Reiseblog

Auf dieser Seite wird der Chefredakteur von „Der Immobilienbrief“ einen kleinen Reisebericht seiner in Kürze startenden Unternehmungen veröffentlichen.

„Reisen bildet“. Was meine Eltern schon immer sagten, war für mich als Kind unvorstellbar. Geboren und Aufgewachsen auf der Insel Borkum, bestand die große, weite Welt für mich hauptsächlich aus Emden und dem Rest Ostfrieslands. Das Größte für mich war dabei Rolltreppe zu fahren oder einen 40-Tonner auf der Autobahn zu überholen – zwei Dinge, die es auf der Insel einfach nicht gab.

Erst mit dem Weggang von der paradiesischen Insel aufs Raue Festland zu Abiturzeiten, wurde meine Welt schon etwas größer. Zumindest ging es dann schonmal nach Bremen. Aber selbst als Jugendlicher begann kurz hinter Bremen für mich das Alpenvorland. Wobei die Alpen für mich als Kind und Teenie Hauptreiseziel waren. Die Autofahrt dahin bestand aber mindestens aus einer Zwischenübernachtung, da man auf die Fähre oftmals warten musste oder es zeitlich einfach nicht passte. Man war also schneller mit dem Flieger am Ende der Welt, als mit dem Auto in den Alpen.

In meinem ersten Job, der gleich bei „Der Immobilienbrief“ war, begann dann die Welt deutlich und sehr schnell größer zu werden. Endlich mal fliegen. Durch mein Umfeld wurde dann aus Österreich oder Spanien gleich Mauritius, China oder die USA. Reisen wurde zur Leidenschaft. Aber weniger um des Reisens willen, sondern vielmehr weil mich Land und Leute interessieren und den Horizont erweitern.

Prägend dabei war meine Zeit bei der Bundeswehr, die ich bei der Marine verbrachte und mehrere Monate in verschiedenen afrikanischen Länder führte. Die Menschen und Schicksale, die man dabei getroffen hat, haben mich geerdet und den gutmütigen, norddeutschen Charakter geprägt.

Nun hat sich in meinem Leben die Chance ergeben, die nächsten Monate die Welt weiter zu bereisen. Verschiedene Menschen in meinem Umfeld haben mich gefragt, ob ich einen Reiseblog mache für meine Erlebnisse. Diese kleine, feine Seite soll nun ein paar Erlebnisse einfangen, die mich bewegen und vielleicht nicht zum Mainstream gehören.

Nächste Woche geht’s los. Auf dem Plan steht: New York, Washington, Blue Ridge Parkway, Boston, Niagarafälle … nach kurzem Aufenthalt in Deutschland dann… Buenos Aires, Montevideo, Iguazu-Wasserfälle, Mendoza, mit dem Bus über die Anden nach Santiago de Chile, Valparioso… die Ziele danach stehen noch nicht fest. 🙂

AIDA – Kurzreise zum größten Feuerwerk Europas

7 Tage Aida auf die Kanaren. Jaja, ich weiß… das machen doch nur Spießer und ältere Herrschaften. Aber um das Feuerwerk auf Madeira an Sylvester zu sehen, gibt es eigentlich keinen schöneren Platz, als ein Kreuzfahrtschiff. Also rauf auf die Aida Stella. Eine nette Innenkabine reichte diesmal völlig aus. Klein und völlig ok. Ab Gran Canaria wartete nach einem ersten Seetag, der übrigens ziemlich schaukelig ausfiel, Madeira und sein atemberaubendes Feuerwerk. Von verschiedenen Punkten aus werden professionelle Feuerwerke abgefeuert, die in den Farben Madeiras die halbe Stadt Funchal erleuchteten. Das Feuerwerk ist das größte in Europa und wirklich sehenswert. Kein Wunder, schließlich waren rund 10 Kreuzfahrtschiffe vor der Insel. Der Großteil davon hat sich nach dem Feuerwerk zum Glück verabschiedet. So lag man am nächsten Tag nur mit einem kleinen Briten sowie der MeinSchiff 1 in Funchal. Leider war es anfänglich so verregnet, dass der Scuddy Ausflug ausfiel. Also ab in den Hop on Hop off Bus und die Insel erkunden. Und was soll ich sagen… Madeira ist wirklich sehr sehr schön. Bergig, Grün, tiefe Täler mit Weitblicken auf den Ozean. Eine tolle Insel.

Nach einem weiteren Seetag wartete La Palma. Eine unterschätzte Insel, die nicht völlig überlaufen ist. Im Gegenteil, die Insel ist sogar recht leer und wird touristisch erst noch erschlossen. Für Individualisten und Menschen, die die Einsamkeit suchen, genau das Richtige.

Weiter ging es nach Teneriffa. Ab ins Taxi, zur Mietwagenfirma, rein ins Auto und ab in den Teide Nationalpark. Wunderschön. Der Weg dorthin allein – ein Traum. Durch tiefe Wälder schraubt sich der Weg auf über 2.000 Meter Höhe, bis der eindrucksvolle Teide sichtbar wird. Mit seinen 3.715 Meter ist er der höchste Berg Spaniens und das auf einer Insel im Atlantik. Kein Wunder, das der Berg von den Nachbarinseln Gran Canaria und La Palma aus weit sichtbar ist. Ein majestätischer Anblick. Es wartete die Teide Seilbahn, um mich auf 3.550 Meter höhe zu bringen. Die Luft wird hier spürbar dünner. Wer mag kann dann rauf auf den Gipfel steigen, der wenig schwierig begehbar ist. Allerdings sollte man nicht völlig ohne Kondition sein. Nach drei Schritten und ein paar Stufen kann einem hier schnell schwindelig werden. Der Weg allerdings lohnt sich. Die Ausblicke sind fantastisch. Man kann die umliegenden Inseln sehen sowie die ganze Insel Teneriffa. Traumhaft. Es lohnt sich.

Weiter ging es nach Lanzarote. Eine Insel, die ich von früher schon kenne und daher das Schiff gar nicht verlassen habe. Es wartete der Spa Bereich und eine ausgiebige Behandlung. Herrlich, wenn auch nicht ganz preiswert. Da ich im August nochmal eine Woche auf Lanzarote sein werde, brauchte ich das Schiff zum Glück nicht verlassen und konnte den fast völlig leeren Spa-Bereich nutzen. Ein letzter atemberaubender Sonnenuntergang, eine letzte Poolparty und ein letztes Auslaufen, bevor es wieder nach Gran Canaria ging. Es war lohnenswert.

Und die nächste Reise wartet schon. Ende Januar geht es nach New Orleans und nach zwei Nächten in der Stadt am Mississippi auf die Norwegian Breackaway. Es warten Jamaika, Belize und Mexiko. Ziele, die mich schon immer faszinierten. Ahoi!

Finale…ohooo

Und schon sind über drei Wochen Südamerika fast zu Ende. Am Flughafen von Buenos Aires startet in knapp drei Stunden mein Flug über Rio de Janeiro nach Frankfurt am Main. Es war eine unfassbare Zeit. Südamerika war viel besser als erwartet. Der Abschluss mit Santiago, Valparioso und einem Ausflug in die Anden hat unfassbare Eindrücke hinterlassen. Chile ist ein traumhaftes Reiseziel. Für mich besteht der Reiz vor allem aus dem Mix aus riesigen Bergen, die teilweise über 6.000 Meter hoch sind und keine drei Stunden später kann man im Pazifik baden, wenn man sich bei eisigen Wassertemperaturen denn traut. Zwischen beiden Szenerien fährt man durch unzählige Weinberge und kann eines der vielen Weingüter besuchen. War der Reiz in Buenos Aires vor allem die Architektur und die Kultur der Argentinier, besteht der Reiz in Santiago vor allem in der Lage der Stadt am Fuße der Anden. Die Stadt selbst ist hingegen weniger interessant, wenn auch nicht weniger schön.

Santiago selbst ist ziemlich groß. Mit dem Auto fährt man auch gern mal über eine Stunde um aus dem Zentrum an den Rand der Stadt zu kommen. Dabei ergeben sich, wie in jeder Stadt, am Rande neue Einblicke in das echte Leben der Menschen. Wilde Müllhalden, ärmere Stadtviertel, die dennoch ihren eigenen Charme haben. Darüber hinwegtäuschen kann sicherlich nicht, dass das Leben in Santiago für die Bevölkerung nicht unbedingt leicht ist. Das Durchschnittseinkommen ist niedrig, die Mieten und die Nebenkosten hoch. Santiago gliedert sich nicht umsonst grob in zwei Stadtteile. Den reicheren Osten mit Providencia, einem modernen Stadtbild und den unzähligen Shoppingmöglichkeiten und in einen ärmeren Norden und Westen. Beides lohnt sich zu sehen. Natürlich mit der notwendigen Vorsicht aber die gilt eigentlich für die ganze Welt. Wer unvorsichtig ist, wird bestraft werden. Mir selbst ist in allen Destinationen, in denen ich bisher war, noch nie etwas passiert oder beklaut worden. Ich habe dabei immer eine kleine Umhängetasche dabei, eine Kreditkarte sowie Bargeld und einen Ausweis. Das wars. Alles andere bleibt immer in der Unterkunft.

Ansonsten ist Reisen in Südamerika unproblematisch. Ein wenig spanisch sollte man allerdings beherrschen. Ansonsten ist man aufgeschmissen oder muss sich mit Händen und Füssen behelfen. Das ist auf die Dauer lästig.

Nächste Woche geht es bereits weiter. Eine Woche auf die Kanaren inkl. Sylvester auf Madeira. Ich werde berichten. Danke fürs Lesen!

Kinder wie die Zeit vergeht!

Nach 2 Wochen Buenos Aires wird es Zeit, den Blog mal wieder zu füllen. Die Zeit ist gerannt… es war einzigartig. Buenos Aires ist eine tolle Stadt. Riesig. Jeder Stadtteil könnte eine eigene Stadt für sich sein und dabei könnte jeder Stadtteil eine eigenen, für sich einzigartigen Stadt bilden. Ricoletta ist der reiche Stadtteil, Palermo der für die Jungen, San Telmo die Altstadt, die von den Hippen entdeckt wird, LaBocca der ranzige Stadtteil mit dennoch einzigartigem Flair… Die Stadt hat in allen Belangen überzeugt.

Man merkt ihr an, dass Argentinien einst ein reiches Land war. Es hat oftmals den Charme eines einst schicken Mercedes, der in die Jahre gekommen ist. Wo der Aschenbecher überquillt und der Lack von der Sonne schon ganz matt ist. Leider ist nicht in Sicht, das der Zustand des einst stolzen Benz besser werden könnte. Das ist wirklich schade, denn die Menschen haben diesen Zustand nicht verdient.

In einer Kneipe, beim Spiel River Plate gegen die BocaJuniors hat mir ein Argentinier erzählt, dass Argentinien ein großartiges Land ist. Tolle Landschaften, tolle Menschen, tolle Städte, nur die Wirtschaft ist eben Mist und mit ihr die verhasste Politik. Sie identifiziert sich einfach nicht mit den Menschen und ihren Problemen. Das hat mich irgendwie an zu Hause erinnert. Schlittern wir nicht in das gleiche politische Problem? Hmm

Wer noch nicht in Buenos Aires war, sollte das dringend auf seine Liste setzen. Das Essen ist fantastisch. An einem Abend gab es gefühlt 1 kg zartes Fleisch, perfekt gebraten und toller Geschmack für 12 Euro. Dazu ne Flasche Wein und Pommes satt… der Abend war so gut wie selten einer zuvor. Danke an meine neu gewonnen Freunde, den Norweger Anders und Chris aus Tübingen.

Montevideo … das „kleine“ Buenos Aires!

Wohin am Wochenende? Chris und ich entschieden uns dafür einen Ausflug nach Montevideo zu machen. Die Uruguayische Hauptstadt ist mit dem Schiff in 2:40 zu erreichen, wenn man die Direktverbindung nimmt. Über Salvador ist es zwar günstiger, aber auch deutlich länger. Daher in den sauren Apfel gebissen und den riesigen Katamaran nach Montevideo bestiegen. Das Teil saust mit über 100 kmh übers Wasser und hat riesige Ausmaße. Nach draußen gehen ist da leider nicht möglich.

Angekommen in Montevideo fallen einem gleich die alten deutschen Kriegsschiffe auf, die hier im Hafen liegen. Die Deutsche Marine hat ihre alten Schiffe oft nach Uruguay verkauft. Auch ein alter Seenotrettungskreuzer der DgzRs liegt hier im Hafen. Traurig einerseits aber auch schön, dass die Schiffe noch eine Aufgabe haben. Direkt vor dem Anleger begegnen einem alte Teile des ehemaligen Deutschen Kriegsschiffs Admiral Grad Spee, das im zweiten Weltkrieg sich hier vor der Hafeneinfahrt selbst versenkt hat. Der Kommandant liegt übrigens in Buenos Aires begraben.

Montevideo ist mit seinen 1,6 Mio. Einwohnern das unbestrittene Zentrum des Landes. Allerdings bemerkt man die kaum. Vielleicht liegt es auch daran, dass man mittlerweile eine Woche im überfüllten Buenos Aires unterwegs war. Im Großraum der argentinischen Metropole leben immerhin über 13 Mio. Menschen. Montevideo ist etwas verschlafener, sehr viel ruhiger und hübsch anzuschauen. Die Menschen sind, wie eigentlich überall, freundlich. Montevideo ist zweifellos einen Ausflug wert. Länger als 3 Tage braucht man sich hier allerdings nicht aufhalten (meine Meinung).

Zurück nach Buenos Aires

Die Stadt versprüht in der letzten Woche nochmal ihren Charme. Es ist heiß an dem einen Tag und am nächsten geht die Welt unter und es giesst in Strömen, so dass sich förmlich Flüsse auf den Straßen bilden. Nach 2 Wochen habe ich alles, was Argentinien ausmacht, mitgenommen. Vom Tango, zum Fleisch, Empanadas usw. Ich komme garantiert wieder!!

Achja… für die Ladies. Shopping kann man in Buenos Aires übrigens auch hervorragend. Ich war meistens auf der Avenida Santa Fe unterwegs. Aber auch in Palermo oder der Calle Florida lässt sich gut shoppen. Allerdings kein Vergleich zu Chile…..

Ein Hops über die Anden … Santiago, ich komme!

Auf ins Flugzeug und ab nach Santiago de Chile. Die Stadt liegt 2 Flugstunden von Buenos Aires entfernt. Der Flug führt erst über die Pampa und anschließend über die doch sehr schmalen Anden. Der Flug ist atemberaubend. Unbedingt Fensterplätze buchen. Ich hatte das Glück und bin direkt am Aconcagua vorbeigeflogen. Der höchste Berg der südlichen Halbkugel und der höchste Berg der Anden ist wirklich beeindruckend. Man konnte den Gipfel förmlich berühren. Am Gipfel waren die charakteristischen Wolkenfahnen zu sehen, die ihn ursprünglich zum Vulkan machten. Direkt den Gipfel zur rechten, zieht der Pilot die Nase nach unten und es geht förmlich im Sturzflug nach Santiago.

Die Stadt ist groß… über 5 Mio. Einwohner. Sauber, aufgeräumt, modern… so präsentiert sich Santiago nach dem ersten Tag. Den Sonntag habe ich genutzt, um das klassische Touriprogramm zu machen. Dabei bin ich zuerst auf das höchste Gebäude der Stadt und ganz Südamerikas. Von hier aus bietet sich ein unfassbarer Blick auf die Stadt und seine Lage. in einem Talkessel liegt die Metropole Santiago und bietet ringsum den Blick auf Berge. Am beeindruckendsten natürlich im Osten die Anden. Der Blick schweift dabei immer wieder auf die über 6.000 Meter hohen Gipfel. Ein wahnsinniges Panorama. Die ganze Stadt reicht dabei im Westen bis zum Horizont. Aus 300 Meter Höhe ist die Stadt zum greifen nah und hat dabei kein Ende.

Direkt unter dem Tower, ein Riesen Shopping Tempel. Wer hier nix findet ist selber schuld. Weiter gehts zu Fuß zum Hausberg der Stadt. Cerro Santa Lucia ist am besten mit der Seilbahn oder der Standseilbahn zu erreichen. Ich habe den Weg von Osten kommend genommen. Deutlich weniger Menschen suchen hier den Weg nach oben. Die Seilbahnfahrt bietet gleich wieder einen tollen Blick über die Stadt. Oben angekommen erstmal ein Kaltgetränk. Pepsi, ohne Zucker, fürn Tausender… Naja es sind nur 1,20 Euro ca.

Oben auf dem Gipfel thront die Santa Lucia über der Stadt. Ich bin leider religiös überhaupt nicht bewandert. Aber nett sieht es aus. Allerdings zuviele Menschen. Runter mit der Standseilbahn… doch halt… viel zu viele Menschen, die in der prallen Sonne anstehen müssen. Da wähle ich als alter Bergtouri doch lieber den Weg den Berg zu Fuss runter. Auch pralle Sonne aber man tut wenigstens was. Wieder unten angekommen und nach einem kurzen Fussmarsch ab in die Metro und mit dem Bus ins Shoppingcentrum im Norden der Stadt. Jaja.. schon wieder Shoppingcentrum. Aber eigentlich suchte ich nur einen kalten Ort, denn in der Sonne brät man einfach nur dahin. Arauco ist noch einmal eine Nummer größer. Ein Mix aus Indoor und Outdoor. Nett, groß, viele Menschen. Und Klimaanlagen. Morgen geht die Schule los. Mal schauen, was mein spanisch kann. Verständigung klappt übrigens gut. Die Südamerikaner quatschen zwar anderes Spanisch aber man gewöhnt sich dran, dass jedes „ll“ ein „sch“ und jedes „y“ genauso sind. Auch das es kein „tu“ und „vosotros“ gibt erleichtert die Sache sogar. Südamerika… ich mag dich bisher.

 

Vamos … again!

30. November, 22:15 Uhr, Gate C16, Flughafen Frankfurt. Pünktlich bringt mich der Lufthansa Flieger ins quierlige Buenos Aires. Ein 13,5 Stunden Flug liegt vor mir. Zum Glück einen Platz mit deutlich mehr Beinfreiheit in der Eco-Class. Lohnt sich übrigens… 13,5 Stunden sind schon ziemlich lang. Der Nachtflug sorgt aber zum Glück dafür, dass ich keinen einzigen Film schaffe bis zum Ende zu schauen und jedesmal einschlafe.

Pünktlich um 8 Uhr morgens, argentinischer Zeit, landet die 747-8. Schnell durch die Immigration, den schicken argentinischen Stempel abgeholt, Gepäck geschnappt und zusammen mit Stephan, einem freundlichen Argentinier, der im Flieger neben mir sass und zum Abschied noch seine Handynummer gab, raus ins Gewühl. Mein Fahrer wartet und bringt mich ins nahezu ausgestorbene Buenos Aires. Und das nicht nur weil Samstag ist, sondern die Innenstadt dank des G20 nahezu leergefegt scheint. Das Bild bestätigt sich dann beim ersten Spaziergang durch die Stadt. Menschenleer. So kann man zumindest die Stadt in Ruhe kennenlernen und das erste Tempo der Stadt aufnehmen.

Denn am zweiten Tag und spätestens am heutigen Montag zeigt die Stadt ein anderes Bild. Überall Menschen. Quirlig, lebendig, laut, so zeigt sich Buenos Aires an einem üblichen Montag. Zum Glück hab ich den Sonntag genutzt, um mit dem Touribus die Stadt kennenzulernen. Dabei einen guten Überblick über die Stadt bekommen, die wirklich schön ist. Man merkt, dass Argentinien mal richtig Geld hatte. Heute sieht es leider anders aus. Die Inflation galoppiert davon und mit ihr die Armut in der Stadt. Es gilt, stets auf seine 7 Sachen aufzupassen. Am Abend nur noch mit dem Taxi bewegen. Einige Gegenden total meiden.

Trotzdem lohnt es sich in die Stadt einzutauchen. Alle Stadtviertel, egal ob Palermo oder Ricoletta haben dabei ihre eigenen, schönen Gesichter. In den nächsten Tag werde ich einen genaueren Blick in die Stadt wagen. Heute begann erstmal die Schule, die mitten im Zentrum liegt. Nette Menschen und gleich mal in die Vollen. Macht Spass. Achja… hier sind es übrigens jeden Tag 25 Grad und pure Sonne. 🙂 Grüße nach Deutschland

 

Los gehts … Vamos!

Die beginnt schonmal gut. Der Zug fällt aus. Also einen Zug später nehmen, in Köln umsteigen und trotzdem früher in Frankfurt sein. Dafür auf die schöne Rheinstrecke der DB verzichten. Naja, Wurscht. Eine Nacht am Flughafen zur Entspannung und eigentlich auch, um nicht am eigentlichen Reisetag um 3 Uhr los zu müssen, denn der erste Tag wird gleich ein langer, soviel war klar.

Der Flug mit Delta nach JFK war ein gelungener Start. Tolle Airline, toller Service, gutes Essen und zum Nachtisch ein gutes, altes, echte Magnum Eis. Auch wenn die eigentlichen Flieger uralt sind, hat die Airline im Inneren ständig modernisiert. Aufgrund der zig deutschen Filme, bleibt der Flug dann auch kurzweilig. 8 Stunden 4 Minuten. Kommen einem deutlich kürzer vor.

Ankommen in NY. Sonne. Blick auf die Skyline im Anflug. Sanfte Landung. Schnell am Gate. Die Immigration kann kommen… und dabei sofort die erste Marktlücke entdeckt. Ich habe mal gelesen, dass es Menschen gibt, die sich für andere in eine Schlange stellen, um den besten Platz zu reservieren. Sowas sollte es bei der Einreise in die USA wohl auch geben. Geschlagene 2 Stunden Schlange stehen. Dabei fühlt man sich deutlich „duschreif“. Gleichzeitig kein WC in Sicht. Was macht man nicht alles, um ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einzureisen. Nach grimmiger Prüfung der eigenen Identität kann es endlich weiter gehen. Am Kofferband war der Flug natürlich schon lange nicht mehr angezeigt. Die Koffer hatten wohl schon seit einiger Zeit ihre Runden gedreht und waren in der Zwischenzeit einfach irgendwo hingestellt worden. Also erstmal Koffer suchen. Neben dem letzten Gepäckband stand er dann endlich. Puh.

Weiter gehts zum AirTrain. Weiter zur Howard Station. Dort wurde es dann wieder kompliziert. Der AirTrain kostet 5 Dollar. Das Ticket dafür kauft man beim Aussteigen kurz vor den Drehkreuzen zur UBahn. Ticket kaufen, durch Drehkreuz… doch Vorsicht: auf der einen Seite muss man 7,25 Dollar bezahlen um durchzukommen, auf der anderen Seite 5 Dollar. Also durch das 5 Dollar Drehkreuz und danach am Automat die Metro Card für 7 Tage kaufen (32 Dollar). Diese kann man allerdings nur an einem der 5 Automaten kaufen. Angeschlagen ist das natürlich nicht. Also erstmal wieder durchfragen. Danach wieder durchs Drehkreuz und mittlerweile gelernt, dass man seine Koffer vorher durchschieben muss, bevor man selbst durchgeht, denn die Drehkreuze sind eng. Amis sind wohl doch nicht so dick 🙂

Mit der Metro schnell in die City. Doch das dauert. 21 Stationen trotz Express Zug. Umsteigen am Columbus Circle, umsteigen in die 1 und ab nach Harlem zur Unterkunft. Dan, der Mitbewohner von Pablo, dem Vermieter, ist gleich mal ein netter Bursche und nur ausnahmsweise zu Hause. Ab 7 ist das Apartment quasi leer. Das erleichtert das zurechtfinden.

Eigentlich schon völlig k.o. gehts trotzdem noch schnell zum Time Square. Erste Schnappschüsse machen und nen Burger beim guten alten Hard Rock Café esse. Das gehört irgendwie dazu. Mal sehen was der erste echte Tag bringt.

Mehr Zeit einplanen!

Gelernt: Man braucht deutlich länger in New York vorwärts zu kommen, als man ursprünglich plant. Die Stadt ist einfach deutlich größer als man denkt. Von den zig Dingen, die ich mir vorgenommen habe, habe ich glatt 2 geschafft. Aber: Sich einfach mal treiben lassen ist der ideale Weg NY zu entdecken. Am Nachmittag ging es dann aber doch ins 9/11 Memorial und was soll ich sagen: Ich bin hin und her gerissen. Einerseits unheimlich stil- und würdevoll und toll umgesetzt; andererseits schaffen es die Amis mit Ihrem Nationalstolz und Ehre immer wieder ein Stück zu weit zu gehen. Die Tragödie des 9/11 muss bis ins letzte Detail dargestellt werden. Vom Weinen des kleinen Jungen am Grab seines Vaters, bis hin zu den Bildern der aus dem WTC stürzenden Menschen. „Was wohl die Angehörigen denken?“,  ging es mir durch den Kopf. Trotzdem: Es lohnt sich. Auch die Führung lohnt sich, denn ansonsten wäre man an vielen wichtigen Exponaten einfach nur vorbei gegangen. Nicht ganz billig, aber was ist in NY schon günstig.

Abends ging es zum Eishockey. New York Islanders gegen Florida Panthers. Not gegen Elend, was die Tabelle angeht. Hauptsache war aber, es mal gesehen zu haben. NY hat natürlich verloren. Aber die Stimmung und es mal gesehen zu haben hat sich gelohnt, zumal die Karten sehr günstig sind. Die Barclaycard Arena ist zudem eine wirklich tolle Arena. Leider war das Stadion nicht im Ansatz voll. So das so richtige Stimmung nicht aufkam. Trotzdem: hingehen.

… New York, New York…

New York…. Neeeew Yoooork…. the city, that never sleeps… und das stimmt auch. Hier ist einfach immer was los… rund um die Uhr. Und eins vorneweg: man steht auch immer im Stau. Also wenn sich eins nicht lohnt, dann Hop on Hop off, denn auch da steht man mehr als alles andere. Und außerdem, kommt man viel schnell von A nach B mit der UBahn, die übrigens auch den Charme von New York ausmacht, denn dem U-Bahn System sieht man sein Alter an. Viel zu klein dimensioniert für so eine riesige Stadt, in der täglich über 6 Mio. Menschen die öffentlichen Transportmittel nutzen. Also nur Geduld und immer reinquetschen in die immer überfüllte U-Bahn.

Das Tagwerk für die letzten Tage: Staten Island Ferry und Bilder von der Freiheitsstatue machen. Lohnt sich, denn man spart sich das teure Ticket, um direkt an die Statue ranzukommen. Zumal gibt es in Staten Island kleine und leckere Restaurants, die nur ein Bruchteil von dem kosten, was man in New York City zahlen würde.

Rockefeller Center: Auch das lohnt sich. Tolle Sicht aufs Empire State Building. Leider wird die Sicht auf den Central Park durch die immer zahlreicheren Wolkenkratzer immer mehr verdeckt.

Central Park: Radeln angesagt. Macht Spass und hält fit. Der Central Park eignet sich prima zum radeln. Ich bin dann gleich weiter durch ganz Manhattan am Hudson River entlang bis zur Brooklyn Bridge. Und hier ein weiterer Tipp: Unbedingt mit dem Rad rüber. Die Brücke ist einfach völlig überlaufen mit Menschen, die sich den Weg mit Radlern teilen. Trotzdem ist man als Radler im Vorteil. Aufmerksam sein und niemanden über den Haufen fahren, ist dabei angesagt. Auf der Brooklyn Seite kann man dann gleich schöne Bilder der Skyline machen. Auch das lohnt sich.

Chinatown: Hab mich gefühlt wie in China. War eigentlich kaum ein Unterschied. Schön, wenn man die Gerüche und das leicht schmuddelige mag. Eine Fussmassage hat aber entschädigt 🙂

Musical am Broadway: Aladdin lockte abends. War toll. Das New Amsterdam Theater, eines der ältesten in NY, ist wirklich eine Augenweide. Das Musical dazu auch hervorragend. Ausverkauftes Haus, tolle Stimmung – ein runder Abend.

Rein ins Auto.. rauf aufs Land

Roadtrip – ein Wort, mit dem man in Deutschland oft Freiheit verbindet. Genau das wollte ich auch spüren… und es macht wirklich Spass. Ungeplant losfahren. Tagsüber schauen, wo man Abends schläft. Also rein ins Auto und erstmal nach Washington. Doch vorher noch ein kleiner Stopp in der Shopping Mall von Philadelphia. Eigentlich wollte ich die Rocky Treppe laufen, aber es regnet heute mal.

Übernachtung in Silver Spring. Nett und unkompliziert. Zudem günstiger als direkt in Washington und nur 25 Autominuten entfernt. Washington selbst ist am Sonntag nahezu ausgestorben. Allerdings findet gerade ein Marathon mit 30.000 Menschen statt. Die Menschen feiern und feuern die Läufer, die wohl irgendwas mit Veteranen zu tun haben, ordentlich an.

Washington selbst sollte man dann wohl auch mal gesehen haben. Allerdings ist überall ordentlich was abgesperrt. Ist aber trotzdem schön, das Zentrum der Weltmacht mal gesehen zu haben. Das Wetter passte mal wieder. Am Abend gehts weiter nach Charlottesville, dass sehr nett ist und sogar eine Fußgängerzone hat.

Weiter auf dem Blue Ridge Parkway. Eines der Highlights. Die Straße ist ewig lang und eine der schönsten Panoramastraßen. Ich glaub über 700 km lang, immer so um die 1.000 meter hoch. Die Blicke ins Tal sind dabei atemberaubend. Bis zum Ziel, das Chetola Resort, sind es allerdings einige Fahrtstunden. Macht trotzdem Spass, die unzähligen Kurven und neuen Einblicke zu genießen.

Das Chetola Resort ist eines der ältesten in der Gegend und eine Augenweide. Super gelegen an einem kleinen See versprüht es den Charme der 60er, was nicht despektierlich gemeint ist. Morgen ist dann mal Ruhepause und 2 Nächste in einer Unterkunft angesagt.

Ruhepause…

So richtig Ruhepause war es nicht. Schließlich ging es bis zum Blue Ridge Parkway Visitor Center in Asheville. Immerhin 300 km hin und zurück. Aber dabei zeigt sich, wie schön die Gegend rund um Blowing Rock ist. Gelegen auf 1.000 Höhenmeter zeigt sich beim Weg ins Tal die Weite der Landschaft. Wirklich schön. Das Visitor Center ist dann eher unspektakulär. Aber zumindest habe ich meinen obligatorischen Magneten bekommen.

Ansonsten steht Wellness an. Massage, Whirlpool, relaxen. Der Sonnenuntergang wird dann am Blue Ridge Parkway auf knapp 1.200 Meter Höhe genossen. Leider versperrt im letzten Moment eine Wolke den Blick auf den Sonnenuntergang. Trotzdem ergibt sich eine tolle Szenerie. Bye bye Blowing Rock und willkommen Pittsburg, das auch nur ein Zwischenstop Richtung Norden ist.

Am Ende ging es doch schnell…

Nach der Ruhepause kommt ja oft der Durchhängen. Den gab es aber nur beim Schreiben. Denn nach dem bezaubernden Blowing Rock ging es Richtung Norden, nach Pittsburgh. Aber auch nur für eine kurze Nacht. Denn es sollte schnell weiter zu den Niagara Fällen gehen. Diese sind wirklich beeindruckend und eine ganze Maschinerie von touristischen Attraktionen schließt sich dem Getose an. Auf der kanadischen Seite hat man übrigens den viel besseren Blick. Es lohnt sich, den weiten Weg auf sich zu nehmen. Allerdings war das Wetter sehr mies, so dass auch nicht wirklich etwas los war.

Anschließend gleich weiter nach Toronto. Eine wirklich tolle Stadt. Allerdings auch hier Regen und arschkalt. Mit dem Hop on Hop off Bus lässt sich die Stadt sehr gut erkunden. Diese sind auch großteils geschlossen und beheizt.

Zurück über die Grenze in die USA ging es dann auf dem gleich Weg. Boston wartete.

Nach 10 Stunden fahrt, war Boston in Sicht. Eine kurze nach eine halbe Stunde vor der Stadt lohnte sich, denn 2 Tage Boston waren wirklich toll. Die Stadt war eines der Höhepunkte der Reise. Sonnig wartete die Stadt. Der zentrale Platz, Boston Common ist eine Ruheoase in der Stadt und lädt immer wieder zum verweilen ein. Sofort ist man von kleinen Hörnchen umringt, die gern gefüttert werden wollen.

Die Stadt selbst ist großartig. Ruhiger als New York, wunderschön gelegen. Tolle Architektur. Europäisch. Am Ende des letzten Tages wartete noch ein Highlight. Das Spiel der Boston Bruins gegen die Dallas Stars. Eishockey der feinsten Sorte. Tolles Spiel inkl. Overtime. Tolle Stimmung und mit typischem amerikanischem Pathos. Boston… ich komme wieder.

Zurück nach New York am frühen Morgen und am Abend rein in den Flieger… USA… Du warst toll. Nette Menschen, tolle Landschaften. Es lohnt sich.

Und wie geht es weiter?

Erstmal ist wieder ein bisschen Arbeit angesagt, bevor es Ende November nach Argentinien geht. Dann geht es weiter…

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