Der Handelsimmobilien Report Nr. 471
Editorial von Ruth Vierbuchen: Nachdem die Beschwörungsformel der Immobilienbranche aus der Zins-Wende-Zeit „survive till 25“ nicht zu der erhofften Rückkehr der Niedrigzinsphase geführt hat, scheint auch die Formel „ich tue nix till 26“ in diesem Sinne wirkungslos zu verpuffen. Denn seit mit dem Iran-Konflikt und der Sperrung der Straße von Hormus die Inflation mit 3,2% u.a. über die Öl- und Kraftstoffpreise in die Euro-Zone zurückgekehrt ist, hat die Europäische Zentralbank (EZB) sehr schnell mit einer Erhöhung der Leitzinsen um 0,25% reagiert. Die Märkte hatten auch damit gerechnet, denn die Gefahr, dass sich die Preiserhöhungen über die Produktionsketten und Lohnerhöhungen immer weiter ausbreiten und das Wirtschaftswachstum dämpfen, ist hoch. Das Argument, dass Zinserhöhungen die Wirtschaft abwürgen könnten, läuft damit ins Leere. So oder so wird das Wirtschaftswachstum durch die geopolitischen Konflikte belastet.