Mathias Döpfner neuer Besitzer des Prinzessinnenpalais Unter den Linden

Opernpalais_33761118Lange war gerätselt worden, Pressesprecher der TLG reagierten stets äußerst abwehrend auf die Frage nach dem neuen Besitzer des Prinzessinnenpalais Unter den Linden, besser bekannt als Opernpalais,. Nun ist es heraus – laut Abendschau-Informationen des Senders rbb hat Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, bereits im letzten Jahr das Prinzessinnenpalais Unter den Linden gekauft. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

Döpfners Vorlieben für klassizistische Immobilien, vornehmlich in Potsdam, sind bekannt. Er hat z. B. mit großem Herz und viel Engagement und noch mehr Geld die Villa Schöningen an der Glienicker Brücke, 1843 von Ludwig Persius als italienische Turmvilla errichtet, wieder instand setzen lassen. Die Villa wurde geschaffen „aus der ästhetischen Laune eines romantischen Königs, belebt und bewohnt von dem jüdischen Mitgründer der Deutschen Bank, Ort der Kunst, dann Opfer deutscher Nazis und sowjetischer Kommunisten, später sozialistisches DDR Kinderwochenheim, schließlich Beinaheopfer einer Immobilienentwicklungsidee“, wie es heute heißt. 2007 wurde die Ruine vom Springer-Chef u.a. erworben, um sie vor dem Abriss zu bewahren und nach sorgfältiger denkmalgerechter Wiederherstellung, hier einen öffentlichen Ort der Geschichte, der Kunst und der Freiheit zu schaffen. Seit 2009 werden in der Villa Schöningen international beachtete Kunstausstellungen gezeigt. Im Sommer finden im Garten der Villa Skulpturenausstellungen statt und dauerhaft ist eine historische Ausstellung zur Geschichte der Villa und der Glienicker Brücke zu sehen. Neuestes Döpfner-Projekt ist die Rettung des Parks der Villa Henckel sowie die der Villa Schliffen, von der Denkmalbehörde unterstützt.

Opernpalais als erstes aus dem TLG-Portfolio  von Lone Star veräußert

Das Opernpalais war die erste Immobilie, die nach dem Verkauf  der TLG Immobilien GmbH Ende 2012 an den Finanzinvestor Lone Star für 1, 1 Mrd. Euro, auf den Markt kam. Dass dieses Kleinod sich überhaupt im Besitz der TLG Immobilien befand, grenzte fast an ein Wunder. Denn auf die Immobilie hatte das sog. Preußenvermögen, das Milliardenvermögen des früheren preußischen Staates, einen Restitutionsanspruch erhoben. Über Jahre dauerte der Streit, wem was gehört. Während in der früheren Bundesrepublik Deutschland 1949 bis auf wenige Ausnahmen  preußischer Besitz an die Landesregierungen übertragen wurde, machte sich in diesem Fall der Bund durch den Einigungsvertrag zum Eigentümer also auch des Prinzessinnenpalais. In der DDR hatte es zu einer Rechtsnachfolge des Vermögens des früheren preußischen Staates keine gesetzliche Regelung gegeben, lediglich eine geheime Anweisung aus dem Jahre 1961, wonach früheres preußisches Grundvermögen in den Grundbüchern in Volkseigentum umzuschreiben war. Der Antrag des Preußenvermögens, die Immobilie zu restituieren, wurde 1994 abschlägig beschieden. Ab dann gehörte das Prinzessinnenpalais zum Portfolio der TLG Immobilien.

Doch Lone Star konnte offensichtlich mit einer derart spezifischen Immobilie nichts anfangen, sein Augenmerk richtet sich auf das renditeträchtige Portfolio von Gewerbeimmobilien. Noch vor zwei Jahren wurde Kaufinteressenten stets eine Absage erteilt. „Solch ein Sahneschnittchen verkauft man nicht“, hieß es bei der TLG wortwörtlich noch vor dem Verkauf an die Heuschrecke. Das ehrwürdige Prinzessinnenpalais, 1733 von Friedrich Wilhelm Diterichs erbaut, 1811 von Karl Friedrich Schinkel umgebaut  für die drei Töchter von Königin Luise und König Friedrich Wilhelm von Preußen, befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Alten Kommandantur, die an die Bertelsmann-Stiftung verpachtet ist. Und nun an der Schlossbrücke der Axel Springer Verlag – zwei Medienkonzerne in unmittelbar Nachbarschaft, gegenüber das wieder aufgebaute Stadtschloss …

Döpfner selbst hat sein Domizil in einer der schönen klassizistischen Villen am Ufer des Heiligen Sees, gleich neben der von Friede Springer. Nur renovieren muss er das neue hübsche Palais Unter den Linden noch, aber da hat er ja Erfahrung.