Wettbewerb zur Parklandschaft Tempelhof

Für die Entwicklung der Parklandschaft Tempelhof hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Wettbewerb ausgelobt, dessen Ergebnisse Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher zusammen mit dem Wettbewerbssieger und den Geschäftsführern von Grün Berlin und Tempelhof Projekt vorstellten.

Die Wettbewerbsjury aus prominenten Fachleuten, Politik und Verwaltung unter Vorsitz von Prof. Dr. Andreas Kipar, Landschaftsarchitekt und Städteplaner, hat sich einstimmig für den von „gross.max. Landschaftsarchitekten“ und „Sutherland Hussey Architekten“ vorgelegten Entwurf entschieden. In der Begründung heißt es: „Der Entwurf wird den Erwartungen, die an diesen geschichtsbehafteten Ort nicht nur in Berlin sondern weltweit gerichtet werden, nach der einhelligen Meinung der Jury auf besondere Weise gerecht.“ Der Wettbewerb, zu dem 78 Entwürfe eingereicht worden waren, dauerte vom 2. März 2010 bis zum 12. Juni 2010. Das anschließende Verhandlungsverfahren, in dem noch 6 Entwürfe diskutiert wurden, ging vom 13. September 2010 bis zum 11. April 2011. Im Zeitraum zwischen Wettbewerb und Verhandlungsverfahren fand eine Präzisierung der Aufgabenstellung und die Fortsetzung des Bürgerdialogs statt. So unter anderem ein Dialogwochenende im August 2010. Dort diskutierten Bürger, Landschaftsarchitekten, das Preisgericht und die Verwaltung über die vorgelegten Konzepte. Aus diesem Dialog gingen Vorschläge in die Vorgaben für die Parkgestaltung ein.

Der Entwurf setzt sich stark mit der bei den langen Planungs- und Entwicklungszeiten für die Tempelhofer Freiheit erforderlichen sequentiellen Entwicklung auseinander. Die Grundstruktur soll für Kontinuität in Raum und Zeit sorgen. Die Parkentwicklung wird in drei Hauptphasen gegliedert. Die erste Phase ist der Zeitraum bis zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017, dann 2017 die IGA selbst und die letzte Phase beginnt nach der IGA.

Das Konzept nutzt die kommende Gartenausstellung als Katalysator für die Realisierung der Parklandschaft. Die Flächen sind für die IGA so arrangiert, dass ein Nord-Süd-Weg durch den Park während der IGA geöffnet bleiben kann. Insgesamt wird der IGA-Bereich 95 ha von 285 ha Gesamtfläche des Parks umfassen. Auch die Themen einer Internationalen Bauausstellung (IBA) werden im Entwurf widergespiegelt. Als durchdachter ‚ökonomisch produktiver Park’, durch Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz (Wasser, Erhöhung der Biodiversität, Energiethemen) und Angebote für integrative Projekte (Pioniere, Nachbarschaftsgärten u. Ä.) werden die Themen anschaulich dargestellt.

Trotz der im Vergleich zu anderen Parkanlagen in Berlin sehr begrenzten Finanzmitteln soll eine Parkanlage entstehen, die mit gezielten Akzentsetzungen an wenigen Stellen Wirkung erreicht. Dafür wird in andere große Bereiche kaum eingegriffen. In der Arbeit wird ein vorsichtiger Umgang mit der biologischen Vielfalt dargestellt; u.a. werden die vorhandenen Strukturen am „Alten Hafen“ erhalten. Weiterhin bleiben große ungestörte Bereiche für den Vogelschutz erhalten. Auch Klimaaspekte wurden berücksichtigt, alle Kaltluftleitbahnen werden weitgehend von größerer Bepflanzung u. Ä. freigehalten.

Im nächsten Schritt geht es um die Weiterentwicklung des siegreichen Entwurfs und die Anpassung an den städteplanerischen Masterplan. Für die Parkentwicklung sind 61,5 Mill. Euro im Senat beschlossen und im Haushalt verankert.