Lebensversicherungen präferieren Handelsimmobilien

 

Handelsimmobilien treten als Anlage immer weiter aus ihrem Schattendasein heraus. So freunden sich inzwischen auch immer mehr Lebensversicherer mit der Anlage-Klasse an, weil den auf höchste Sicherheit ausgerichteten Unternehmen derzeit die präferierte Anlage abhanden gekommen ist. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Düsseldorfer Immobiliendienstleisters Comfort unter 42 der 74 laut Bafin gelisteten deutschen Lebensversicherungen. Danach liegt der Schwerpunkt der Investitionen mit 66% der Nennungen im Segment Handelsimmobilien.

Retail Assets werden derzeit als Alternative gesehen zu den ansonsten bevorzugten Staatsanleihen, die auf Grund der aktuellen Entwicklung auf dem Kapitalmarkt unter Druck geraten sind. Auch Möglichkeit Nr. 2, die inländischen Büroimmobilien, die jahrelang in der Gunst der Lebensversicherer ganz oben standen, leiden noch stark unter den Folgen der Krise, „so dass die Einzelhandelsimmobilie 2010 verstärkt in den Fokus der Lebensversicherer gerückt ist“, wie Comfort feststellt.

Spektakuläre Groß-Deals wie Shopping-Center sind nach Feststellung des Immobiliendienstleisters dabei aber eher die Ausnahme und werden von den wenigen großen, auch international bedeutenden Lebensversicherungen bevorzugt. Vielmehr liegt bei etwas mehr als der Hälfte der Versicherungen, darunter befinden sich mehrheitlich kleinere Unternehmen mit weniger Kapitalzufluss, der Fokus auf Handelsimmobilien mit einem Volumen von weniger als 40 Mio. Euro. Kleinere Objekte ermöglichen eine breitere Risikostreuung.

Dabei tritt Comfort auch der gängigen Meinung entgegen, dass sich Lebensversicherungen mit Blick auf ihre risikobewusste langfristige Anlagestrategie vornehmlich auf Handelsimmobilien in den TOP 5 – 7, d.h. in den größten 5 bzw. 7 Städten Deutschlands konzentrieren: „Gut ein Drittel der Befragten kann sich auch Investitionen in gut funktionierenden Mittelstädten unter 100 000 Einwohnern vorstellen“, berichtet das Unternehmen.

Allerdings liegt das auch an dem aktuell sehr begrenzten Angebot im Core-Segment in den TOP-7-Städten begründet. Denn dass Handelsimmobilien sichere Anlagen sind, wissen auch die Eigentümer. Bereits seit Ausbruch der Krise wird das geringe Angebot an innerstädtischen Geschäftshäusern in 1A-Lagen beklagt. Ein weiterer Grund für das Ausweichen in Mittelstädte ist laut Comfort auch darin zu finden, dass die Lebensversicherer im Volumenbereich bis 40 Mio. Euro in Konkurrenz stehen mit anderen institutionellen Investoren und vermögenden Privatinvestoren. Vor diesem Hintergrund können sie ihren Aktionsradius erhöhen, wenn sie auf Mittelstädte ausweichen, die als stimmig und funktionierend identifiziert wurden.

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