Die neue Aufgabe: 100 km unerschlossener schneeweißer Sandstrand – 600 km von Berlin

300 Mio. USD werden an der Küste, in der Nähe von Kaliningrad (früher: Königsberg), in ein Touristik-Zentrum mit Eigentumswohnungen, Freizeit-Infrastruktur, Hotels, Marina und Kreuzfahrthafen investiert. „Kaliningrad ist nicht Russland“ ist die Botschaft an die Investoren. Die Bagger sind auf dem Weg. Ist die Zeit wieder reif für Visionen?

Interessant war, dass im geselligen Abend-Kreis der immpresseclub-Veranstaltung die Organisatoren vor allem auf das visionäre Projekt des Architekten und Mersfor-Chefs, Dominique Bouillon, angesprochen wurden. Insgesamt 300 Mio. US-Dollar will der in Berlin lebende Franzose Bouillon bis 2018 in Pionerski, am Strand von Kaliningrad/Königsberg in Neukuhren, in  ein preussisches Dorf und eine Marina investieren. Kreuzfahrtterminal, Hotels und Thermen sind geplant. Der Standort wurde in früheren Zeiten gleichauf mit den westlichen Treffpunkten des Adels und des wohlhabenden Bürgertums genannt.

Nach russischen Maßstäben ist Neukuhren von Moskau, St. Petersburg oder Kiew ein Katzensprung entfernt. Von Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Stockholm, Prag oder Warschau sind es zwischen 500 und 1000 km.   Bis zur Weltmeisterschaft 2018 soll alles fertig sein. Baustart ist noch in diesem Jahr. Für den Anfang haben Bouillon und einige Private Equity Freunde jeder schon einmal einen zweistelligen Euro-Millionenbetrag aus eigner Tasche investiert, damit sich die Bagger bewegen. Die Genehmigungen sind eingeholt. In Kürze startet der Bau.

Ein Teil der nötigen Finanzierung entsteht neben dem Eigenkapital durch den laufenden Verkauf der Wohnungen. Zielgruppe sind vor allem Russen, für die bei der irrationalen Preisgestaltung in den russischen Metropolen die aufgerufenen Preise von etwa 2000 USD eher Kapitalanlage-Schnäppchen sein könnten – eine prominente Urlaubslocation gibt es gratis dazu. Um die Fertigstellung bis zur Fußball-WM 2018 mit einem der Austragungsorte in Kaliningrad sicherzustellen, wird weiteres institutionelles Kapital für drei Investitionsblöcke gesammelt, die auch die Infrastruktur umfassen. Jeweils die Hälfte des Volumens finanziert sich über die russischen Wohnungskäufer.

Die Reaktion der Journalisten, die vor dem Hintergrund des Mutes der Vision sehr positiv war, könnte auf eine langsame Core-Müdigkeit schließen lassen. Die könnte dann auch schnell auf Anleger und Investoren übergreifen. Dazu könnte dann die Botschaften von Bouillon passen, dass Kaliningrad eben nicht Russland sei, dass hier eine völlig unerschlossene Tourismusregion mit wohl einzigartiger Landschaft zu entwickeln sei  oder dass hier noch ein völlig normaler Immobilienmarkt bestehe. Der zunehmende russische Mittelstand sichere Käufer- und Nutzerpotentiale. (AE)

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