Interview: Christoph Reschke, Geschäftsführer Hines-Deutschland

Hines ist ein amerikanisches privat geführtes und international breit aufgestelltes Immobilienunternehmen mit Sitz in Houston/Texas und verfügt über mehr als 50jährige Markterfahrung. Hines, gegründet 1957 und geführt von Chairman Gerald D. Hines, ist weltweit in 17 Ländern präsent. Bis heute hat Hines mehr als 1.100 Objekte mit einer Fläche von mehr als 360 Mio. Quadratmeter in über 245 Städten rund um die Welt aller Art vom Wolkenkratzer bis hin zum anspruchsvollen Wohnresort entwickelt, akquiriert oder verwaltet sie für Dritte als Assetmanager. Gegenwärtig beträgt das Immobilienvermögen 22,9 Mrd. US-Dollar (ca. 16 Mrd. Euro). Hines-Projekte haben den Anspruch, für höchste Qualität und Funktion, Ästhetik und Architektur bei der Neugestaltung der Skylines der Metropolen zu stehen, das ist erklärtes Unternehmensziel. Deshalb arbeitet das Unternehmen gern mit Star-Architekten wie Cesar Pelli, Frank O. Gehry, IM Pei oder auch Phil Johnson zusammen, um diesem selbst formulierten Anspruch gerecht zu werden.

Hines Deutschland mit Sitz in Berlin wurde im Jahr 1991 als erste Niederlassung außerhalb der USA gegründet, Büros in München im Jahr 2001 und Stuttgart im Jahr 2006 folgten. Die deutsche Niederlassung mit Christoph Reschke und Alexander Möll als Geschäftsführer ist mit einem Team von 42 Immobilienspezialisten verantwortlich für einen Gebäudewert von ca. 1,4 Mrd. Euro als Entwickler bzw. als Assetmanager. Zu den bedeutendsten Hines-Immobilien in Berlin gehören das 1997 entwickelte Ensemble Hofgarten am Gendarmenmarkt an der Friedrichstraße/Französische Straße in der City Ost, Die Mitte auf dem Alexanderplatz (an der Immobilie fehlt immer noch der versprochene Tower) und jüngst Upper Eastside an der berühmten Straßenkreuzung Friedrichstraße/Unter den Linden. Für alle drei Immobilien und damit für Hines spricht, dass diese (noch im Bau befindlich) an institutionelle Investoren oder Fonds veräußert wurden.

Der Immobilienbrief Berlin sprach mit Christoph Reschke, Geschäftsführer Hines Deutschland Immobilien GmbH.

„Der Immobilienbrief Berlin“: Wie ist Ihre Beziehung zu Berlin?

Eine sehr innige. Ich bin in Hamburg geboren. Meine Mutter ist aber Berlinerin und hat mir von Jugend an von Berlin vorgeschwärmt. Meine Frau ist auch bekennende Berlinerin. Am Anfang wirkt Berlin manchmal schroff, aber ich schätze es sehr.

DIB: Worin sehen Sie den größten Beitrag Ihres Unternehmens für das wirtschaftliche Vorwärtskommen Berlins?

Es wäre vermessen von uns zu behaupten, dass Hines einen nennenswerten wirtschaftlichen Einfluss auf Berlin gehabt hat. Hierin würde ich auch nicht unseren Beitrag sehen, sondern
in der Realisierung von guter Architektur in fünf Projekten mit insgesamt ca. 130.000
Quadratmeter. Allen voran natürlich das Gebäude Pariser Platz 3 mit dem Architekten
Frank O. Gehry. Die klassischen Gebäude ausgenommen – für mich nach wie vor
das schönste Gebäude Berlins.

DIB: Was treibt Sie sonst noch um?

Als Vater von zwei schulpflichtigen Kindern die Berliner Schulpolitik und last and probably least meine Rückhand beim Tennis.

DIB: Wie haben Sie in die Immobilienbranche gefunden?

Die Genetik und Jugenderfahrungen haben eine Rolle gespielt. Als ich ein kleiner Junge war, hat mein Vater mich auf Baustellen mitgenommen und während er Eigentumswohnungen verkauft hat, habe ich im Rohbau gespielt. Dabei ist irgendwann der Traum geboren, später selbst Gebäude zu entwickeln und zu bauen, am liebsten große.

DIB: Wie schätzen Sie die Perspektiven des Berliner Immobilienmarktes im Allgemeinen und speziell in Ihrem Tätigkeitsbereich ein?

Aufgrund der guten Wirtschaftslage haben derzeit fast alle Immobilienmärkte in Deutschland sehr gute Perspektiven. Berlin ist darüber hinaus sehr trendy, zieht Menschen aus aller Welt an. Das verstärkt die guten Aussichten.

DIB: Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in zehn Jahren?

Das Unternehmen in Mannstärke verdoppelt, Büros in den sieben deutschen Immobilienhochburgen, 4 Mrd. Euro Assets under Management und mich trotzdem entspannt und häufiger bei der Familie als heute. Ich suche noch den Zauberer, der diesen Zielkonflikt löst.

DIB: Was ist Ihr Lieblingsort in Berlin?

Ich muss meine Ignoranz gestehen, dass ich bei Weitem noch nicht alle Gegenden Berlins gesehen habe. Bis jetzt ist es der Schlachtensee zum spazieren gehen oder joggen.

DIB: Ihre Lieblingsimmobilie?

Pariser Platz 3 und das Pergamonmuseum.

DIB: Und mit wem aus der Immobilien- oder Finanzbranche würden Sie einmal gerne zum Mittag/Abendessen gehen und warum?

Samuel Goldfein von Goldman Sachs. Real Estate und Investment Banking, das wird
interessant.