„Der Handelsimmobilien Report“ Nr. 245

Der Handelsimmobilien Report Nr 245

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: Nach dem Rekordwert im Investmentjahr 2015, beflügelt von Ausnahme-Deals wie der Kaufhof-Übernahme durch die Hudson’s Bay Company und dem moderateren Verlauf 2016 schien der Peak im Markt für Retail Assets überschritten. Der rekordverdächtige Start 2017 kommt deshalb unerwartet, zumal schon seit Jahren darüber gesprochen wird, dass die Investoren vorsichtiger sind als vor der Finanzmarktkrise 2008 und die besagten Core-Immobilien knapp sind. Für den sportlichen Auftakt sorgen Sonderfaktoren im Segment Handelsimmobilien und im deutschen Markt. (Seite 1
  • Investmentmarkt Retail – Bester Jahresstart seit Aufzeichnungsbeginn: Beim Blick auf 2017 sind die Auguren für den deutschen Handelsimmobilien-Markt wieder sehr optimistisch gestimmt. Einige legen sich zwar noch nicht auf ein konkretes Volumen fest wie CBRE, erwarten aber „erneut ein Spitzenergebnis“, andere wie Colliers International beziffern den erreichbaren Wert mit 10 Mrd. Euro oder gar mit 13 Mrd. Euro wie BNP Paribas Real Estate. Einig sind sich aber alle Experten, dass das Angebot knapp bleibt und die Renditen immer weiter nachgeben. Sorgen vor Übertreibungen äußerte diesmal niemand. (Seite 2)
  • Expertenbefragung – Gros der Investoren erwartet 2017 stabile bis steigende Preise: Seit etwa acht Jahren steht der deutsche Markt für Retail Assets im Fokus der Investoren. Die Spitzenrenditen testen immer wieder neue Tiefstände. In dieser Zeit haben sich die Ansprüche von Konsumenten und Mietern resp. Einzelhändlern stark verändert. Zudem müssen Handelsimmobilien heute – mit Blick auf Online-Handel und Multi-Channel-Strategien – andere technische Ansprüche erfüllen. Zu diesen Themen befragten die Hahn Gruppe und das EHI Retail Institute 40 institutionelle Investoren und 72 Expansionsverantwortliche aus dem Einzelhandel nach ihrer Einschätzung. (Seite 6)
  • Vermietungsmarkt – Spitzenmieten gehen 2017 auf Abwärtskurs: Seit 2004 sind die Mieten für Handelsflächen in den innerstädtischen Top-Lagen deutscher Großstädte kontinuierlich gestiegen. Die Aufwertung von Immobilien im Zuge der beiden Boom-Phasen 2005 bis 2007 und seit 2010 sowie der Zuzug internationaler Marken, die in Deutschland noch weiße Flecken hatten, haben den Markt lange befeuert. Doch dass auch im stabilen deutschen Markt für Handelsimmobilien die Bäume nicht in den Himmel wachsen, zeichnete sich bereits 2016 ab, als die Mieten auf hohem Niveau mehr oder weniger stagnierten. Für 2017 erwarten die Experten ein Nachgeben der Mieten. (Seite 10)
  • eCommerce – Echte Cross-Channel-Käufe sind noch selten. Multichannel-Händler blicken deutlich optimistischer in die Zukunft als der Einzelhandel im allgemeinen, hatte der Handelsverband Deutschland HDE jüngst festgestellt. Denn sie haben die Chance, sich vom stark wachsenden Online-Kuchen ein Stück abzuschneiden. Klar ist, dass der Handel heute mehrgleisig fahren muss, da sich auch die Kunden auf allen Kanälen bewegen und ständig wechseln. Doch echte Cross-Channel-Käufe, die gekennzeichnet sind durch die Nutzung der unterschiedlichen Verkaufskanäle eines einzelnen Händlers, sind selten. Hier müsste der Handel seine Aktivitäten besser kommunizieren. (Seite 13)
  • Trading-up im Fachmarktzentren – Entscheidend ist das Markenversprechen über die gesamte Prozess-Kette hinweg: Mit einem gezielten Trading-up haben die Supermarktbetreiber in den vergangenen Jahren wieder Terrain zurück erobert und auch die Discounter setzen inzwischen auf mehr Ambiente. Die Praxis zeigt, dass auch bei Fachmarktzentren ein gezieltes Trading-up durch Markenbildung den Erfolg steigert – allerdings ist das ein sehr komplexer Vorgang, in den alle Prozess-Ketten eingebunden werden müssen. (Seite 15)
  • 4. New Deal Forum Münster – Die neuen Orte für erfolgreichen Handel: Die Alternative „Online oder Real Life?“ wird seit Jahren auf den Foren des Einzelhandels und der Handelsimmobilien-Szene diskutiert. Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Nutzung beider Kanäle das Fundament für die Zukunft – sowohl des stationären als auch des Online-Handels – ist. Beim 4. New Deal Forum am 22. Juni in Münster geht es in den Vorträgen und Diskussions-Runden deshalb um die Chancen und Möglichkeiten, die ein künftiger bereinigter Markt bieten wird. (Seite 18)
  • E-Center Gaimersheim – Erlebnis, Innovation und Nachhaltigkeit unter einem Dach: Die Ansprüche der Bundesbürger an den Lebensmitteleinkauf haben sich in den vergangenen fünf Jahren dramatisch verändert. Am deutlichsten lässt sich das daran ablesen, dass selbst die Discounter, die mit ihrer schlichten Verkaufsraumgestaltung die Preiswürdigkeit des Sortiments unterstreichen wollten, inzwischen in Raumkultur und Konzepte investieren. Rewe und Real haben mit ihren neuesten SB-Warenhaus– und Verbrauchermarkt-Konzepten „Rewe-Center“ und „Markthalle“ die Brücke zwischen Lebensmittel-Sortiment, gehobenen Frische-Angeboten und Gastronomie geschlagen. Mit einem neuen Flagship-Store geht auch die Edeka Handelsgesellschaft Südbayern in Gaimersheim neue Wege. (Seite 19)

 

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