Reiseblog

Auf dieser Seite wird der Chefredakteur von „Der Immobilienbrief“ einen kleinen Reisebericht seiner in Kürze startenden Unternehmungen veröffentlichen.

„Reisen bildet“. Was meine Eltern schon immer sagten, war für mich als Kind unvorstellbar. Geboren und Aufgewachsen auf der Insel Borkum, bestand die große, weite Welt für mich hauptsächlich aus Emden und dem Rest Ostfrieslands. Das Größte für mich war dabei Rolltreppe zu fahren oder einen 40-Tonner auf der Autobahn zu überholen – zwei Dinge, die es auf der Insel einfach nicht gab.

Erst mit dem Weggang von der paradiesischen Insel aufs Raue Festland zu Abiturzeiten, wurde meine Welt schon etwas größer. Zumindest ging es dann schonmal nach Bremen. Aber selbst als Jugendlicher begann kurz hinter Bremen für mich das Alpenvorland. Wobei die Alpen für mich als Kind und Teenie Hauptreiseziel waren. Die Autofahrt dahin bestand aber mindestens aus einer Zwischenübernachtung, da man auf die Fähre oftmals warten musste oder es zeitlich einfach nicht passte. Man war also schneller mit dem Flieger am Ende der Welt, als mit dem Auto in den Alpen.

In meinem ersten Job, der gleich bei „Der Immobilienbrief“ war, begann dann die Welt deutlich und sehr schnell größer zu werden. Endlich mal fliegen. Durch mein Umfeld wurde dann aus Österreich oder Spanien gleich Mauritius, China oder die USA. Reisen wurde zur Leidenschaft. Aber weniger um des Reisens willen, sondern vielmehr weil mich Land und Leute interessieren und den Horizont erweitern.

Prägend dabei war meine Zeit bei der Bundeswehr, die ich bei der Marine verbrachte und mehrere Monate in verschiedenen afrikanischen Länder führte. Die Menschen und Schicksale, die man dabei getroffen hat, haben mich geerdet und den gutmütigen, norddeutschen Charakter geprägt.

Nun hat sich in meinem Leben die Chance ergeben, die nächsten Monate die Welt weiter zu bereisen. Verschiedene Menschen in meinem Umfeld haben mich gefragt, ob ich einen Reiseblog mache für meine Erlebnisse. Diese kleine, feine Seite soll nun ein paar Erlebnisse einfangen, die mich bewegen und vielleicht nicht zum Mainstream gehören.

Nächste Woche geht’s los. Auf dem Plan steht: New York, Washington, Blue Ridge Parkway, Boston, Niagarafälle … nach kurzem Aufenthalt in Deutschland dann… Buenos Aires, Montevideo, Iguazu-Wasserfälle, Mendoza, mit dem Bus über die Anden nach Santiago de Chile, Valparioso… die Ziele danach stehen noch nicht fest. 🙂

Los gehts … Vamos!

Die beginnt schonmal gut. Der Zug fällt aus. Also einen Zug später nehmen, in Köln umsteigen und trotzdem früher in Frankfurt sein. Dafür auf die schöne Rheinstrecke der DB verzichten. Naja, Wurscht. Eine Nacht am Flughafen zur Entspannung und eigentlich auch, um nicht am eigentlichen Reisetag um 3 Uhr los zu müssen, denn der erste Tag wird gleich ein langer, soviel war klar.

Der Flug mit Delta nach JFK war ein gelungener Start. Tolle Airline, toller Service, gutes Essen und zum Nachtisch ein gutes, altes, echte Magnum Eis. Auch wenn die eigentlichen Flieger uralt sind, hat die Airline im Inneren ständig modernisiert. Aufgrund der zig deutschen Filme, bleibt der Flug dann auch kurzweilig. 8 Stunden 4 Minuten. Kommen einem deutlich kürzer vor.

Ankommen in NY. Sonne. Blick auf die Skyline im Anflug. Sanfte Landung. Schnell am Gate. Die Immigration kann kommen… und dabei sofort die erste Marktlücke entdeckt. Ich habe mal gelesen, dass es Menschen gibt, die sich für andere in eine Schlange stellen, um den besten Platz zu reservieren. Sowas sollte es bei der Einreise in die USA wohl auch geben. Geschlagene 2 Stunden Schlange stehen. Dabei fühlt man sich deutlich „duschreif“. Gleichzeitig kein WC in Sicht. Was macht man nicht alles, um ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einzureisen. Nach grimmiger Prüfung der eigenen Identität kann es endlich weiter gehen. Am Kofferband war der Flug natürlich schon lange nicht mehr angezeigt. Die Koffer hatten wohl schon seit einiger Zeit ihre Runden gedreht und waren in der Zwischenzeit einfach irgendwo hingestellt worden. Also erstmal Koffer suchen. Neben dem letzten Gepäckband stand er dann endlich. Puh.

Weiter gehts zum AirTrain. Weiter zur Howard Station. Dort wurde es dann wieder kompliziert. Der AirTrain kostet 5 Dollar. Das Ticket dafür kauft man beim Aussteigen kurz vor den Drehkreuzen zur UBahn. Ticket kaufen, durch Drehkreuz… doch Vorsicht: auf der einen Seite muss man 7,25 Dollar bezahlen um durchzukommen, auf der anderen Seite 5 Dollar. Also durch das 5 Dollar Drehkreuz und danach am Automat die Metro Card für 7 Tage kaufen (32 Dollar). Diese kann man allerdings nur an einem der 5 Automaten kaufen. Angeschlagen ist das natürlich nicht. Also erstmal wieder durchfragen. Danach wieder durchs Drehkreuz und mittlerweile gelernt, dass man seine Koffer vorher durchschieben muss, bevor man selbst durchgeht, denn die Drehkreuze sind eng. Amis sind wohl doch nicht so dick 🙂

Mit der Metro schnell in die City. Doch das dauert. 21 Stationen trotz Express Zug. Umsteigen am Columbus Circle, umsteigen in die 1 und ab nach Harlem zur Unterkunft. Dan, der Mitbewohner von Pablo, dem Vermieter, ist gleich mal ein netter Bursche und nur ausnahmsweise zu Hause. Ab 7 ist das Apartment quasi leer. Das erleichtert das zurechtfinden.

Eigentlich schon völlig k.o. gehts trotzdem noch schnell zum Time Square. Erste Schnappschüsse machen und nen Burger beim guten alten Hard Rock Café esse. Das gehört irgendwie dazu. Mal sehen was der erste echte Tag bringt.

Mehr Zeit einplanen!

Gelernt: Man braucht deutlich länger in New York vorwärts zu kommen, als man ursprünglich plant. Die Stadt ist einfach deutlich größer als man denkt. Von den zig Dingen, die ich mir vorgenommen habe, habe ich glatt 2 geschafft. Aber: Sich einfach mal treiben lassen ist der ideale Weg NY zu entdecken. Am Nachmittag ging es dann aber doch ins 9/11 Memorial und was soll ich sagen: Ich bin hin und her gerissen. Einerseits unheimlich stil- und würdevoll und toll umgesetzt; andererseits schaffen es die Amis mit Ihrem Nationalstolz und Ehre immer wieder ein Stück zu weit zu gehen. Die Tragödie des 9/11 muss bis ins letzte Detail dargestellt werden. Vom Weinen des kleinen Jungen am Grab seines Vaters, bis hin zu den Bildern der aus dem WTC stürzenden Menschen. „Was wohl die Angehörigen denken?“,  ging es mir durch den Kopf. Trotzdem: Es lohnt sich. Auch die Führung lohnt sich, denn ansonsten wäre man an vielen wichtigen Exponaten einfach nur vorbei gegangen. Nicht ganz billig, aber was ist in NY schon günstig.

Abends ging es zum Eishockey. New York Islanders gegen Florida Panthers. Not gegen Elend, was die Tabelle angeht. Hauptsache war aber, es mal gesehen zu haben. NY hat natürlich verloren. Aber die Stimmung und es mal gesehen zu haben hat sich gelohnt, zumal die Karten sehr günstig sind. Die Barclaycard Arena ist zudem eine wirklich tolle Arena. Leider war das Stadion nicht im Ansatz voll. So das so richtige Stimmung nicht aufkam. Trotzdem: hingehen.

… New York, New York…

New York…. Neeeew Yoooork…. the city, that never sleeps… und das stimmt auch. Hier ist einfach immer was los… rund um die Uhr. Und eins vorneweg: man steht auch immer im Stau. Also wenn sich eins nicht lohnt, dann Hop on Hop off, denn auch da steht man mehr als alles andere. Und außerdem, kommt man viel schnell von A nach B mit der UBahn, die übrigens auch den Charme von New York ausmacht, denn dem U-Bahn System sieht man sein Alter an. Viel zu klein dimensioniert für so eine riesige Stadt, in der täglich über 6 Mio. Menschen die öffentlichen Transportmittel nutzen. Also nur Geduld und immer reinquetschen in die immer überfüllte U-Bahn.

Das Tagwerk für die letzten Tage: Staten Island Ferry und Bilder von der Freiheitsstatue machen. Lohnt sich, denn man spart sich das teure Ticket, um direkt an die Statue ranzukommen. Zumal gibt es in Staten Island kleine und leckere Restaurants, die nur ein Bruchteil von dem kosten, was man in New York City zahlen würde.

Rockefeller Center: Auch das lohnt sich. Tolle Sicht aufs Empire State Building. Leider wird die Sicht auf den Central Park durch die immer zahlreicheren Wolkenkratzer immer mehr verdeckt.

Central Park: Radeln angesagt. Macht Spass und hält fit. Der Central Park eignet sich prima zum radeln. Ich bin dann gleich weiter durch ganz Manhattan am Hudson River entlang bis zur Brooklyn Bridge. Und hier ein weiterer Tipp: Unbedingt mit dem Rad rüber. Die Brücke ist einfach völlig überlaufen mit Menschen, die sich den Weg mit Radlern teilen. Trotzdem ist man als Radler im Vorteil. Aufmerksam sein und niemanden über den Haufen fahren, ist dabei angesagt. Auf der Brooklyn Seite kann man dann gleich schöne Bilder der Skyline machen. Auch das lohnt sich.

Chinatown: Hab mich gefühlt wie in China. War eigentlich kaum ein Unterschied. Schön, wenn man die Gerüche und das leicht schmuddelige mag. Eine Fussmassage hat aber entschädigt 🙂

Musical am Broadway: Aladdin lockte abends. War toll. Das New Amsterdam Theater, eines der ältesten in NY, ist wirklich eine Augenweide. Das Musical dazu auch hervorragend. Ausverkauftes Haus, tolle Stimmung – ein runder Abend.

Rein ins Auto.. rauf aufs Land

Roadtrip – ein Wort, mit dem man in Deutschland oft Freiheit verbindet. Genau das wollte ich auch spüren… und es macht wirklich Spass. Ungeplant losfahren. Tagsüber schauen, wo man Abends schläft. Also rein ins Auto und erstmal nach Washington. Doch vorher noch ein kleiner Stopp in der Shopping Mall von Philadelphia. Eigentlich wollte ich die Rocky Treppe laufen, aber es regnet heute mal.

Übernachtung in Silver Spring. Nett und unkompliziert. Zudem günstiger als direkt in Washington und nur 25 Autominuten entfernt. Washington selbst ist am Sonntag nahezu ausgestorben. Allerdings findet gerade ein Marathon mit 30.000 Menschen statt. Die Menschen feiern und feuern die Läufer, die wohl irgendwas mit Veteranen zu tun haben, ordentlich an.

Washington selbst sollte man dann wohl auch mal gesehen haben. Allerdings ist überall ordentlich was abgesperrt. Ist aber trotzdem schön, das Zentrum der Weltmacht mal gesehen zu haben. Das Wetter passte mal wieder. Am Abend gehts weiter nach Charlottesville, dass sehr nett ist und sogar eine Fußgängerzone hat.

Weiter auf dem Blue Ridge Parkway. Eines der Highlights. Die Straße ist ewig lang und eine der schönsten Panoramastraßen. Ich glaub über 700 km lang, immer so um die 1.000 meter hoch. Die Blicke ins Tal sind dabei atemberaubend. Bis zum Ziel, das Chetola Resort, sind es allerdings einige Fahrtstunden. Macht trotzdem Spass, die unzähligen Kurven und neuen Einblicke zu genießen.

Das Chetola Resort ist eines der ältesten in der Gegend und eine Augenweide. Super gelegen an einem kleinen See versprüht es den Charme der 60er, was nicht despektierlich gemeint ist. Morgen ist dann mal Ruhepause und 2 Nächste in einer Unterkunft angesagt.

Ruhepause…

So richtig Ruhepause war es nicht. Schließlich ging es bis zum Blue Ridge Parkway Visitor Center in Asheville. Immerhin 300 km hin und zurück. Aber dabei zeigt sich, wie schön die Gegend rund um Blowing Rock ist. Gelegen auf 1.000 Höhenmeter zeigt sich beim Weg ins Tal die Weite der Landschaft. Wirklich schön. Das Visitor Center ist dann eher unspektakulär. Aber zumindest habe ich meinen obligatorischen Magneten bekommen.

Ansonsten steht Wellness an. Massage, Whirlpool, relaxen. Der Sonnenuntergang wird dann am Blue Ridge Parkway auf knapp 1.200 Meter Höhe genossen. Leider versperrt im letzten Moment eine Wolke den Blick auf den Sonnenuntergang. Trotzdem ergibt sich eine tolle Szenerie. Bye bye Blowing Rock und willkommen Pittsburg, das auch nur ein Zwischenstop Richtung Norden ist.

Am Ende ging es doch schnell…

Nach der Ruhepause kommt ja oft der Durchhängen. Den gab es aber nur beim Schreiben. Denn nach dem bezaubernden Blowing Rock ging es Richtung Norden, nach Pittsburgh. Aber auch nur für eine kurze Nacht. Denn es sollte schnell weiter zu den Niagara Fällen gehen. Diese sind wirklich beeindruckend und eine ganze Maschinerie von touristischen Attraktionen schließt sich dem Getose an. Auf der kanadischen Seite hat man übrigens den viel besseren Blick. Es lohnt sich, den weiten Weg auf sich zu nehmen. Allerdings war das Wetter sehr mies, so dass auch nicht wirklich etwas los war.

Anschließend gleich weiter nach Toronto. Eine wirklich tolle Stadt. Allerdings auch hier Regen und arschkalt. Mit dem Hop on Hop off Bus lässt sich die Stadt sehr gut erkunden. Diese sind auch großteils geschlossen und beheizt.

Zurück über die Grenze in die USA ging es dann auf dem gleich Weg. Boston wartete.

Nach 10 Stunden fahrt, war Boston in Sicht. Eine kurze nach eine halbe Stunde vor der Stadt lohnte sich, denn 2 Tage Boston waren wirklich toll. Die Stadt war eines der Höhepunkte der Reise. Sonnig wartete die Stadt. Der zentrale Platz, Boston Common ist eine Ruheoase in der Stadt und lädt immer wieder zum verweilen ein. Sofort ist man von kleinen Hörnchen umringt, die gern gefüttert werden wollen.

Die Stadt selbst ist großartig. Ruhiger als New York, wunderschön gelegen. Tolle Architektur. Europäisch. Am Ende des letzten Tages wartete noch ein Highlight. Das Spiel der Boston Bruins gegen die Dallas Stars. Eishockey der feinsten Sorte. Tolles Spiel inkl. Overtime. Tolle Stimmung und mit typischem amerikanischem Pathos. Boston… ich komme wieder.

Zurück nach New York am frühen Morgen und am Abend rein in den Flieger… USA… Du warst toll. Nette Menschen, tolle Landschaften. Es lohnt sich.

Und wie geht es weiter?

Erstmal ist wieder ein bisschen Arbeit angesagt, bevor es Ende November nach Argentinien geht. Dann geht es weiter…

WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com