 1. Hj. 2016 von rund einem Viertel gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde (-28% in USD), legten Frankreich, Skandinavien und Mittel-/Osteuropa zu. Die deutschen Investmentmärkte kennzeichnet derzeit ein starker Angebotsmangel an Core-Produkten bei hoher Nachfrage und hoher Liquidität. Das Halbjahresergebnis in der Region Amerika lag bei 130 Mrd. USD (Q 2: 69 Mrd. USD) und damit um 15% unter dem Volumen des entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz eines der größten Deals weltweit (Verkauf des Asia Square Tower 1 in Singapur) bliebt die Investmentaktivität im Asiatisch-Pazifischen Raum gedämpft. 28 Mrd. USD wurden von April bis Ende Juni investiert, mit insgesamt 54 Mrd. USD in den ersten sechs Monaten sind das 4% weniger als im ersten Halbjahr 2015.

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