BWL Kennziffern der Einzelhandels-Betriebsformen

 Auf die sich wandelnden Anforderungen der Konsumenten haben die Einzelhandelsunternehmen mit der Ausdifferenzierung ihres Angebots und einer entsprechenden Flächenexpansion reagiert. Dieser Prozess bestimmt auch den Lebenszyklus der einzelnen Betriebsformen des Einzelhandels.

Die Betriebsformen weisen unterschiedliche Merkmale auf, die sich in einer marktüblichen Flächengrößen und die Flächenproduktivität widerspiegeln. Auch die Mietspannen variieren zwischen den verschiedenen Betriebsformen. Bei den in der Tabelle dargestellten Werten handelt es sich um Durchschnittsgrößen, die je nach Lage und Konzept durchaus variieren können. Weiterhin ergeben sich Veränderungen im Zeitablauf, so auch durch neue Trends, die aktuell am Markt festzustellen sind. Der Trend, sich verstärkt in der Innenstadt anzusiedeln, ist kennzeichnend für Betriebsformen wie SB-Warenhäuser, Supermärkte oder Discounter sowie für die Segmente Elektrowaren und Drogerien. Dies führt dazu, dass die Mietspanne teilweise kräftig nach oben steigt. Ein zweiter Trend ist die Verkleinerung der Kernsortimente, wie es u.a. bei den SB-Warenhäusern festzustellen ist. Um die Mietzahlungen entsprechend reduzieren zu können, wird das Sortiment und damit die Fläche verkleinert. Drittens hat sich teilweise der Wettbewerb innerhalb der Sortimente drastisch verschärft. Während früher die Marktbereiche festgelegt zu sein schienen, drängen heute die Wettbewerber in andere Marktgebiete vor, um sich so weitere Marktanteile zu sichern. Das wirkt sich mietsteigernd aus. Stark differenziert stellt sich die Situation in den Bereichen Textilhandel, der in den Innenstädten eine hohe Bedeutung hat, sowie Freizeit- und Sportmarkt dar. Bei beiden gibt es eine Vielzahl von Flächenkategorien und -konzepten mit allgemeinen und Spezialangeboten; aufgrund dieser unterschiedlichen Marktstrukturen können die abgebildeten Daten nur grobe Annäherungen darstellen.

Kennzahlen Betriebsformen

Kennzahlen Betriebsformen

Veränderte Konsumentenwünsche und neue Unternehmensstrategien finden ihren Niederschlag in den sich wandelnden Marktanteilen für die einzelnen Betriebsformen. Erfolgreich sind vor allem die großflächigen Einzelhandelseinrichtungen, die zunehmende Umsatzanteile auf sich vereinen. Die Fachmärkte konnten zulegen, da sie sich als Spezialisten mit hoher Kompetenz für ein spezielles Sortiment erfolgreich positionieren konnten. Nachdem sie früher vorwiegend auf der Grünen Wiese angesiedelt waren, werden sie zunehmend in integrierte Lagen wie innerstädtische Freiflächen oder Stadtteillagen angesiedelt.

Eindeutiger Verlierer der Entwicklung ist der zumeist in den Innenstädten lokalisierte traditionelle Facheinzelhandel, welcher über den Beobachtungszeitraum fünf Prozentpunkte an Marktanteil eingebüßt hat. Ausnahmen stellen lediglich hoch spezialisierte Einzelhändler dar, die sich mit einem speziellen Angebot an bestimmte Kunden richten und eine Marktnische einnehmen.

 

Daneben haben auch Warenhäuser als typisch in Innenstadtlagen anzufindende Betriebsform Marktanteile verloren. In ihrer Hochphase hatten die Warenhäuser Mitte der 70er Jahre einen Marktanteil von rund 13 v.H. erreicht, aktuell liegen sie bei gut 3 v.H. Den Warenhäusern fehlt es heute an einer klaren Zielgruppenorientierung und es ist ihnen nicht gelungen, dem Verbraucher eine klare Angebotskompetenz innerhalb des Wettbewerbsumfeldes zu vermitteln. Zwischen den Fachgeschäften, die einen besseren Service und ein attraktiveres Sortiment bieten, und den preisgünstigeren Fachmärkten wurde der Platz für die Warenhäuser zunehmend geringer. Die Funktion der Warenhäuser wurde durch die innerstädtischen Shopping Center zunehmend abgelöst.

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