ZIA lädt Politprominenz und Branche ins Berliner Tempodrom

Zugegeben, wirklich politisches Neues gab es auf dem diesjährigen Tag der Immobilienwirtschaft des ZIA in Berlin nicht. Da war der „Maurerkellenkampf“ von Katrin Göring-Eckardt und Christian Lindner noch das größte Highlight. Ansonsten wurde deutlich, wieweit die Oppositionsparteien in ihren immobilienwirtschaftlichen Vorstellungen auseinanderdriften. Vor allem die Linke hat außer sozialem Wohnungsbau nicht wirklich viel zu bieten. Und auch zugegeben: alle Beiträge der Politiker haben wir uns gar nicht angeschaut. Bei 1.800 Teilnehmern war die Kommunikationsdichte im Foyer und vor dem Tempodrom, dem diesjährigen Veranstaltungsort, einfach zu groß. Gerade das macht den „Tag der Immobilienwirtschaft“ zu einer Muss-Veranstaltung.

Bundesinnen- und bauminister Horst Seehofer (CSU), als zuständiger Minister, hätte eigentlich die Veranstaltung nutzen sollen, um sich der versammelten Branchenelite erstmals zu präsentieren. Doch leider hat Seehofer kurz vor Beginn der Veranstaltung sein Kommen abgesagt. Schade. Dafür kamen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Auch die Opposition – außer Afd – bekamen ihre Bühne. Die Themen haben sich dabei auch nach der Wahl nicht wirklich verändert. Baukosten zu hoch, Bauland zu wenig, Bürokratie zu viel – Einigkeit war gefühlt zumindest darin, dass die Immobilienwirtschaft es verdient hätte, endlich ihr eigenes Ministerium zu bekommen. Das ist längst überfällig angesichts der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Branche. Die Immobilienwirtschaft wird von Legislaturperiode zu Legislaturperiode immer wieder anderen Ministerien quasi angehängt und so ihrer Bedeutung nicht gerecht.

Tag der Immobilienwirtschaft - Volles Haus im Berliner Tempodrom

Tag der Immobilienwirtschaft – Volles Haus im Berliner Tempodrom

Trotzdem ist es einmal im Jahr nett, so nah an der deutschen Spitzenpolitik dran zu sein. Leider ließ die Veranstaltungslocation, das Berliner Tempodrom, genug Raum, um mit der Branche ins Gespräch zu kommen. So verpassten wir leider einige Vorträge. So war es aber zumindest möglich ein umfassendes Stimmungsbild von der Branche einzufangen, die sich nach wie vor im Sonnenlicht des Erfolgs bräunt. Unser Empfinden ist dabei unverändert: Der Branche geht es gut; es gibt keine begründeten Anzeichen einer Blase oder Wende; die Immobilie wird auch die nächsten 12 Monate gefragtes nationales und internationales Asset sein.

Neben den allgemeinen wirtschaftlichen Fragen solle sich die Branche vor allem um Digitalisierung und Innovationsfreudigkeit bemühen, forderte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt in ihrem Abschlussstatement. Allerdings ist aus unserer Sicht dazu einiges an Voraussetzungen aus politischer Sicht notwendig. Gefordert sind vor allem schnellere Genehmigungsverfahren, Abbau von Bürokratie und eine Regulierung, die nicht die Branche torpediert, sondern konstruktiv mit ihr Lösungen erarbeitet. Der ZIA hat sich dabei als Lobbyvereinigung positioniert und dürfte dabei die einzige ernstzunehmende Stimme auf der deutschen Politikbühne sein.

 

 

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