Artikel von Dr. Ruth Vierbuchen



Der Handelsimmobilien Report Nr. 420

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die Stimmung auf dem deutschen Immobilienmarkt bleibt auch zu Beginn des Jahres 2024 sehr verhalten. Das Gros der Immobilienprofis stellt sich darauf ein, dass die Durststrecke noch anhält, und ein kleiner Teil befürchtet sogar, dass sich die Krise noch verschärfen könnte. Jeder Fünfte sieht die Talsohle aber auch schon durchschritten und erwartet einen, wenn auch langsamen, Aufwärtstrend. So weit die allgemeine Stimmung. In diesem Umfeld zeichnet sich der Vermietungsmarkt für Handelsimmobilien seit dem zweiten Halbjahr 2023 durch seine große Konstanz aus.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 419

Editorial von Ruth Vierbuchen: Mit der Eröffnung des Nahversorgungszentrums in Waldbronn, das neben den 3 000 qm für einen Aldi-Markt und weitere Handelsfilialen noch 115 Wohnungen bietet, hat Aldi Süd auf eine weitere Option hingewiesen, wie dem Wohnungsmangel entgegengewirkt werden kann. Für Händler wie Aldi, die Kommunen und die Mieter ist das eine Win-Win-Situation. Das eröffnet noch Potenzial. Was bei der Diskussion um den Bau neuer Wohnungen und der Förderung durch den Staat übersehen wird, ist, dass bezahlbarer Wohnraum auch aus volkswirtschaftlichen Gründen für dieses Land essenziell ist. Deshalb ist vor allem eine Förderung des gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsbaus für die Zukunft dieses Landes unabdingbar.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 418

Editorial von Ruth Vierbuchen: Als Hauptgrund für die Investition in Immobilien wurden in den letzten Jahren vor der Zinswende die „niedrigen Zinsen“ genannt. Denn nach zwölf Jahren ultra-lockerer Geldpolitik mit Immobilien-Super-Hype hatte sich ein starker psychologischer Gewöhnungseffekt eingestellt. Normalerweise dauern Boom-Phase drei bis vier Jahre. Aber das Fatale an dieser langfristig niedrigen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Rettung verschuldeter Euro-Staaten war, dass sich viele Kapitalanlagen wie Staatsanleihen, Festgeldkonten oder Lebensversicherungen nicht mehr lohnten. Zur Immobilienanlage gab es kaum mehr eine Alternative. Nach zehn Zinserhöhungsschritten hoffen nun viele auf Zinssenkungen.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 417

Editorial von Ruth Vierbuchen: Nach zwölf Jahren Immobilien-Hype und der sehr abrupten Zinswende befinden sich die Immobilienmärkte weltweit immer noch in der Abbremsphase und angesichts des starken Einbruchs bei den Aktivitäten lauten die Fragen aller Fragen: Ist der Boden schon erreicht? Gibt es noch weitere Korrekturen bei Bewertung und Preisen? Versiegt die Inflation und werden die Zinsen bald gesenkt?


Der Handelsimmobilien Report Nr. 416

Editorial von Ruth Vierbuchen: Nach dem endlos langen Immobilien-Boom beginnen zunehmend die Aufräumarbeiten. Hierzulande läuft es etwas langsamer, weil der Mangel an Transaktionen bislang auf breiter Front spürbare Wertkorrekturen verhindert hat. Ein interessantes Schlaglicht auf die Marktlage wirft eine Feststellung von Savills in seinem jüngsten Marktbericht. Hier heißt es, dass sich der Käufermarkt wieder etwas belebt und das Interesse an Übernahmen wächst. Allerdings stellt der Immobilienberater fest, dass manche Kaufwillige „unrealistisch niedrige“ Preisvorstellungen haben.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 415

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die Worte von ZIA-Präsident Andreas Mattner im Vorwort des Frühjahrsgutachtens der Immobilienweisen dürfte vielen Marktakteuren die Zuversicht geben, auf die sie schon lange warten. Nach Mattners Prognose sind Handelsimmobilien der neue Champion und werden wahrscheinlich als erste aus der Krise herauskommen. Der seit Jahren bescheidene Wert des Handelsklimas als Teilindikator des Immobilienklimas von deutlich unter 100 Punkten zeigt, dass die Anlage-Klasse beim Gros der Anleger alles andere als hoch im Kurs steht. Auch die jüngste Umfrage zum RICS Global Commercial Property Monitor zeigt, dass die Skepsis gegenüber Retail Assets immer noch groß ist. Doch das spiegelt nicht die Realität in dieser Anlage-Klasse wider.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 414

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die Berichte über Wertkorrekturen in den Immobilienmärkten häufen sich. So titelte etwa das Institut für Weltwirtschaft in Kiel Anfang Februar, dass die Preise bei Wohnimmobilien 2023 „in historisch einmaligem Ausmaß gefallen“ sind, dem höchsten Rückgang in 60 Jahren. Bei Eigentumswohnungen lag der Rückgang im Jahresvergleich bei -8,9%. Diese Superlative relativieren sich freilich, wenn man sich vor Augen führt, dass sich die Preise für Wohnimmobilien in den zwölf Jahren vor der Zinswende 2022 mehr als verdoppelt haben, wie der Verband der Pfandbriefbanken (VdP) ausgerechnet hat. Die Antworten der Politik auf diese Probleme zeugen von Hilflosigkeit.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 413

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die größten Sorgen bereitet dem Innenstadt-Handel derzeit die Kaufzurückhaltung der Kunden. Die zeigte sich deutlich beim Weihnachtsgeschäft, auf das viele Einzelhändler als krönenden Jahresabschluss gehofft hatten. Doch bei einer Inflationsrate von 5,9% im Vorjahr wurde viel Kaufkraft für die Lebenshaltungskosten aufgezehrt. Das macht es insbesondere dem innerstädtischen Einzelhandel nach den Corona-bedingten Zwangsschließungen nicht einfacher, zur Normalität zurückzufinden, auch wenn der 2023 geschrumpfte Online-Handel etwas an Schrecken verliert.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 412

Editorial von Ruth Vierbuchen: Die Erleichterung über das Ende der zweiten Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof in Eigenverwaltung währte nicht lange. Die Filialen, die bei diesem Verfahren auf der zweiten Streichliste standen, werden erst am 31. Januar geschlossen. Dass der CEO Olivier van den Bossche, der die Geschicke des Unternehmens seit vergangenem Frühjahr leitet, bei Ankündigung des dritten Insolvenzantrags in kürzester Zeit, feststellte, dass nun über die Mieten der Warenhäuser verhandelt werden muss, die Signa gehören und über teure Dienstleister sowie das Service-Center in Essen, wirft ein bezeichnendes Licht auf den früheren Sachwalter Arndt Geiwitz und die Tragfähigkeit der Insolvenzverfahren.


Der Handelsimmobilien Report Nr. 411

Editorial von Ruth Vierbuchen: Mit 2023 ist ein schwieriges Jahr zu Ende gegangen. Schon der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat die geschmiert laufende westliche Welt mit ihrer super-effizienten Just-in-time-Produktion 2020 ahnen lassen, wie schnell und nachhaltig dieses hocheffiziente System aus der Balance geraten kann. Der russische Angriff auf die Ukraine hat diese Tatsache um die weitere Erkenntnis ergänzt, dass die friedliche Koexistenz zwischen den Machtblöcken des Westens und des Ostens vorbei ist und damit ein wichtiges Fundament der reibungslos funktionierenden internationalen Arbeitsteilung wegbricht. Das Fehlen wichtiger Medikamente in Deutschland und Europa als Folge dieser Störung ist ein ernst zu nehmendes Beispiel für diese Entwicklung.