Niederlande entdecken den deutschen Immobilienmarkt – Bouwfonds wird als Fondshaus in Deutschland aktiv

Mit einem ersten geschlossenen Wohnimmobilienfonds startet die zur niederländischen Rabobank gehörende Bouwfonds Real Estate Investment Management (Bouwfonds REIM) als Emissionshaus in Deutschland und erweitert damit ihre Geschäftstätigkeit. Bisher ist Bouwfonds vornehmlich als Immobilienentwickler und Bauträger für Wohnimmobilien in Deutschland hervorgetreten, vorrangig in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Norddeutschland.

Seit drei Jahren wird institutionellen deutschen Anlegern der erste offene europäische Wohnimmobilienfonds „Bouwfonds European Residential Fonds“ (BER) angeboten, der mit aktuell 230 Mio. Euro Eigenkapital eingesammelt hat. An diesen Erfolg soll angeknüpft werden, sagt Bouwfonds-REIM-Geschäftsführer Michael Haupt. REIM setzt nun mit dem Start des Geschäfts als Emissionshaus für geschlossen Fonds die Unternehmensstrategie der niederländischen Gruppe weiter um. Deutschland wird als „Heimatmarkt“ betrachtet. Mittelfristig sollen hier, wie in den Niederlanden, institutionelle und private Produkte und Dienstleistungen angeboten werden. Bouwfonds will neue Investorengruppen gewinnen und sein Produktportfolio erweitern, denn der deutsche Wohnimmobilienmarkt lockt gleich aus m,eheren Gründe. Zum einen sei der Zeitpunkt des Markteinstiges als Fondshaus für geschlossene Fonds attraktiv, der Markt hätte eine relevante Größe und zudem verfüge Bouwfonds Reim über die entsprechende Kernkompetenz in dem Segment Immobilie bis hin zum eigenen Research und eine entsprechende Finanzstärke als USP. So kann Bouwfonds REIM als neues Fondshaus in Deutschland auf eine unvergleichlich bonitätsstarke Struktur aufbauen. Die Rabobank, eine im Jahr 1898 gegründete Genossenschaftsbank mit über 9,5 Mio. Kunden, ist weltweit die einzige Privatbank, die mit einem AAA-Rating sowohl bei Standard & Poor’s als auch bei Moody’s bewertet wird.

Nach Bouwfonds gibt es mehr als einen guten Grund, in das Wohnimmobiliensegment Deutschlands nun auch als Fondshaus zu investieren – das gute wirtschaftliche Umfeld, die hohe und stabile Gesamtrendite, die steigende Nachfrage nach Wohnraum, das begrenzte Angebot aufgrund zurückgehender Neubautätigkeit, die Verteilung der Bonitätsrisiken auf eine Vielzahl von Mietern, die zudem noch anders als bei Büroimmobilien, wo Mietverträge in der Regel eine Laufzeit von fünf Jahren hätten, wesentlich länger mieteten und die verschiedene Möglichkeiten eines Exits, bis hin zum Verkauf an die Mieter. Damit liegt Bouwfonds REIM voll im Trend, platzierten doch nach der jüngsten Statistik des Verbands Geschlossener Fonds VGF) die geschlossenen Immobilienfonds im Jahr 2010 1,62 Mrd. Euro (2009: 1,11 Mrd. Euro) allein in Deutschland und nur 723 Mio. Euro (2009: 1,35 Mrd. Euro) im Ausland. Kurios: Das meiste Geld, das jenseits der deutschen Grenzen angelegt wurde, floss in Hollandfonds (229 Mio. Euro). Ein weiterer Grund, in Deutschland zu investieren: die günstige Wettbewerbssituation. Bouwfonds REIM sieht nur einen Wettbewerber – die DWS, wenn auch mit einem anderen Geschäftsmodell.

Der Fonds „Wohnen in Deutschland 01“ bietet eine Beteiligung an Bestandsimmobilien in den Städten Hamburg, Göttingen, Neuss und Reutlingen, insgesamt 39,7 Mio. Euro in rund 26.500 Quadratmeter Mietfläche, verteilt auf 416 Wohnungen und 11 Gewerbeeinheiten, investiert. Die Mindestbeteiligung beträgt 15.000 Euro, die jährliche Ausschüttung liegt bei fünf Prozent. Der geschlossene Fonds wird ca. 14 Jahre laufen, bei einem prognostizierten Mittelrückfluss von 175 Prozent vor Steuern. Das Besondere an dem Fonds ist, dass es sich um bereits jetzt fest stehende Bestandsimmobilien und nicht um einen Blindpool handelt. Damit werde der Fonds transparenter und kalkulierbarer, so Roman Menzel, Vertriebs- und Marketingleiter für Privatkunden bei Bouwfonds REIM. „Unsere prognostizierte Ausschüttung von jährlich fünf Prozent klingt erst einmal niedrig, allerdings wird von Anlegern häufig unterschätzt, dass in den letzten 10 Jahren deutsche Wohnimmobilien in der Gesamtrendite (Ausschüttung plus Wertentwicklung) bessere Ergebnisse als deutsche Büroimmobilien erzielt haben und das bei niedrigerem Risiko“, erläutert Menzel. Das mache Wohnimmobilien bei sicherheitsorientierten Anlegern sehr beliebt.

Und was wohl kommt als Nächstes? Ein Wohnimmobilienfonds, nur mit Berliner Wohnimmobilien.